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Wasser wartet…

05.06.2010

„Papier ist geduldig“, heißt es jedenfalls. Da zur Papierherstellung auch eine Menge Wasser von Nöten ist, unterstelle ich diesem Element jetzt einfach  ähnliche Qualitäten. Die Frage ist nur: Wie lange noch?!

„Wasser wartet – was erwartet…“ mit dieser simplen Wortspielerei beginnt einer der Filme von und mit Otto Waalkes (Anm.: „Otto der Außerfriesische“), der mit Umweltschutz, Gesellschaftskritik oder gar Kritik an der Art und Weise wie gewirtschaftet wird nur sehr am Rande zu tun hat. Unabhängig davon wie an den Haaren herbeigezogen dieser Titel nun wirkt, so möchte ich ihn doch einfach zur Überleitung hin zu meiner einleitenden Frage nutzen: Wie geduldig ist Wasser wirklich?

Lange kann es jedenfalls nicht mehr dauern, bis der oftmals zitierte seidenen Faden; und derer Fäden gibt es einige, nicht nur aus ökologischer Sicht reißt. Man betrachte nur kriegerische Auseinandersetzungen, gesellschaftliche Probleme, das degenerieren der Gesprächskultur einhergehend mit Politikern, die die Politik eher als Karrieresprungbrett sehen denn als Chance für die Menschen des jeweiligen Staates etwas zu bewegen, wirtschaftliche Krisen oder einfach generell die globale Entwicklung samt des Klimas rundherum; es wird einem Angst und Bange! Es scheint als hätten wir Menschen verabsäumt zu lernen mit unserer Umgebung so umzugehen, dass auch nachfolgende Generationen noch menschenwürdige Lebensbedingungen vorfinden könnten. Oder haben wir es einfach nur verlernt?

 

Hoffnungsschimmer

Ein immer stärker werdender Trend im Bereich der Managementtools stellt das Gebiet der „Corporate Social Responsibility“ (kurz: CSR) dar, eine Art gutes Gewissen das wieder in die Chefetagen dieser Welt zurück gelangen soll. Jetzt unterstelle ich den Herrschaften im Management nicht automatisch Realitätsverlust kombiniert mit bedingungslosem Gewinnstreben; ich glaube jedoch dass die Vorgaben die im Kleinen gemacht werden (z.B. das gnadenlose erhöhen von Verkaufszahlen sobald die vorgegebene Schwelle erreicht wurde) im Großen genauso exerziert werden. Sprich der Druck der auf Managern wie einfachen Verkäufern lastet ist quasi derselbe. CSR gibt also Vorschläge wie zum rein wirtschaftlichen Denken die Felder „Gesellschaft“ und „Ökologie“ mit einzubeziehen sind um im Sinne der Nachhaltigkeit seine Geschäft gewinnbringend anzulegen.

Im Idealfall passiert dies so, dass mit dem Kerngeschäft auch die „Triple Bottom Line“, also der schon erwähnte dreifache Nutzen (wirtschaftlicher Erfolg, gesellschaftlicher und ökologischer Zusatznutzen) im Sinne der Nachhaltigkeit erreicht wird.

Um hier nicht zu sehr dem wienerische „Sudern“ zu erliegen und um beim Thema „Wassereffizienz“ bzw. dem Umgang mit dieser wertvollen Ressource zu bleiben, legen wir doch den Focus auf eben solche Unternehmen bzw. Unternehmungen.

Diese Vorgaben, also die Verknüpfung von gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten erfüllt das Sanitärunternehmen Hansgrohe mit Sitz in Schiltach/Schwarzwald auf eine höchst erfreuliche Weise. Mit Wassersparenden Duschköpfen beispielsweise schränkt man den Wasserverbrauch deutlich ein. Symposien und Diskussionsrunden zum Thema Wassersparen werden nicht nur gut besucht, sondern auch die Ergebnisse dieser fachlich hochwertigen Events gerne publiziert; nicht nur vom Unternehmen selbst sondern von sämtlichen „Stakeholdern“, also Personen die in irgendeiner Weise mit Hansgrohe zu tun haben. Seien das nun zufriedene Kunden, interessierte Handwerker, Mitarbeiter, Lieferanten, Journalisten; die Liste ließe sich noch fortsetzen! Fakt ist das Themen aufgegriffen werden, die tatsächlich Relevanz besitzen und man so zu Lösungen n kommt, die man einerseits gerne kommuniziert und die andererseits dem Gemeinwohl dienen.

 

Elektrisierend

Ein weiteres interessantes Projekt das im Wasser eingesetzt wird und Energie gewinnt ohne auch nur einen Tropfen Wasser zu verbrauchen ist die „Stromboje“. Diese Boje, die der Stromerzeugung dient, ist ein schwimmendes Wasserkraftwerk. Sie wird in einem Fluss mittels Kette fest verankert und der unter Wasser liegende Teil beherbergt eine Wasserturbine mit Generator. Der erste Prototyp (Rotordurchmesser: 150cm) wurde von Dezember 2006 bis Juni 2008 in der Wachau (Österreich) eingehängt, getestet und anschließend weiterentwickelt. Mit den gewonnenen Erfahrungen wurde seit Juli 2008 in einem von der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) unterstützen Projekt der zweite Prototyp wissenschaftlich erarbeitet. Seit Oktober 2009 schwimmt auch dieser zweite, seriennahe Prototyp in der Donau, und wird bis Juni getestet, verbessert und zur Serienreife entwickelt. Dann wird diese Baugröße 15 kW Nenn- und 30 kW Engpassleistung, und damit einen Jahresertrag von etwa 100.000 kWha erbringen. Ab Herbst 2010 soll die nächste Boje mit 250cm- Rotor, 40 - 80 kW und etwa 250.000 kWha gebaut, eingehängt und getestet werden.

 

No Risk, no fun?!

Dass nicht überall mit dem selben Enthusiasmus am Schutz des (Über)lebenswichtigen Elements gearbeitet wird beweisen Pläne, Öl aus Naturschutzgebieten bzw. naturschutznahen Gebieten zu fördern, oder die aktuelle Pleite von BP im Golf von Mexiko, der wir eine Verschmutzung weit über die Grenzen dieser Regien hinaus verdanken deren Dimension noch nicht einmal absehbar ist!

Nicht zuletzt deshalb ist ein Umdenken in Fragen der Nachhaltigkeit und der ökologischen Sensibilität von Nöten. Denn warum sollten sich Millionen einzelner Bürger bemühen, wenn ein großes Unternehmen eben diese Bemühungen mit nur einem Schlag zunichte macht?! Bemühen sollten wir uns natürlich dennoch, aber es wäre uns doch allen wohler wenn es auch im großen Stile vorgelebt wird, oder?

In diesem Sinne sollten es viel mehr Unternehmen riskieren, ihre Gewinnausschüttungen nicht überzudimensionieren und selbst wenn diese Gewinne erfreulicher Weise überdimensional sind, selbige wenigstens mit gutem Gewissen erwirtschaftet zu haben.

Text: Martin Pechal

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
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