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SHT und ÖAG mit gemeinsamem Eigentümer

20.08.2014

Die österreichische Frauenthal-Gruppe, zu der auch die SHT Haustechnik AG zählt, hat sich am 19. Mai mit dem internationalen Sanitärgroßhandelskonzern Wolseley, dem Eigentümer der ÖAG, über den Erwerb der 100-Prozent-Anteile an der ÖAG AG geeinigt. Die Vertragsunterzeichnung wird – vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen – bereits demnächst erwartet.

 

Vor knapp zehn Jahren ist die Frauenthal-Gruppe, ein europaweit vertretener Mischkonzern mit Sitz in Wien, mit der Akquisition der SHT Haustechnik AG in den Markt für Sanitärgroßhandel in Österreich eingestiegen. Die SHT ist seither ein erfolgreiches Standbein der Holding und erwirtschaftete der Frauenthal-Gruppe vergangenes Jahr mehr als 50 Prozent ihres Konzernumsatzes. Dies dürfte das Interesse der Gruppe am stabilen SHK-Markt deutlich gesteigert haben. Nun hat sich Frauenthal mit ÖAG-Eigentümer Wolseley über den Erwerb der 100-Prozent-Anteile an der ÖAG AG geeinigt. Die Vertragsunterzeichnung erfolgt voraussichtlich in den kommenden Tagen. Die anschließende Durchführung des Verkaufs wird noch unter den marktüblichen aufschiebenden Bedingungen, wie zum Beispiel der kartellrechtlichen Zusammenschlussgenehmigung der Transaktion, stehen.

SHT ist im Großhandel für Sanitär- und Heizungsprodukte Marktführer in Österreich und rangiert in der Slowakei auf dem dritten Platz. Der Großhändler betreibt mit 860 Mitarbeitern sechs Logistikzentren, acht Verkaufsniederlassungen, 41 ISC Installateur-Service-Center (Abholmärkte), elf Bäderschauräume, sechs Heizungs- und Energieberatungszentren sowie einen Heizungsschauraum.

Die 1871 als österreichische Armaturen- und Maschinenfabrik gegründete ÖAG AG ist der traditionsreichste heimische Großhändler im Bereich Sanitär, Heizung und Rohinstallation und beliefert alle Abnahmekanäle von Installateuren bis hin zu Industrie und Kommunen. Die ÖAG beschäftigt aktuell rund 750 Mitarbeiter in allen Bundesländern Österreichs und betreibt ein Netzwerk aus sechs Verkaufsniederlassungen, 45 Installateurzentren (Abholmärkte), 13 Bädercentern (Schauräume) und sieben Heizungszentren.

ÖAG und SHT bleiben bestehen

„ÖAG und SHT sind zwei starke und am heimischen Markt ausgezeichnet verankerte Marken. Das soll auch so bleiben. Nach Abschluss des Kaufprozesses bleiben ÖAG und SHT daher gleichrangig nebeneinander als selbstständige Unternehmen unter dem Dach der Frauenthal bestehen“, so Mag. Hans Peter Moser, Vorstandsmitglied der Frauenthal Holding AG. Aus einer zukünftigen Mehrmarkenstrategie ergeben sich zahlreiche Innovations- und Wachstumspotenziale. Langjährige Kundenbeziehungen bleiben erhalten, und die Bedürfnisse der Kunden werden optimal befriedigt. Vorteile für die Entwicklung beider Unternehmen ergeben sich durch Nutzung von Synergie- und Skaleneffekten – wie beispielsweise der Bündelung von Know-how und Einkaufsvolumina – sowie insgesamt durch eine effizientere Abwicklung und dadurch bedingte Kostenreduktionen. „Mit der Akquisition der ÖAG AG wollen wir unsere Division Sanitär- und Heizungsgroßhandel mit einer starken, unabhängigen, österreichischen Gruppe mit insgesamt rund 1.500 Mitarbeitern ausbauen und nachhaltig absichern“, so Hans Peter Moser. „Durch diese Transaktion wird eine Unternehmensfamilie entstehen, die für alle Beteiligten neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet! Jeder Teil der Gruppe bringt andere Erfahrungen und Stärken ein. Mir ist es gerade unseren Kunden gegenüber wichtig zu betonen, dass sich durch diesen Wechsel des Eigentümers keine Veränderungen ergeben. In diesem Sinne freue ich mich darauf, das Serviceversprechen an unsere Kunden gemeinsam immer noch weiter zu verbessern“, kommentiert Felix Fröhner, Vorstand der ÖAG AG, die bevorstehende Aufnahme in die Frauenthal-Gruppe. 


„... fördert sicher nicht den Wettbewerb“
Die „Gebäude Installation“ im Gespräch mit Mag. Helmut-Dieter Kus, dem geschäftsführenden Gesellschafter der GC Gebäudetechnik KG, über seine Sicht zur Einigung der Frauenthal-Gruppe mit Wolseley.

Die GC-Gruppe ist in Österreich angetreten, rasch Marktanteile auszubauen. Mit dem Kauf der ÖAG wäre dies wohl schneller als erwartet gelungen. Standen Sie in Verhandlungen mit Wolseley? 
Wir sind ein Familienunternehmen und setzen daher generell auf organisches Wachstum in unserem Wirkungsbereich in Österreich. Wir wollen unseren Installateur von unseren tollen Leistungen, Anwendungen und Sortimenten begeistern. Um entsprechend mit ihm zu wachsen, haben wir eine hervorragende Basis geschaffen. Wir sind Mittelständler – wie eben unsere Kunden auch – und verstehen daher die Anforderungen nur zu gut aus eigener Erfahrung!

Sollte es keine kartellrechtlichen Bedenken geben und der Kauf genehmigt werden: Wie beurteilen Sie dann die Neuaufteilung des SHK-Großhandelsmarktes in Österreich? 
Es würde wohl die gesamte Branche sehr wundern, wenn diese Marktkonzentration ohne Einschränkungen vom Kartellamt genehmigt wird. In Relation zum vom Großhandelsverband gemeldeten Gesamtumsatz aller Großhändler hätten SHT und ÖAG mehr als 50 Prozent Marktanteil erreicht. Solch eine Konzentration fördert sicher nicht den Wettbewerb und kann daher nicht im Sinne der Marktteilnehmer sein. Bei einer derartigen Konzentration würden sich wohl alle Installateure nach einer neuen Aufteilung der Einkaufsumsätze umsehen müssen. Alles andere könnte sehr ungesund ausgehen. Man stelle Sie nur vor, was passieren könnte, wenn dieser neue SHT/ÖAG-Koloss auf einmal die Kreditlinie sperrt oder die Einkaufspreise erhöhen bzw. diktieren würde. Persönlich habe ich höchsten Respekt vor diesem Schachzug der SHT, kann mir aber nicht vorstellen, dass das Kartellamt dies genehmigt, und noch viel weniger, dass unsere Installateure nicht darauf reagieren.

Was könnte sich damit aus Ihrer Sicht für den Installateur verändern?
Die Installateure könnten in eine sehr große Abhängigkeit geraten. Dies könnte auch die Existenz und Wirtschaftlichkeit der Installationsunternehmen bedrohen.

Ist aus Ihrer Sicht der dreistufige Vertriebsweg im SHK-Gewerbe auch langfristig gesichert? 
Wir als GC sind – unabhängig von allen Zusammenschlüssen unserer Marktbegleiter – auch weiterhin überzeugt, dass unser Installateur der einzig kompetente Partner und Multiplikator für unsere Produkte ist. Da ist noch viel Wachstum für uns drin. Wir werden mit neuen Instrumenten diese Partnerschaft weiter ausbauen, um gemeinsam mit unseren starken Partnern Marktanteile zu gewinnen. Wir sehen dieses „Urvertrauen“ auch auf Kundenseite bis hin zum Endkunden. Denn welcher Häuslbauer möchte mit Gas, Wasser oder Feuer bei seinem Neubau oder seiner Wohnungssanierung Probleme haben? Diese kann nur der konzessionierte Installateur mit allen Sicherheiten und mit der Gewährleistung auf unsere Produkte lösen!

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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