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Smart Home: Das sagen SHK-Industrie und -Handel

18.06.2018

Wie wird der Smart Home-Markt von Herstellern und Händlern aus unserer Branche eingeschätzt? Wir haben nachgefragt.

Das waren unsere beiden Fragen:
  1. Ist aus Ihrer Sicht „Smart Home“ ein überzogener Hype, da einheitliche Standards oder echte Datensicherheit fehlen, oder wird dieses Geschäftsfeld schon bald unsere Branche prägen?
  2. Verfügen Sie selbst bereits über smarte Produkte in Ihrem Eigenheim? Wenn ja, welche?

 

Wolfgang Penker, Polypex:

  1. Ich denke, dass „Smart Home“ mehr als nur ein vorübergehender Hype ist. Erstens werden ständig neue, innovative Einsatzmöglichkeiten entdeckt und andererseits gibt es neben technischen Spielereien auch schon viele praktische Einsatzmöglichkeiten. Stellen Sie sich vor, Ihr Haus ist so intelligent, dass es beim laden Ihres E-Autos automatisch entweder auf den Photovoltaik-Speicher im Keller zugreift oder den günstigsten Stromanbieter auswählt und darüber die Energie bezieht. Das Fehlen von einheitlichen Standards ist in einer doch noch recht jungen Branche nichts Ungewöhnliches. Und die vor kurzem in Kraft getretene DSGVO zwingt die Anbieter in punkto Datenschutz zu höheren Standards. Im Moment verfügt jedes System über ganz eigene Vor- und Nachteile. Der Kunde wird im Endeffekt aber entscheiden, welches System sich tatsächlich durchsetzen und einen Standard setzen wird. Unsere smarten Spiegel sind durch die Verwendung von Android als Betriebssystem aber für jede Variante bestens gerüstet
  2. Ja – ich selber nutze unseren Smart Spiegel als Steuerungseinheit im Wohnbereich für Beschattung und Heizung.

Christian Rüsche, Viega:

  1. Die Digitalisierung ist ein unaufhaltsamer Prozess auf vielen Ebenen. Die Installationstechnik bleibt davon nicht ausgenommen. Im Objektbau ist die Gebäudeautomation in unterschiedlichen Ausprägungen schon längst Standard. Vergleichbar dazu entwickelt sich die Smart Home-Technologie für die Haustechnik im Eigenheim. So kann Energie gespart und gleichzeitig der Komfort gesteigert werden. Viega hat dazu bereits Plug-and-Play-Systeme entwickelt, die sowohl dem Anwender als auch dem Installateur die Realisierung einfach machen. Es stimmt aber: Dass sich noch keine Standards bei Schnittstellen und Protokollen durchgesetzt haben, bremst bislang die Marktdurchdringung. Viega wirkt jedoch aktiv an Allianzen mit, die dieses Problem lösen sollen. Bis dahin nutzen wir die etablierten Übertragungsprotokolle. Für die Datensicherheit gibt es hingegen bereits gute Lösungen und Standards. Also kurz gesagt: Der Smart Home-Kühlschrank, der selbsttätig die fehlenden Nahrungsmittel bestellt, wird wohl ein Hype sein. Die Smart Home-Regelung von Energiegewinnung und -verbrauch im Eigenheim ist jedoch bald der Standard.
  2. Als wir unser eigenes Haus gebaut haben, war Smart Home natürlich ein Thema und ist es bis jetzt. Neben einem KNX-System und WLAN-Steckdosen haben wir außerdem für unsere Fußbodenheizung Fonterra Smart Control von Viega installiert. Als Anwender kann ich mit diesem System sehr einfach raumweise die gewünschte Temperatur bestimmen – auch aus der Ferne über das Smartphone. Die komplexen Abläufe für Komfort und optimale Energieeffizienz sind dabei aber im Hintergrund soweit automatisiert, dass sie den Anwender nicht überfordern. Fonterra Smart Control führt zum Beispiel permanent den hydraulischen Abgleich der Heizkreise analog der tatsächlichen Wärmebedarfe durch. Aus meiner Sicht ist diese Mischung aus Automation und Bedienkomfort ein Paradebeispiel für sinnvolle Smart Home-Anwendungen in der Haustechnik.

 

Mag. Susanne Juza, Herz:

  1. Das Thema Gebäudeleittechnik – zentrale Regelung und Kontrolle - ist bei Großprojekten schon längst zum Standard geworden. Bei Smart Home steht im Vergleich dazu in erster Linie der Komfortgedanke im Vordergrund. Und ja, die intelligente Vernetzung im eigenen Haus, in der eigenen Wohnung wird immer stärker ausgeprägt – vor allem, wenn das System die Verhaltensmuster der Bewohner selbstständig interpretieren kann. Im Heizungs-/Kühlungsbereich hat in diesem Zusammenhang das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert: neue Trends in diesem Bereich sind vor allem Flächenheiz- und kühlsysteme, erneuerbare Energie durch Wärmepumpen - die Schlagworte Energieeinsparung und Klimaschutz. Die Herausforderungen für die Zukunft? Branchenübergreifendes Denken und Entwicklungsprozesse, aber auch neue Vertriebswege und Supportangebote für Kunden sind gefragt.
  2. Smart Home-Elemente verwende ich privat z.B. für die Klimasteuerung, das individuelle Heizen und Kühlen der einzelnen Räumlichkeiten. Gerade wenn man viel unterwegs ist, hat die persönliche Wohlfühlatmosphäre einen besonders hohen Stellenwert. Die Steuerung via App ist da für mich eine optimale Lösung.

 

Ing. Robert H. Friedl, Grohe:

  1. Ich bin überzeugt, dass sich das vernetzte Heim langfristig auch auf einem breiteren Markt durchsetzen wird. Das Thema rückt aus der Highend-Nische heraus und findet seinen Weg in immer mehr Haushalte. Letztlich sind Konsumenten stetig auf der Suche nach smarten Lösungen, die das eigene Zuhause noch sicher gestalten und gleichzeitig konfortabler machen. Nach Alarmanlagen und Heizungen ist es ein logischer Schritt, dass die Entwicklung nun auf weitere Bereiche ausgedehnt wird. Für Anbieter steckt dahinter ein großes Geschäftspotential.
  2. Ja, ich selbst nutze Smart Home-Technik zum Schutz vor Wasserschäden, für die Alarmsicherung und für die Fernsteuerung des Raumklimas. Gerade der erstgenannte Punkt ist ein Beispiel dafür, wie smarte Technologien einem ganz konkreten Konsumentenbedürfnis entgegenkommen: GROHE Sense und GROHE Sense Guard nutzen neueste intelligente Technologien, um das Zuhause vor Wasserschäden zu bewahren.  Im Kern funktionieren die Produkte wie folgt: Sense misst Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit, erkennt Wasseransammlungen und alarmiert, wenn Messwerte ungewöhnlich hoch oder niedrig sind. Sense Guard geht noch einen Schritt weiter: direkt an die Hauptwasserleitung installiert, kann es die Wasserzufuhr automatisch stoppen, wenn beispielsweise eine Leckage entdeckt wurde. Beide Produkte können vom Nutzer über die GROHE ONDUS App überwacht und gesteuert werden.

 

Gerhard Vogel, Wilo:

  1. Die Digitalisierung ist längst in unserer Branche angekommen. Um die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern und mit mehr Sicherheit und Energieeffizienz zu vereinen, wird das sogenannte „intelligente Wohnen“ immer attraktiver. Durch die Vernetzung verschiedener, kommunikationsfähiger Komponenten wird ein komfortables Umfeld geschaffen und der Alltag vereinfacht: individuelle Zeitprofile sparen Energie ein, Tür- und Fenstersensoren sorgen für Sicherheit und das Smartphone warnt, wenn z.B. die Hebeanlage zu verstopfen droht.
  2. Wann in meinem Eigenhaus smarte Produkte Einzug halten werden ist nur noch eine Frage der Zeit.

 

Andrea Leifert, Villeroy & Boch:

  1. Smart Home hält Einzug in alle Lebensbereiche und damit auch in unsere Branche. Verantwortungsvoll eingesetzt, schaffen intelligente Smart-Home-Features mehr Komfort und Freiraum im Badezimmer. So leisten sie zum Beispiel einen wertvoller Beitrag zu selbstbestimmten Wohnen im Alter und einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt. Ein sorgfältiger Umgang mit dem Datenschutz sollte natürlich überall, wo es erforderlich ist, sichergestellt werden. 
  2. In meinem Badezimmer habe ich einen More To See 14 Spiegel von Villeroy & Boch. Unsichtbar in diesem Spiegel integriert ist ein Premium-Soundsystem, mit dem ich über Bluetooth schon morgens meine Lieblingsmusik höre.

 

Michael Holter, Holter:

  1. Wir erleben eine gesellschaftliche und technologische Entwicklung, bei der verschiedene Technologien immer enger zusammenwachsen. Unter dem Begriff "Smart Home" wird noch sehr viel ausprobiert, was technisch machbar ist. Dazu kommt, dass in diesem Bereich so viele unterschiedliche Branchen mitmischen, von der Unterhaltungselektronik über Haushaltsgerätehersteller, Gebäudetechniker, Energiewirtschaft und natürlich auch IT-, Hardware- und Softwareanbieter. Wichtig wird sein, was vom technisch Möglichen die Menschen auch sinnvoll nutzen können und wollen. Da geht es um Alltagserleichterungen, mehr Komfort, Energieersparnis und nicht nur um Entertainment. Hier gibt es in unserem Geschäftsfeld viele Anknüpfungspunkte. Auf jeden Fall wird Smart Home unseren Alltag in den eigenen vier Wänden umkrempeln.
  2. Wir nutzen einige „smarte Helfer“, wie etwa Babyphone, Rasemäher-Roboter, elektronisch gesteuerte Gartenbewässerungsanlage oder Fensterreinigungs-Roboter. Dazu kommen die Steuerung von Heizung und Wärmepumpe, smarte Fitnessgeräte und noch einiges mehr.

 

Horst Danner, holzdiesonne.net:

  1. Letzthin habe ich einen unerheblichen Parkschaden verursacht: Beim rückwärts Einparken hatte ich vergessen, dass unser Firmen-Cinquecento keine Sensoren am Heck hat. Also hat es statt pieps-pieps dann krks-krks gemacht. Was zeigt: Smarte Techniken – also das Zusammenspiel von Sensoren, Steuerungen, Ein- und Ausgabegeräten –  sind enorm nützlich, aber sie fördern nicht unbedingt die Benutzerintelligenz. Weil sie so nützlich sind, werden intelligente Helferlein im Smart Home in den nächsten Jahren sicher einen Höhenflug erleben, sie tun es ja schon heute. Sie dienen der effizienten Energienutzung, erhöhen den Wohnkomfort und räumen sogar Barrieren aus dem Weg. So zum Beispiel durch Sprachsteuerung für Menschen, die motorisch eingeschränkt sind. Themen wie Datensicherheit, Kompatibilität, Schnittstellen und Benutzerfreundlichkeit bieten dabei noch reichlich Futter für unseren Forscher- und Entwicklergeist. Auf manche Errungenschaften werden wir in einiger Zeit wohl auch mit einem Lächeln zurückblicken. Welche das sein werden, wird sich zeigen. Meinerseits können wir etwa gut auf die Körperwaage mit W-LAN-Anbindung verzichten. Wir werden sehen, was alles in das Regal des Das-musste-man-damals-unbedingt-haben gestellt werden wird, gleich neben Tamagotchi, Fidget Spinner und Römertopf
  2. Neben meiner technischen Begeisterung ziehe ich es privat eher puristisch vor. Was mein Haus noch an Energie von außen braucht, erledigt ein Küchenherd mit Zentralheizungsfunktion, bei Stromausfall sogar im Schwerkraftbetrieb. Ein guter alter Sicherheitsschlüssel ist mir lieber als ein Funkschließsystem oder eines mit biometrischer Erkennung, bei meinen PV-Wechselrichtern mache ich in der Früh einen kurzen Funktions-Prüfblick. Auf Rückfahr-Sensoren möchte ich übrigens nicht verzichten.

 

Manfred Stockinger, Kludi:

  1. Natürlich ist  Smart Home im Moment ein Hype, aber keinesfalls überzogen. Die technischen Vorteile in der Überwachung und Regelung des Haushalts überwiegen. Vor allem im Neubau von Einfamilienhäusern wird schon bald kein Weg mehr daran vorbeiführen. Von Produkten die auf „Zuruf“ funktionieren, halte ich noch nicht all zu viel.
  2. Da wir bereits vor einigen Jahren unser Eigenheim gebaut haben, nutzen wir nur punktuell Smart Home Produkte, vor allem im Bereich Energiewirtschaft. Ein richtiges „Smart Home“ ist nur im Neubau und mit einer guten Planung kostentechnisch wirklich gut umsetzbar.

 

Dipl.-Ing. Stephan Wabnegger, Geberit:

  1. Wie bei allen Innovationen und Neuheiten, wird meines Erachtens der Nutzen, gefühlt oder real, über den Erfolg entscheiden. Digitalisierung als Selbstzweck wird sich aus meiner Sicht nicht durchsetzen. Geberit bietet hier mit der Hygienespülung einen echten Nutzen für die Gesundheit jedes Einzelnen, denn stagnierendes Wasser ist eine potentielle Brutstätte für Keime, die Krankheiten verursachen können. Die Hygienespülung stellt den regelmäßigen Wasseraustausch sicher, und verhindert so die Keimbildung. „Smart“ sind auch unsere Dusch-WCs: sie lassen sich per Smartphone-App steuern und die individuellen Einstellungen können gespeichert und z.B. auf Reisen mitgenommen werden.
  2. Neben den oben genannten Produkten aus der Geberit Produktfamilie vertraue ich bei der Heizungs- und Abschattungssteuerung auf digitale Helfer in meinem Haus.

 

Rudolf Donner, Uponor:

  1. Dieser Trend ist aus meiner Sicht nicht aufzuhalten, wenngleich wir uns noch in den „Kinderschuhen“ befinden. Die Vernetzung unterschiedlicher Bereiche wird stetig voranschreiten. Auch die neue Datenschutz-Verordnung wird diese Entwicklung nicht aufhalten, aber im Sinne des Konsumenten sicherer gestalten.
  2. Ja, auch ich habe in meinem Eigenheim „smarte Produkte“, und zwar – wie könnte es anders sein – im Bereich Heizen/Kühlen.

 

Senator Karl Egger, KeKelit:

  1. Dass Smart Home eine immer wichtigere Rolle einnehmen wird liegt klar auf der Hand. Konzernriesen wie z.B. Apple, Google, Amazon oder auch ein bekanntes schwedisches Möbelhaus investieren Unsummen in deren Smart Home Produkte und sorgen durch Beeinflussung für sehr große Nachfrage beim Endverbraucher. Die einheitlichen Standards und die Kompatibilität der verschiedenen Systeme wird in Zukunft eine maßgebliche Rolle spielen, denn um ein Zuhause „Smart“ zu machen, muss die Bedienung möglichst einfach und zentral gehalten werden. Wir haben schon vor Jahren diesen Trend erkannt und einige unserer Systeme mit diversen Schnittstellen ausgestattet, die das Smart Home ermöglichen.
  2. Selbstverständlich ist bei mir zuhause unser System zur Smarten Regelung der Heiz- und Kühlsysteme installiert. Dieses wird wie andere Smart Home Produkte direkt vom „Wallpad“ gesteuert und funktioniert tadellos und bequem.

 

Stefan Ortner, OekoFEN:

  1. Das Thema Smart Home ist aus meiner Sicht eine normale technische Entwicklung und diese wird nicht aufzuhalten sein. Natürlich treibt auch diese Technologie manch skurrile Blüten, aber im Kern geht es darum, den Nutzern von Gebäuden mehr Komfort im Alltag zu ermöglichen, Systeme besser abzustimmen und deren Effizienz zu erhöhen. Einheitliche Standards und die Erhöhung der Datensicherheit sind sicherlich noch herzustellen bzw. zu verbessern. Das ist bei jeder Entwicklung so, dass nach und nach Optimierungen nachzuziehen sind. Hinsichtlich der Standards passiert es ja gerade, dass die großen Player in der KI-Entwicklung, wie Google, Apple, Amazon & Co. versuchen durch ihre Systeme Standards zu etablieren. In Bezug auf die Datensicherheit und -verwendung sollte uns allen bewusst sein, dass wir zwischen kostenlosen Angeboten und Diensten, die zu bezahlen sind, unterscheiden müssen. ÖkoFEN bietet Smart Home Services für das Energiesystem an, aber nur zusammen mit der Investition in eine neue Anlage und es werden keine Nutzerdaten gespeichert. Das gilt nicht für Gratis- bzw. Billigdienste. Für sie gilt eine Weisheit, die es schon vor der Big Data Entwicklung gegeben hat: „Wenn du nichts bezahlst, bist du das Produkt.“ Meiner Meinung nach sollte man sich viel öfter fragen wie derartige Dienste ihr Geld verdienen. Beispiele gibt es genug, viele davon sind auf fast jedem Smartphone zu finden.
  2. In meinem Haus habe ich die gesamte smarte Technik aus dem ÖkoFEN Produktprogramm verbaut. Das Energiesystem selbst ist schon sehr intelligent. Es besteht aus einer PV Anlage, einem Pelletskessel, der auch Strom erzeugen kann und einem Stromspeicher. Das Besondere ist, dass die ÖkoFEN Regelung jederzeit den Wetterbericht für den Standort kennt und sich die Stromerzeugung somit einteilen kann. Kommt Sonnenschein hat der Pelletskessel Pause, denn der Strom kommt von der PV. Andernfalls, wenn es also bewölkt ist und das Haus Strom benötigt, startet der Pelletskessel und versorgt das Haus mit Strom. Das System verfügt über eine App, die Live-Daten anzeigt und einen Vollzugriff auf das Heizsystem erlaubt. Wenn ich meinen alltäglichen Bewegungsradius verlasse, fragt mich die App ob sie das System in den Energiesparmodus schalten soll. Das ist sehr nützlich, wenn ich auf Reisen bin und mehrere Tage niemand im Haus ist. Statistiken und Auswertungen stellt das Online-Portal my.oekofen.info genauso zur Verfügung wie es mich erinnert, wenn die nächste Pelletslieferung zu bestellen ist. Das Neueste in meinem Haus ist eine Testversion der Sprachsteuerung. Damit kann ich häufig verwendete Befehle eingeben und beispielsweise die Raumtemperatur anpassen, die Warmwasserbereitung manuell starten oder beim Weggehen den Energiesparmodus aktivieren. Alexa teilt mir auf Nachfrage aber auch mit wieviel Strom noch im Stromspeicher vorhanden ist.

 

Bernhard Karlsberger, Hansa:

  1. Die grundsätzliche Frage ist, wo beginnt „Smart Home“ in unserer Branche bzw. im Bereich Sanitär. Wenn wir als Einstieg „normale“ berührungslose Armaturen sehen, dann ist „Smart Home“ schon längst nicht mehr wegzudenken. Egal ob im Bad oder Küche, intelligente Produkte werden auch hier mehr und mehr zum Zug kommen, sofern der Endverbraucher einen Mehrwert erkennt. Nur „Blinken und Hupen“ ohne Mehrwert wird bestimmt nicht reichen.
  2. Definitiv! Auch hier möchte ich mich auf den Teilbereich Sanitär beschränken und selbst da gibt es jede Menge „Smart Home“ Produkte bei mir zu finden. Auf der Gästetoilette eine berührungslose Waschtisch-Armatur, im Badezimmer eine Hybrid-Waschtisch-Armatur, in der Dusche ein Duschsystem mit elektronisch gesteuertem und alternierenden Kalt-/Warmwasserprogramm, welches mit einer App individuell programmiert werden kann, auf der Toilette ein Dusch-WC und nicht zuletzt im Keller eine berührungslose Wandarmatur beim Ausgussbecken, welche automatisch die individuell programmierbaren Hygienespülungen durchführt. Hier spannt sich der Bogen vom Standardprodukt HANSAELECTRA bis zur Designklasse von ALESSI by HANSA und unserem Duschsystem HANSAEMOTION mit Wellfit-Button – alle Bereiche sind von „Smart Home“ betroffen.

 

Dr. Martin Hagleitner, Austria Email:

  1. Wir haben uns als Unternehmen dafür entschieden - unaufgeregt - dort in Entwicklung zu investieren, wo die Kunden einen langfristigen Mehrwert spüren. Energiesparen und Komfort sind dabei entscheidende Kriterien. Dabei binden wir neben unseren Kunden auch  solide externe Entwicklungspartner ein;  außerdem nutzen wir die Ressourcen der Groupe Atlantic. Konnektivität sehen wir nicht nur im Wohnbereich sondern auch erweitert beispielweise in Richtung Energieversorger und Netze.
  2. Smart Phone, Smart Tablet, Smarte Regler für Heizung und Küchengeräte und hoffentlich auch den „Hausverstand“ - wo wir schon von „Smart Home“ sprechen.

 

Ing. Gerhard Lang, Honeywell:

  1. Das Thema Smart Home ist mittlerweile für den Endverbraucher gar nicht mehr genau abzugrenzen, da die Anwendungen unter diesem Titel bereits sehr unübersichtlich sind. Mit unseren Smart Home Lösungen von Honeywell möchten wir Installateuren moderne und nachhaltige Möglichkeiten aufzeigen, ihren Kundenkreis zu erweitern und Endverbraucher mit intelligenten und komfortablen Lösungen anzusprechen. Dabei konzentrieren wir uns auf die Bereiche Energieeffizienz und Sicherheit. Wichtig ist für uns dabei immer der Nutzen für den Endverbraucher – dieser liegt in der Möglichkeit mit unseren Produkten einfach und unkompliziert für ein sicheres und intelligentes Zuhause zu sorgen.
  2. Natürlich probiere ich selbst alle Smart Home Produkte von Honeywell auch bei mir Zuhause aus. Das reicht zum Beispiel von einer intelligenten Heizungssteuerung mit dem Raumtemperaturregler T6 über die Sicherheitskamera C2 bis hin zum Wasserleckagesensor W1.

 

Christian Pillwein, Beckhoff:

  1. Ich sehe die aktuelle Marktentwicklung nicht als Hype, sondern als sehr große Chance für Unternehmen, die sich dem Thema gewissenhaft annehmen. Leider ist das Marktsegment noch immer überschattet von vergangenen gescheiterten Versuchen von Unternehmen, die mit unausgereifter Technik Kunden als Probanden verwendet haben. Die bewährte Technik wäre bereits seit Jahrzehnten vorhanden. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Aufklärung interessierter Smart-Home Nutzer über die Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehender Funktionalität seines intelligenten Eigenheims. Hierzu hat ein Unternehmen, das sich auf diesem Markt beweisen will, marketingtechnische Pionierarbeit zu leisten.
  2. Hier wäre noch zu definieren was Smarte Produkte sind! Nach meiner Definition sind das Produkte die eine Bedienung von Immobilien sehr vereinfachen.
    In meinem Eigenheim sind das zum Beispiel
    ·       in ein Gesamtautomationskonzept eingebettete Küchengeräte
    ·       in ein Gesamtautomationskonzept eingebettete Beschattungssteuerung die direkte Sonneneinstrahlung verhindert
    ·       in ein Gesamtautomationskonzept eingebetteter Taster der meine Immobilie in Abwesenheits- oder Urlaubsmodus versetzen kann
    ·       einfache Bedienung von Beleuchtungsszenen
    ·       Energiemanagement

 

Manfred Faustmann, Windhager:

  1. Intelligente bzw. „smarte“ Vernetzung kann aus unserer Sicht Fluch oder Segen sein. Das hängt immer davon ab, wie man diesen Dingen gegenüber grundlegend eingestellt ist - und vor allem: wie man damit umgeht. Nicht alle sehen in der zunehmenden Digitalisierung des Eigenheimes eine Verbesserung ihrer Lebensqualität. Für manche wirkt der Gedanke, sich von künstlicher Intelligenz fremdbestimmen zu lassen, eher abschreckend. Auch gegenüber dem Thema Datensicherheit sind viele skeptisch. Letztendlich kann aber jeder heute und auch zukünftig frei entscheiden, ob und wie sehr sein Eigenheim digital vernetzt werden und wo genau der konkrete individuelle Nutzen liegen soll. Tatsache ist, dass die Nachfrage dahingehend wächst - und so sich die Branche diesem Trend entsprechend stellen wird. Am Weg dorthin sehe ich für die Ausrichtung der künftigen Lösungen auf diesem Gebiet drei wichtige Schwerpunkte: 1. So einfach wie möglich (“keep it simple“) 2. Leicht beherrschbar für die Verbraucherin und den Verbraucher 3. Der “Maßanzug“ für den individuellen Nutzen muss möglichst frei gestaltbar sein.
  2. In meinem Zuhause sind derzeit keine besonderen Smart-Home-Lösungen im Einsatz.

 

Thomas Hagenauer, TECE:

  1. Smart Home ist aus meiner Sicht kein Hype. Meiner Ansicht nach wird SmartHome mittelfristig ein technischer Standard in unseren Wohn- und Arbeitsräumen. Die Klärung noch offener Fragen wie Datensicherheit, Standardisierung von Schnittstellen und Technologien, sowie die einzelnen Teilbereiche, die in eine SmartHome Lösung integriert werden, sind Teil der Evolution dieses Themas in den kommenden Jahren. Aus diesem Grund wird diese Art der Steuer- und Regeltechnik aus unserer Branche nicht mehr wegzudenken sein.
  2. Staubsaugerroboter, die Heizungsanlage und die Warmwasseraufbereitung sind bei mir zuhause bereits in eine SmartHome Lösung integriert. Die Stromversorgung ist ebenfalls mit einer SmartMeter Lösung installiert. Ich blicke mit Interesse der weiteren Entwicklung in diesem Zusammenhang entgegen und sehe dabei einerseits die technischen Möglichkeiten und die damit verbundenen Vorteile; aber natürlich verfolge ich auch mit Interesse die Diskussionen hinsichtlich Datensicherheit, Manipulationsgefahren und anderer Aspekte möglicher Cyberkriminalität.

 

Peter Wimberger, Wimtec:

  1. Ich halte die branchenübergreifende Begeisterung für „Smart Homes“ aktuell für etwas überzogen. Es ist nicht notwendig, jedes Detail im Haus smart, also netzwerkfähig und per App steuerbar zu machen. Dort wo es sinnvoll ist, wo Anwender einen konkreten Nutzen wie mehr Komfort und Sicherheit erreichen, werden sich intelligente und vernetzte Produkte durchsetzen. So auch im Sanitärbereich. Die Entwicklung von „Smart Home“ von der Highend-Nische hin zum Massenmarkt ist allerdings spürbar und wird mittelfristig noch stärker werden.
  2. Ja – dazu zählen unsere eigenen smarten Produkte aus der WimTec OCEAN Serie für Dusche, Waschtisch, WC und Urinal. Ich genieße morgens den Komfort mit nur einem Fingertipp meine gewünschte Wassertemperatur und Strahlart zu haben. Des Weiteren haben wir ein zentral gesteuertes Lichtsystem, eine Wetterstation sowie eine Alarmüberwachung.

 

Helmut Weinwurm, Bosch:

  1. Smart Home ist ein Zukunftsmarkt: der weltweite Smart Home Markt wächst bis 2022 um durchschnittlich 30%. Wir sehen vor allem ein hohes Marktpotential für Smart Home Systeme, die einfach zu installieren und einfach zu bedienen sind und auch als Nachrüstlösung - also ohne Kabel zu verlegen -  verwendet werden können. Wir befinden uns in einem volatilen Markt. Es passiert viel – neue Player kommen, andere verschwinden. Der Smart Home Markt ist sehr vielschichtig und noch in den Kinderschuhen. Wie bei allen noch jungen Märkten ist „der Standard“ in Sachen Smart Home noch nicht absehbar. Bosch möchte den Smart Home Markt mitprägen und formen und ist ein wichtiger und zuverlässiger Player. U.a. ist Bosch führender Innovationstreiber in den Domänen Thermotechnik, Sicherheitstechnik, Elektrowerkzeuge & Garten sowie Hausgeräte. Des Weiteren hat bei Bosch Smart Home Datenschutz und –sicherheit und die damit verbundenen Rechte der Nutzer höchste Priorität, weshalb Bosch Smart Home für ein Maximum an Sicherheit sorgt. Fester Bestandteil ist hierbei, dass wir unsere Sicherheit regelmäßig und intensiv durch externe, unabhängige Institute prüfen und freigeben lassen. Wir schaffen alle Voraussetzungen, die notwendig sind, um unseren Kunden maximale Datensicherheit und Privatsphäre zu gewährleisten.
  2. Ich habe zuhause die Bosch Smart Home Lösung mit Heizungssteuerung, Brandmeldung und Video.

 

Dieter Kraus, Dornbracht:

  1. Es ist ein deutlicher Trend zu „Smart-Home-Lösungen“ feststellbar. Bei Dornbracht verfügen wir über ein umfangreiches Portfolio an smarten Produkten und arbeiten im Smart-Home-Bereich mit mehreren Systemanbietern zusammen. In Bezug auf „einfache Anwendungen“ ist dies aber sicherlich ein Hype; in der Vernetzung von Räumen und gesamten Gebäuden sind die Standards jedoch gesetzt und entwickeln sich nachhaltig. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung im oberen Premiumsegment unserer Branche fortgeführt wird. Zumindest hinsichtlich von Lösungen, die einen hohen Nutzen und Komfort bieten.
  2. In unserem Eigenheim ist ein KNX-System mit einem Homeserver von Gira installiert, über den alle Anwendungen im Haus gesteuert werden – sowohl im Außen- wie auch im Innenbereich. Im Bad verfügen wir natürlich über ein Smart-Set von Dornbracht zur automatischen Befüllung der Badewanne. Darüber hinaus wird mittlerweile auch unsere Heizungsanlage komplett über KNX gesteuert. Ein Komfort, den wir sehr schätzen und nicht mehr missen möchten.

 

Florian Wiemeyer, Oventrop:

  1. SmartHome ist kein überzogener Hype, der Endgebraucher findet immer mehr Gefallen am Thema SmartHome durch günstige Einstiegsmöglichkeiten wie bspw. die Lösungen rund um Alexa von Amazon. In Umfragen zu SmartHome-Anwendungen wird das Thema Raumtemperaturregelung meist unter den Top 3 Antworten genannt. Dies spiegelt sich in unseren Gesprächen auf Messen wider, Oventrop ist daher Alliance Partner von wibutler, einem herstelleroffenen SmartHome-System, welches verschiedene Kommunikations-Standards nutzt.. Unser Funk-Thermostat "R-Tronic RT B" sowie unser Funk-Stellantrieb "Aktor MH Con B" (jeweils S. 1 der pdf unten links) sind bereits mit dem wibutler nutzbar, weitere Produkte folgen. Über Alexa lassen sich Raumtemperaturen bereits per Sprachbefehl ändern. Durch +/- Tasten auf der "R-Tronic" können auch andere Anwendungen wie Licht, Jalousien o.ä. gesteuert werden.
  2. Privat nutze ich bereits seit ca. 4 Jahren ein KNX-System, welches aber in Kürze durch unsere Funk-Thermostate "R-Tronic" ergänzt und durch ein EnOcean-KNX Gateway verknüpft wird. Durch unsere "R-Tronic"-Thermostate kann ich neben der Raumtemperatur auch Raumfeuchte und CO2 zur intelligenten Regelung der KWL nutzen. Ebenso ist die Integration von Alexa geplant.
Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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