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Systemlösungen für Generationen

28.10.2013

Österreichs Population wird immer älter. Doch der Einzelne will von Altern und den damit verbundenen Veränderungen nichts wissen. Das weiß auch Knut Naujoks, Regional Sales Director Central Europe von Hewi. Im Gespräch mit der „Gebäude Installation” erklärt er, warum Barrierefreiheit nicht nur funktional, sondern auch gut gestaltet sein muss.

 

Welche Position nimmt Hewi beim Thema Barrierefreiheit ein?
Für uns sind Komfort und Barrierefreiheit eine Selbstverständlichkeit – deshalb umfassen alle unsere Sanitärsysteme klassische Accessoires, Komfortelemente und komplexe, barrierefreie Produkte. Hewi bietet passende Lösungen für Menschen jeden Alters, die unabhängig von physischen Voraussetzungen nutzbar sind.

Es wird prognostiziert, dass 2050 mehr als eine Million Menschen über 80 Jahre alt sein werden.
Schon jetzt sind über 23 Prozent der Österreicher 60 Jahre oder älter. Die wenigsten können sich vorstellen, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen und institutionelle Pflege in Anspruch zu nehmen. Oder wie es der Architekt Eckhard Feddersen ausdrückt: „Kein Schwein will ins Heim.“ Das Bad ist von besonderer Bedeutung, wenn es darum geht, möglichst lange und selbstständig in der eigenen Wohnung zu leben. Bei Renovierungsmaßnahmen muss an die Entwicklungsfähigkeit des Bades gedacht werden. Produkte, die im Alter Unterstützung bieten, ermöglichen Komfort und Sicherheit schon jetzt. Dies sind beides Aspekte, die auch für junge Familien wichtig sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Duschsitz. Er bietet sicheren Halt für Kinder und Erwachsene; wird er nicht benötigt, kann er raumsparend an die Wand geklappt werden.

Hier sieht Hewi also die Chance, Barrierefreiheit richtig zu verkaufen?
Der Begriff Barrierefreiheit wandelt sich immer mehr. Anfangs fasste man hierunter den Zugang öffentlicher Bereiche für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zusammen. Heute wird Barrierefreiheit viel differenzierter betrachtet, man richtet sich mehr nach den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen. Neben der nach wie vor wichtigen Funktionalität und Nutzbarkeit treten Aspekte wie Komfort und Gestaltung in den Vordergrund. Eine vorauschauende Badplanung ermöglicht die langfristige Nutzung. Ein Bad muss flexibel nutzbar sein – sei es als kinderfreundliches Familienbad, bei einer Sportverletzung oder eben im Alter, das gewisse körperliche Einschränkungen mit sich bringt. Ein gut gestaltetes barrierefreies Produkt unterstützt nicht nur den Nutzer, es integriert sich vollständig in das Badambiente. Uns ist es wichtig, den Fachhandwerker dafür zu sensibilisieren, dass optimale Funktionalität und ästhetische Gestaltung kein Widerspruch sein müssen.

Wie informiert Hewi die Installateure über die Angebote und den Service?
Unsere langjährige Erfahrung und unser Fachwissen geben wir gern weiter. In Österreich fangen wir bereits bei den Nachwuchssanitärplanern an. Wir arbeiten zum Beispiel mit der FH Pinkafeld zusammen und gestalten eine Seminareinheit zum Thema Barrierefreiheit. Unser Vertrieb ist dreistufig aufgebaut und wir organisieren gemeinsam mit dem Großhandel sowie der Innung themenspezifische Schulungen für Architekten, Planer, Installateure. Hierbei geht es nicht nur um passende Produktlösungen, sondern vor allem um Planungsgrundlagen. Extrem kleine Bäder, wie sie vor allem im Siedlungsbau der 1950er- und 1960er-Jahre zu finden sind, erfordern kreative Lösungen. Unsere Trainer erklären nicht nur die normativen Anforderungen, sondern zeigen auch die praktische Umsetzung auf.

Der Installateur ist einer der umfassendsten Berufe. Im Bad soll er auch noch zum Designer werden.
Die Beratungskompetenz in diesem umfassenden Gewerk wird immer wichtiger. Einige mittelständische Installateure haben das bereits erkannt. Wir unterstützen Installateure zum Beispiel mit unserem kostenlosen Planungsservice. Dieser umfasst die Erarbeitung von individuellen und direkt umsetzbaren Ausstattungsplänen – erstellt anhand von Grundrissskizzen und Aufmaßen der Anschlüsse. Praktisch und hilfreich ist auch die Hewi-App. Mit ihr kann der Nutzer eine Produktauswahl nach seinen persönlichen Kriterien treffen und diese z. B. per E-Mail versenden. Eine Übersicht über die wichtigsten Punkte bei der Planung entsprechend der ÖNorm bietet die „Kleine Planungshilfe“ im praktischen Taschenformat. Die österreichischen Normen sind in diesem Bereich übrigens vorbildlich.

Hewi kommt ja aus dem Beschlagbereich ...
Mit dem Türdrücker 111 gelang Hewi 1970 der Durchbruch. 1979 brachte Hewi als eines der ersten europäischen Unternehmen Ausstattungsprodukte für ältere und behinderte Menschen auf den Markt. Seitdem wurde das Thema Barrierefreiheit mit funktionsgerechten und gestalterisch ansprechenden Produkten (Beschlägen und Sanitär) konsequent weiterverfolgt.

Wo sehen Sie Hewi im nächsten Jahr, und wie läuft es wirtschaftlich?
Gut gestaltete, barrierefreie Konzepte gewinnen infolge des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung. Gefragt sind innovative Systemlösungen für Generationen, die sich je nach den Bedürfnissen der
Nutzer von Comfort bis Care skalieren lassen. Mit der Entwicklung von Hewi 2013 sind wir zufrieden und blicken auch dem Jahr 2014 positiv entgegen. Einen Wachstumsmarkt sehen wir im privaten Wohnungsbau, wo wir nächstes Jahr präsenter sein  wollen.

Text heinz schmid, katharina schmid

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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