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Vorsicht Leiter!

21.08.2017

Eine aktuelle Unfallstatistik der AUVA zeigt: Die Leiter ist eines der gefährlichsten Arbeitsmittel. Fast jeder 5. Arbeitsunfall damit verursacht schwerwiegende Gesundheitsschäden.

Arbeitsunfälle mit Leitern zählen zu jenen mit den meisten Krankenstandtagen und verursachen hohe Kosten. Österreichweit verzeichnet die AUVA-Unfallstatistik für das Jahr 2016 1.706 anerkannte Arbeitsunfälle mit Leitern. Zwar machten diese Arbeitsunfälle nur 1,9 Prozent von insgesamt 91.248 anerkannten Arbeitsunfällen in Österreich aus, verursachten aber insgesamt 33.534 Krankenstandstage. Während die durchschnittliche Anzahl der Krankenstandstage nach Arbeitsunfällen bei ca. 14,8 Tagen liegt, verursachen Arbeitsunfälle mit Leitern mit durchschnittlich 19,7 Tagen um ca. fünf Tage längere Krankenstände. Die unfallträchtigsten Monate für Arbeitsunfälle mit Leitern sind Juli bis November.

Häufig schwere Verletzungen und hohe Unfallfolgekosten
Im Bereich der AUVA-Landesstelle Wien (Wien, Niederösterreich und Burgenland) gab es im Jahr 2016 insgesamt 678 anerkannte Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Leitern. Die häufigsten Verletzungen sind Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen sowie geschlossene Frakturen (z. B geschlossene Trümmerbrüche). Die am häufigsten betroffenen Körperregionen sind Sprunggelenk, Knie und Fuß. Fast die Hälfte der verunfallten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (45,6 Prozent) war 4 bis 28 Tage arbeitsunfähig.

Österreichweit hat jeder fünfte Arbeitsunfall mit einer Leiter so schwerwiegende Folgen, dass er zu einer Versehrtenrente führt: Voraussetzung dafür ist eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von zumindest 20 Prozent. „Arbeitsunfälle mit Leitern verursachten im Jahr 2015 alleine in Wien, Niederösterreich und Burgenland volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von mehr als 12 Mio. Euro. Das zeigt, dass in der Bewusstseinsbildung beim Umgang mit diesem ‚harmlosen‘ Arbeitsmittel noch einiges zu tun ist“, erklärt Rudolf Silvan, Vorsitzender der AUVA-Landesstelle Wien. „Daher legt die AUVA auch weiterhin einen ihrer Schwerpunkte auf die Prävention von Arbeitsunfällen mit Leitern.“

Top 3 Unfallursachen
Branchenübergreifend lässt sich die Mehrzahl der Leiter-Unfälle auf Fehler bei der Verwendung von Leitern zurückführen; relativ selten sind technische Mängel (z. B. das Brechen einer Sprosse) die Unfallursache. Die häufigsten Fehler liegen in der Auswahl ungeeigneter Leitern (z. B. Stehleiter als Anlegeleiter, zu kurze Leiter), der falschen Aufstellung (z. B. rutschiger Untergrund, zu steiler Anstellwinkel) und Fehler bei der Durchführung von Arbeiten von der Leiter aus (z. B. falsches Schuhwerk, zu große Last in den Händen, Verlust des Gleichgewichts durch seitliches Hinauslehnen). Die unfallträchtigste Tätigkeit ist das Hinauf- und Hinabsteigen der Leiter.

Auswahl der richtigen Leiter 
Je nach Tätigkeit (Umfang der Arbeit, Höhe, Dauer) kann eine Anlegeleiter, Stehleiter oder Mehrzweckleiter sinnvoll sein. Gerüste oder Treppentürme sind Leitern grundsätzlich vorzuziehen.

·         Aus Sicherheitsgründen sollen nur Norm-geprüfte Leitern verwendet werden (z. B. gemäß ÖNORM EN 131, siehe Aufschriften seitlich an den Leitern).

·         Damit die Leiter sicher steht, gilt es, den geeigneten Aufstellort zu finden. Der Untergrund muss sauber, rutschsicher, eben und tragfähig sein.

·         Von einer Leiter aus sollten nur Arbeiten gemacht werden, die in Greifnähe sind. Bei Arbeiten auf der Leiter nie seitlich hinauslehnen.

·         Immer geeignetes Schuhwerk tragen, z. B. Sicherheitsschuhe oder festes geschlossenes Schuhwerk mit Profilsohle, niemals Schuhe mit glatten Sohlen.

·         Nie über die höchste zulässige Standsprosse hinaussteigen (bei Stehleitern: dritte Sprosse von oben; bei Anlegeleitern: vierte Sprosse von oben; bei Haushaltsleitern: die Plattform)

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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