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Sehnsucht nach Holz im Bad

09.01.2014

Matthias Freimuth, leitender Innenarchitekt bei Wahl/Livinghouse, hat festgestellt, dass viele seiner Kunden von Holz im Bad träumen. Neuentwicklungen bei Lacken und Ölen würden Holz auch in Nassbereichen zu einem langlebigen, pflegeleichten Baumaterial machen, das keine Wünsche offenlässt, verrät der Planer im Gespräch.

Was spricht für Holz im Bad?
Matthias Freimuth: Holz hat vor allem gestalterische Vorzüge. Es entstehen warme, weiche und durch die Maserung des Holzes auch natürlich schöne Oberflächen. Es sind also vor allem emotionale Gründe, die für Holz im Bad sprechen.

 

Ist Holz im Bad nicht ziemlich unhygienisch?
Matthias Freimuth: Unhygienisch sind eigentlich nur alte Dielenböden mit großen Fugen. Was sich darin über die Jahre sammelt, lässt sich kaum noch entfernen. Bei frischverlegten Dielenböden ist Hygiene aber kein großes Problem mehr. Sie haben, wenn überhaupt, kleine, V-förmige Stoßfugen, die sich ohne großen Aufwand reinigen lassen. Nur Urin kann das Holz unhygienisch machen. Dagegen hilft nur ein vorsorgliches Stehpinkelverbot für Männer.

 

Aber das Holz wird doch mit der Zeit morsch.
Matthias Freimuth: Nein, solange die Poren im Holz gesättigt sind, können sie kein Wasser aufnehmen. Um dies zu gewährleisten, behandeln wir Holzoberflächen mit Öl. Lack hat den Nachteil, dass er mit der Zeit Risse bekommen kann. Mit Öl behandelte Oberflächen erfordern regelmäßige Pflege. Weil das Öl aber zusammen mit Reinigungsmitteln aufgebracht werden kann, hält sich der Aufwand in Grenzen. Ein kleiner Nachteil beim Öl ist aber, dass Flecken entstehen können, wenn man verspritztes Wasser nicht wegwischt.

 

Was muss man bei der Pflege sonst noch beachten?
Matthias Freimuth: Nichts. Holz ist an sich ein pflegeleichter Baustoff. Gerade bei den Lacken und Ölen gab es in den vergangenen Jahren vielversprechende Neuentwicklungen. Das wichtigste ist die Oberflächenbehandlung gleich nach dem Einbau – und die übernehmen die Handwerker.

 

Wie reagiert das Holz auf die ständigen Unterschiede bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit?
Matthias Freimuth: Holz verzieht sich mit der Zeit immer, wenn sich die Luftfeuchtigkeit ändert. Das hat mit wechselnden Temperaturen oder Unterschieden bei der Luftfeuchtigkeit nichts zu tun und lässt sich auch mit speziellen Leimen nur mindern, aber auf keinen Fall verhindern. Solange ein Holzboden genug Spiel hat, ist das auch überhaupt kein Problem.

 

Ist Holz für Sie als Planer eine besondere Herausforderung?
Matthias Freimuth: Nein, überhaupt nicht. Holz hat eben andere Eigenschaften als Naturstein oder andere Materialien. Aber es ist dadurch nicht schwieriger zu handhaben. Auch der Kreativität tut Holz keinen Abbruch. Boden, Wände, Möbel – alles lässt sich damit umsetzen. Es gibt sogar Badewannen aus Massivholz und Holzmosaiken zur Verzierung.

 

Gibt es Hölzer, die sich besser oder schlechter fürs Bad eignen?
Matthias Freimuth: Auch da gibt es keinerlei Einschränkungen. Im Außenbereich scheiden bestimmte Hölzer aus, aber innen ist alles möglich.

 

Gibt es einen Menschenschlag, der sich besonders für Holz interessiert? Vielleicht Kunden, die auch sonst naturverbunden und umweltbewusst sind?
Matthias Freimuth: Holz spricht ganz offensichtlich ein breites Spektrum an Kunden an. Nicht nur naturverbundene Menschen setzen auf Holz im Bad, sondern auch emotionale Menschen, die sich wohlfühlen wollen in ihren eigenen vier Wänden und wissen, dass Holz eine behaglichere Atmosphäre erzeugt als Fließen.

 

Seit wann ungefähr beobachten Sie den Trend zu Holz im Bad?
Matthias Freimuth: Natürliche Materialien sind ganz allgemein seit einigen Jahren im Kommen, und es sieht so aus, als ob sich dieser Trend noch einige Zeit hält und sogar stärker wird. Es scheint in unserer Gesellschaft eine tiefe Sehnsucht nach Holz im Bad zu geben. Viele Leute, die zu mir kommen, wünschen sich das. Für diese Menschen werden bei Wahl/Livinghouse Träume wahr.

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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