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So wird aus Hühnermist Energie

26.06.2018

Jahrelange Forschung macht sich für Binder Energietechnik, ein Unternehmen der österreichischen Herz Gruppe, im wahrsten Sinne bezahlt: Sie machen Hühnermist zu Geld, in dem sie Mastbetrieben helfen: Die Entsorgung des nitrathaltigen Mists entfällt. Stattdessen wird er für die Wärmegewinnung verwendet.

Mit der gewonnen Energie aus Hühnermist werden die Küken in den ersten Lebenswochen gewärmt.
Dank einer patentierten Innovation ermöglicht BINDER Energietechnik nun den wirtschaftlichen und ökologischen Betrieb einer Heizanlage mit Hühnermist als Brennstoff bei gleichzeitig niedrigsten Emissionswerten.

Begonnen hat alles vor drei Jahren im steirischen Bärnbach, als ein FFF-Projekt ins Leben gerufen wurde: Durch die Verbrennung von Hühnermist sollte Energie gewonnen werden. So lautete das Ziel. Heute ist es möglich. Hühnermist und ähnliche organische Brennstoffe machten es den Entwicklern nicht leicht in Bezug auf Emissionen, Abgase und Verteerung der Brennkammer.

„Speziell die Verbrennung von Hühnermist ist dahingehend herausfordernd, da der Brennstoff einen besonders hohen Ascheanteil beinhaltet“, weiß Dr. Morteza Fesharaki, Geschäftsführer der Binder Energietechnik und Mastermind hinter der Entwicklung.

Zum Wärmen der Küken

Drei Forschungsjahre später ist heute in Italien eine Nullserien-Anlage in Italien in Betrieb. Dank einer patentierten Innovation ermöglicht Binder Energietechnik den wirtschaftlichen und ökologischen Betrieb einer Heizanlage mit Hühnermist als Brennstoff bei gleichzeitig niedrigsten Emissionswerten. Die 800 kW-Anlage im Piemont beheizt 5.000 m² Hühnerställe. „Da Küken selbst noch keine Körperwärme speichern können, sollten die Ställe für die Aufzucht in der ersten Lebenswoche der Küken auf 30 bis 32 Grad Celsius aufgeheizt werden. In den nächsten Wochen kann die Temperatur langsam abgesenkt werden. In der fünften Woche brauchen sie aber noch immer Stalltemperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius“, informiert Fesharaki.
Durch das Verbrennen von Hühnermist können die Ausgaben für Primärenergie gesenkt und ein geschlossener Kreislauf erzeugt werden

Richtige Brennstoff-Mischung entscheidend

Damit die Anlage effizient arbeitet, muss neben der Technik auch die Zusammensetzung des Brennstoffs stimmen. Der Hühnermist wird entweder mit Sägespänen, Reisschalen bzw. Stroh vermischt, bevor er verheizt wird. Er muss getrocknet werden und darf lediglich einen Wassergehalt von 20 Prozent haben. Die größte Herausforderung bei diesem Projekt stellt die richtige Mischung an Brennmaterial dar.

 

Autor/in:
Bettina Kreuter
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