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Überarbeitung der dreiteiligen ÖNORM bringt neue Anforderungen an Werkstoffe im Trinkwasserbereich

20.09.2012

Österreich ist in der glücklichen Lage, seinen Trinkwasserbedarf zu 99 Prozent durch Grundwasser und Quellenwässer abdecken zu können. Die Qualität von Trinkwasser hängt u.a. von den hygienischen Eigenschaften der Materialien ab, mit denen Wasser beim Transport und bei der Verteilung in Berührung kommt.

Die dreiteilige ÖNORM regelt Anforderungen und Prüfung von Werkstoffen im Trinkwasserbereich und wurde Mitte Juni überarbeitet. Bei der Sicherung der Wasserqualität sind nicht nur die Quellen und Brunnen von Belang, sondern es sind auch die Eigenschaften all jener Materialien, mit denen Trinkwasser beim Transport und bei der Verteilung in Berührung kommt, zu regeln. In der neuen dreiteiligen ÖNORM B 5014 werden für die verschieden Werkstoffgruppen Anforderungen und Prüfungen beschrieben, um eine negative Beeinflussung von Trinkwasser zu verhindern.

Die Norm für die Werkstoffe

Die Überarbeitung der dreiteiligen ÖNORM B 5014 "Sensorische und chemische Anforderungen und Prüfung von Werkstoffen im Trinkwasserbereich" behandelt organische, zementgebundene und - jetzt neu - metallische Werkstoffe.Die Norm ist auf alle Rohrleitungen, Dichtungen, Armaturen, Installationen und Behälter, die mit Trinkwasser, Warm- und Heißwasser in Kontakt kommen, anzuwenden. Eine ergänzende ONR listet jene metallischen Werkstoffe auf, die sich für Trinkwasserrohre eignen. Die mit Wasser in Kontakt kommenden Stoffe dürfen nur solchen Konzentrationen abgeben werden, als es nach allgemeinem Stand der Technik unvermeidbar ist und solange dies nicht die Gesundheit gefährdet und den Geruch oder Geschmack des Wassers nicht verändert.

Klare Methoden, Berichte, Verfahren

Die Überprüfung hat durch eine entsprechend akkreditierte Prüf- und Inspektionsstelle zu erfolgen. Die Norm legt die Anforderungen an die Produkte und deren Ausgangsstoffe sowie die Einsatzbereiche der Werkstoffe, den Inhalt des Prüfberichts und die Verfahren zum Nachweis der Normkonformität fest. Die aktualisierten Dokumente tragen dazu bei, die hohe Qualität des österreichischen Trinkwassers zu erhalten.Dies ist umso wichtiger, da bislang alle Bemühungen, EU-weit einheitliche Vorgaben zu etablieren, gescheitert sind.


Zertifizierung

Mit der neuen ÖNORM B 5014 ist es erstmals möglich, die Trinkwasser-Eignung von Produkten, die in Kontakt mit Trinkwasser kommen, eigenständig - d. h. auch ohne zugehörige Produktregistrierung - zu zertifizieren und registrieren.Diese Registrierung erfolgt durch Austrian Standards plus Certification (AS+C).

Sämtliche Registrierungen finden Sie in der AS+C Zertifikatsdatenbank unter:

http://www.as-plus.at/certification/zertifikatsdatenbank.html

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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