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Gestern. Heute. Morgen.

14.06.2017

Die Gebäude Installation wird von seinen Lesern als verlässliche Quelle geschätzt, wenn es um den Blick in die Zukunft der SHK-Branche geht. Anlässlich des 50jährigen Jubiläums wollen wir diesmal jedoch auch zurückblicken - auf fünf bewegte Jahrzehnte, die wir gemeinsam mit Ihnen erleben durften. Gelungen ist uns diese Zeitreise durch die Unterstützung zahlreicher Branchenexperten. Gemeinsam zeichnen sie ein objektives Stimmungsbild unserer Branche.

Das waren unsere Fragen an die Branchenkenner:

1) Internet, Wirtschaftskrise, technischer Wandel & Co – was hat aus Ihrer Sicht unsere Branchein der Vergangenheit besonders
beeinflusst/
verändert/blockiert/erneuert?

 

2) Was sehen Sie heute als zentrale Herausforderung,
um im verschärften Wettbewerb erfolgreich zu bleiben?

 

3) „Golden Ager/alternde Gesellschaft“, „Smart Home“,
„Nachhaltigkeit“ & Co: Welchen Trend sehen Sie künftig als zentralen Umsatzturbo für unsere Branche?

Mag. Michael Bauer, Laufen:

1) Das Internet beeinflusst die gesamte Wirtschaft und natürlich auch unsere Branche gewaltig. Dabei stehen wir mit Sicherheit erst am Beginn eines großen Veränderungsprozesses, der uns zeigen wird, wie ein grenzenloses Europa aussieht, was freier Warenverkehr tatsächlich bedeutet und wie Preistransparenz wirkt. In diesem Zusammenhang wird es u.a. Veränderungen bei der Kalkulation der Preise geben. Die Diskussion dazu ist längst entfacht und wird ständig weiter angeheizt. Zusätzlich wird die Branche stark von der Konzentration innerhalb der Handelsstufen geprägt. Darauf müssen sich sowohl die Installateure als auch die Hersteller einstellen.

2) Zum Einen gilt es die Kraft dahingehend einzusetzen, Produkte zu entwickeln, die den Puls der Zeit treffen. Sei es durch herausragendes Design und Funktionalität, welche den aktuellen Geschmack der Konsumenten treffen. Sei es in Form von Produkten und Produktvorteilen, die leicht verständlich und für den Handel einfach zu verkaufen sind und sei es nicht zuletzt durch die Sicherstellung von unkomplizierter, schneller Montage für den Installateur. Zum Anderen muss man der großen Herausforderung, die mit der Entwicklung vom Hersteller einzelner Produktgruppen zum Komplettbadanbieter einhergeht, gerecht werden. Eine Verbreiterung der Sortimente bedeutet, dass auch die Qualifikation der Mitarbeiter entsprechend breit sein muss. Es reicht heute längst nicht mehr, in nur einer Produktsparte vom Fach zu sein. Die Mitarbeiter müssen Experten für Keramik, Armaturen, Bade- und Duschwannen, Möbel etc. sein. Umso wichtiger ist es daher, bestehende Mitarbeiter durch Schulungen stetig weiterzubilden sowie hochqualifizierte neue Mitarbeiter einzustellen. Für Laufen als Marktführer von Sanitärkeramik ist es wichtig, eine Vorreiterrolle durch das Setzen von Trends einzunehmen. Wobei klar ist, dass jeder Vorsprung stets nur von kurzer Dauer ist. Es gilt kontinuierlich nach Weiterentwicklung und Verbesserung zu streben.

3) Die sogenannten „Golden Agers“ sind heute eine wichtige und immer noch wachsende Zielgruppe, die in Zukunft eine noch bedeutendere Rolle spielen wird. Eine Gruppe, die sowohl die Zeit als auch das Budget hat, um in ein neues Badezimmer zu investieren. In diesem Zusammenhang gewinnen auch barrierefreie Produkte immer größere Bedeutung – Stichwort Generationenbad. Barrierefreie Bäder vermitteln längst nicht mehr den Charme eines Krankenhauses. Heute sind Lösungen gefragt, die Komfort für jedes Alter bieten und gleichzeitig ästhetisch ansprechen. Ein Laufen-Produkt, das diesem Trend ganzheitlich entspricht, ist das neue Dusch-WC Cleanet Riva. Von Fachseite wie auch von Endverbrauchern gab es dafür bereits hervorragendes Feedback. Es bietet enorme Hygiene-Vorteile und schafft es, die aufwändige Technik in einem kompakten, keramischen Design zu verbergen. Auch Nachhaltigkeit ist zu Recht ein wichtiges Thema. Als Unternehmen, das Produkte für die wertvolle Ressource Wasser herstellt, räumt Laufen dem Umweltschutz einen besonders hohen Stellenwert ein. So geht Laufen auf allen Ebenen der Produktion sparsam mit Energie und Rohstoffen um, etwa durch Nutzung von Abwärme, Massewiederverwertung oder der Entwicklung wassersparender Produkte. Laufen kann als österreichischer Hersteller jedoch noch einen Schritt weitergehen. Die regionale Produktion ermöglicht kürzere Lieferwege, was zusätzlich Ressourcen beim Transport spart.

Beatrix Pollak, Frauenthal:

1) Prägend war hier vor allem das Internet. Hat man früher einfach auf die Empfehlung seines Installateurs Produkte für ein neues Bad oder ein neues Heizsystem einbauen lassen, informieren sich Konsumenten heute ausführlich im Internet. Produkte, Preise und Einbausituationen – alles jederzeit abrufbar. Diese Entwicklung hat auch die Rolle des Großhandels geprägt. Hier setzt man vor allem auf durchdachte Sortimentsgestaltung, herausragende Logistikleistung, persönliche Fachberatung und Ausbildung der Mitarbeiter. Da nun fast jeder Kauf im Internet beginnt, müssen auch die potentiellen Kunden dort abgeholt werden.

2) Wichtig ist vor allem sein Service punktgenau an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Weg vom Gießkannen-System hin zur persönlichen Betreuung. Dazu muss man seine Kunden sehr gut kennen. Genauso wesentlich ist es Konsumenten vom Internet in den stationären Handel und zum Fachhandwerk zu lotsen. Dazu werden die Online-Angebote ausgebaut, die Wichtigkeit der persönlichen Betreuung in den Schauräumen hervorgehoben und auf die Bedeutung des Einbaues durch einen konzessionierten Fachmann hingewiesen.

3) Die Gesellschaft wird immer älter und selbstbestimmtes Wohnen ist ein wichtiges Anliegen. Die Industrie reagierte ja bereits vor Jahren mit passenden Produkten auf diese Tendenz. Das Thema Smart Home kommt nun auch verstärkt im Bad an. Bei Heizungsprodukten sind wir hier schon weiter. Ökologische Produkte sind nicht nur trendy, sondern aus meiner Sicht eine Notwendigkeit. Wasser- und Energiesparen, mit neuen pflegeleichten Oberflächen die Umweltbelastung durch Reinigungsmittel zu reduzieren geht uns alle an. Ein zukunftsfittes Bad wird in Zukunft barrierefrei, smart und nachhaltig sein. Daher sehe ich die Trends nicht isoliert, sondern als sich ergänzend. Ansprechen möchte ich noch das Thema Sanierung. Hier ist noch sehr viel möglich. Die Österreicher haben enorm viel gespart, bekommen aber kaum Zinsen dafür. Hier lohnt die Investition in ein neues Bad oder in ein modernes Heizsystem. Dieses Potenzial müssen wir in Zukunft verstärkt heben.

Dipl.-Ing. Stephan Wabnegger, Geberit:

1) Blickt man weiter in der Geschichte zurück, so wird klar, dass Wasserklosetts und Abwasserleitungen einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung von Krankheiten und somit zur Entwicklung der Gesellschaft geleistet haben. In jüngerer Vergangenheit war unsere Branche von stetigem Wandel geprägt. Geberit hat mit technischen Innovationen wie dem Unterputz-Spülkasten, der Einführung der 2-Mengen-Spültechnik, der Entwicklung der Presstechnologie für Versorgungsleitungen einen Beitrag zur positiven Weiterentwicklung der Branche geleistet. Abgesehen von den technischen Weiterentwicklungen ist vor allem der Bedeutungswandel des Bades von der Nasszelle zur Wohlfühloase maßgebend für unsere Branchenentwicklung. Wir sind überzeugt, dass sich hier Komforttechnologien wie zum Beispiel das Dusch-WC oder besserer Schallschutz durchsetzen werden und sind sehr stolz, auch diese Entwicklungen maßgeblich mitzugestalten.

2) Wir befinden uns in einer schnelllebigen Zeit, die von ständigen Neuerungen und insbesondere der Digitalisierung geprägt ist. Daher ist es aus unserer Sicht wichtiger denn je, ein verlässlicher Partner für das Handwerk zu sein, denn nur gemeinsam können wir die anstehenden Herausforderungen meistern. Für uns war und ist der Mensch vor Ort der Schlüssel zum Erfolg. Zudem wird das Nachhaltigkeitsbewusstsein immer ausgeprägter. Um in diesem Umfeld konkurrenzfähig zu bleiben, sind Anpassungs- und Innovationsfähigkeit gefragter denn je.

3) Wir sehen dem Trend hin zu Smart Home und Nachhaltigkeit sehr positiv entgegen. Schon heute leiten der Nachhaltigkeitsgedanke und die steigende Nachfrage nach intelligenten Lösungen die Innovationen und Neuentwicklungen unserer Branche. Wir bei Geberit sind davon überzeugt, dass Produkte wie Geberit AquaClean Dusch-WCs, die neuerdings sogar mit einer Smartphone App gesteuert werden können, von diesen anhaltenden Trends profitieren werden.

Christian Tröger, Hansgrohe:

1) Nichts ist steter als der Wandel. Jede technische, ökonomische, politische oder auch soziale Entwicklung birgt Risiken, wenn man die neue Situation zu spät erkennt, gar nicht darauf reagiert und einfach an Althergebrachtem festhält. Veränderungen müssen an sich nicht schlecht sein. In jedem neuen Impuls liegen Chancen, die man jedoch aktiv suchen muss. Meinem Empfinden nach haben Internet und Soziale Medien in den letzten Jahren die stärksten Einflüsse gehabt. Jeder Einzelne verfügt über mehr Transparenz und Freiheit bei seinen Kaufentscheidungen. Gerade für unsere Branche ist diese Entwicklung eine besondere Herausforderung. Wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen, daher müssen wir gemeinsam mit unseren Partnern die richtigen Chancen aus dem Megatrend Digitalisierung suchen und für uns alle nutzen. Wir haben die Möglichkeiten der Digitalisierung in unserem neuen Logistikzentrum genutzt, um einen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen. Gleichzeitig liegt es in unserer Hand, via Digitalisierung dem Endverbraucher näher zu kommen, ihn auf unsere Produkte und unsere Handelspartner aufmerksam zu machen, um so gemeinsam das individuell passende Angebot und die richtigen Serviceleistungen zu vermarkten.

2) Die größte Herausforderung sind, meiner Meinung nach, nicht einzelne Trends und Hypes, sondern die Schnelllebigkeit unserer Zeit und die großen Umbrüche. Wir dürfen uns daher nicht auf unseren bisherigen Leistungen ausruhen, sondern müssen uns immer wieder selbst neu (er-)finden und auf unsere Stärken besinnen. Der richtige Mix aus Qualität, Innovation und Service wird – wie bisher auch – über unseren Erfolg entscheiden. Wichtig ist für uns sicherlich die Analyse, wie wir unsere Partner richtig und individuell unterstützen können, beim passenden Produktsortiment angefangen, über die Logistik, Auftragsabwicklung, Kundenberatung bis hin zum After-Sales-Service, dem Marketing und der Kundenbindung. Für mich persönlich bedeutet dies aber auch – trotz aller Technisierung – jeden Partner als Individuum wahrzunehmen. Hierzu zählt ganz besonders ein kundengerechter Service, fundiertes Fachwissen und natürlich der persönliche Kontakt. Das heißt, Vertrauen aufbauen, Fachwissen weitergeben, authentisch und verlässlich sein! Mit unseren innovativen Produkten können wir Kunden begeistern, frei nach dem Motto: „The product is the hero AND the customer is the king!“ (Das Produkt ist der Held UND der Kunde ist König). Wenn dies gelingt, sind unsere zufriedenen Kunden die beste Werbung für unsere Branche.

3) Eines ist sicher: Es wird nicht nur einen Umsatzturbo geben. Alle gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen werden Einfluss auf unsere Branche haben. Wir müssen in alle diese Richtungen denken und die entsprechenden Weichen stellen. Sei es bei den passenden Produktlösungen für die „Golden Ager“, sei es die technische Komplettlösung für den Installateur, um seinen Montageaufwand zu vereinfachen oder der reibungslose Ersatzteilservice. Der einzige Trend, der uns aus meiner Sicht ganz sicher noch mittelfristig tragen wird, ist die Rückbesinnung der Menschen auf ihre eigenen vier Wände, auf das Wohlfühlen und die Sicherheit im eigenen Heim. Die globale Vernetzung, die sich überschlagenden Ereignisse, die über Nacht die Welt verändern, zahlen auf das Bedürfnis ein, es sich zuhause gemütlich zu machen im ganz persönlich gestalteten Umfeld. Und diese, leider negativen, Entwicklungen können wir für unsere Branche positiv umlenken, damit sich unsere potentiellen Kunden zumindest in ihrem privaten Umfeld wohl fühlen.

Mag. Hans-Peter Moser, GC-Gruppe Österreich:

1) Die Wirtschaftskrise ab der Lehman Pleite am 15. September 2008 sorgte in unserer Branche in Teilbereichen sogar zu einer positiven Sonderkonjunktur! Viel Erspartes war vorhanden, Zinsen dafür gab es nicht, der Konsument suchte Investitionsmöglichkeiten. Das Renovierungsgeschäft für Bad und Sanitär lief auch in Zeiten der Wirtschaftskrise sehr stabil. Der Trend zu regenerativen Energieträgern im Heizungsbereich, die gleichzeitig eine nachhaltige Einsparung ermöglichten, veranlasste Endverbraucher zu Investitionen im Bereich Heizung. Alles in allem, waren die letzten Jahre in unserer Branche, verglichen mit anderen, gar nicht so schlecht.

2) Die gemeinsame Anstrengung der gesamten Branche muss es sein, die in Österreich durchaus vorhandene Kaufkraft, in unsere Richtung zu lenken. Die größte Herausforderung ist, es dem Endkunden einfach zu machen und Leistungen und Produkte anzubieten, die uns positiv von anderen Verkaufskanälen (z.B.: Internet) unterscheiden. Bei GC versuchen wir, mittlerweile sehr erfolgreich, mit dem Ausstellungskonzept "elements" in enger Abstimmung mit dem Installateur Frequenz zu erzeugen und damit das Geschäft für uns und unsere Partner anzukurbeln. Unsere Marke Vigour ist einzigartig, Preisvergleiche über das Internet sind nicht möglich. Die Leistung des dreistufigen Vertriebsweges hat ihren Wert.  

3) Leider kommen wir alle nach und nach in die Generation der "Golden Ager". Diese Bevölkerungsgruppe zeichnet aus, dass sie einerseits im Vergleich über eine höhere Kaufkraft verfügen, andererseits aber wesentlich anspruchsvoller in ihrer Erwartungshaltung bezüglich Beratung, Einbau und Produktqualität sind. Der Preis ist regelmäßig nicht das kaufentscheidende Kriterium, weder für das Produkt noch für die Dienstleistung. Zusätzlich steigt das Bewusstsein, dass wir mit unserem Lebensraum sorgsam umgehen müssen kontinuierlich an, oft unterstützt durch die Legislative. So verbietet Niederösterreich in absehbarer Zeit den Einbau von Ölheizungen in Neubauten. Andere werden folgen! Wir haben in der Branche die Expertise für alternative Lösungen sowie die richtigen Produkte und damit unser eigenes Schicksal in der Hand.

Christoph Schütz, HL Hutterer & Lechner:

1) Wir als verhältnismäßig kleines Familienunternehmen haben die Chancen, die uns der offene europäische Markt bietet, genutzt, indem wir nicht nur unsere Produkte, sondern vor allem auch österreichische Installationstechnik und Fachwissen exportieren. Ich bin beruflich viel im Ausland unterwegs und kann daher sagen: keine Angst vor Europa oder Globalisierung: Bei dem hohen qualitativen Standard in Österreich, Hersteller, Handel und Installateure gleichermaßen, brauchen wir uns nicht zu verstecken!

2) Nachhaltige und sinnvolle Entwicklungen am Markt zu erkennen und mitzugestalten. Andererseits nicht jeden Modetrend mitzumachen. Das erfordert allerdings ein offenes Ohr für unsere Partner, Installateure, Großhändler aber auch Fachmedien, um am Puls der Zeit zu sein.

3) Mein Sohn Severin (22 Jahre) hat unlängst seine erste eigene Wohnung bezogen, die wir vorher renoviert haben. Am meisten stolz ist er auf sein (kleines) Badezimmer mit barrierefreier Dusche, Fußbodenheizung, Handtuchheizkörper… Der Trend zum Badezimmer als Wohn- und Wohlfühlbereich gilt aus meiner Sicht daher für ALLE Generationen. Die gemeinsame Aufgabe der Branche ist es, das auch für ALLE leistbar zu machen.

Robert Koller, Duravit:

1) Besonders neue Technologien haben das Badezimmer in den letzten Jahren maßgebend beeinflusst. Bei Duravit denken wir dabei immer vom Nutzer her und akzeptieren keine Technologie um der Technologie willen. Nachhaltig ins stimmige Gesamtdesign integrierte Technologie, die komfortstiftend ist, darum geht es uns. Für feinere Formen hat Duravit beispielsweise den neuen, innovativen Werkstoff DuraCeram® entwickelt, der dünne Wandstärken zulässt und mit Maßgenauigkeit, hoher Festigkeit und edlem Finish überzeugt. Anwendung findet das innovative Material auch bei der c-bonded Technologie: Bei diesem Verfahren wird der Möbelwaschtisch in einem aufwändigen Prozess annähernd nahtlos mit dem Möbelunterbau zusammengefügt. Durch die exakte, passgenaue Verbindungstechnik verschmelzen Keramik und Möbel zu einer Einheit. Auch beim WC haben wir in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt: Sie bekommen bei uns innerhalb des ganzheitlichen Bad-Designs ein modular aufgebautes Programm, vom einfachen WC mit Rimless-Technologie und bester Spülperformance bis hin zum Komfort-WC mit SensoWash-Duschfunktion und integrierter, jetzt nochmals verbesserter Hygieneglasur. So ist etwa das Dusch-WC SensoWash Slim preislich und in der Ausstattung attraktiv, jederzeit lieferbar und passt ab 2017 zu acht unserer Designserien. Mit anderen Worten: Erstmals gibt es das Komfort-WC für alle.

2) Die Herausforderungen sind vielfältig und oft regional spezifisch. Übergreifend ist sicher das zunehmende Fehlen von Komplementär-Anbietern festzustellen. Hier liegt aber auch eine Chance, da die großen Volumenhersteller sich in ihren Sortimenten immer mehr annähern und so die Differenzierungsmerkmale von Marken wie Duravit keinesfalls einschränken. In Bezug auf diese Merkmale steht Duravit für ausgezeichnete Qualität, basierend auf einer 200-jährigen Erfahrungsbasis in der Keramikverarbeitung, nachhaltiges Original-Design und komfortstiftende Technologie.

3) Individualisierung ist das Stichwort, das in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Jeder möchte sein Badezimmer genau auf seine Bedürfnisse im Hinblick auf Design, Funktion und Bedienkomfort einrichten. Und genau diese drei Komponenten sind bei Duravit perfekt aufeinander abgestimmt. Ganzheitlich aus Sicht des Kunden betrachtet, ist bei Duravit das Bad konsequent in vier funktionelle Bereiche (Activity Spots) untergliedert: washing, bathing, showering und toileshing (umfasst die Nutzung von WCs, Urinalen, Bidets und SensoWash® Dusch-WC-Sitzen). Für alle vier Bereiche bietet Duravit Architekten, Innenarchitekten, Handwerkern, Badplanern, Ausstellungsberatern und Nutzern perfekt aufeinander abgestimmte und optimal kombinierbare Produkte in einer konsistenten Designsprache. Duravit bietet in jedem der Bereiche viel Raum für Individualität mit ganz unterschiedlichen Designoptionen, die immer zueinander passen.

Martin Palsa, Grundfos:

1) Vor der Ölpreiskrise in den 1970er Jahren war in unserer Branche der schonende Umgang mit Ressourcen generell noch kein bestimmendes Thema – bei Heizungsumwälzpumpen war Vollgas mit fester Drehzahl, und das rund um die Uhr, quasi Branchen-Standard. Das änderte sich, als Grundfos – seit 1971 auch in Österreich aktiv - die erste Heizungsumwälzpumpe mit integriertem Frequenzumrichter zur Drehzahlregelung vorstellte: Ein Meilenstein in der Pumpentechnik. Später folgten der sehr energieeffiziente Permanentmagnet-Motor und die selbsteinstellende Regelung AutoAdapt. Gerade diese Funktionalität zeigt: Es geht mittlerweile bei Pumpen nicht nur um die Optimierung der Hardware wie der Hydraulik oder des Motors. Wichtiger sind derzeit Fortschritte im Bereich der Automatisierung, Vernetzung und Interaktivität, bei uns laufen diese Entwicklungen unter dem Sammelbegriff der ‚iSolutions‘.

2) Im dicht besetzten Markt für Gebäudetechnik-Pumpen ist ein qualitativ hochwertiges Produkt nur die notwendige Basis, um als Anbieter erfolgreich zu sein. Technik allein reicht aber nicht aus, entscheidend ist ein überzeugender Mehrwert für den Planer, den Installateur und den Endkunden. Nur dann bleiben diese ‚ihrem‘ Hersteller verbunden. Unser Ziel: Alle Marktpartner und Kunden sollen Grundfos als Unternehmen wahrnehmen, das nicht nur hochwertige Produkte offeriert, sondern in allen Aspekten des Produkteinsatzes Unterstützung bietet. In der konkreten Umsetzung heißt das vor allem, dass Technik einfach zu planen, zu installieren und zu warten ist. Das ist durchaus eine Herausforderung für unsere Entwickler: Die sicher weiter zunehmende technische Komplexität eines Pumpensystems – die Ansprüche an Energieeffizienz, Konnektivität, Prozessoptimierung werden ja weiter wachsen! - muss unter einer komfortablen, ergonomisch einfach handhabbaren Oberfläche quasi im Verborgenen ihre Dienste absolvieren.

3) Ich sehe tatsächlich alle genannten Trends als wichtig an. Und das verbindende Querschnitts-Thema ist die digitale Transformation. Dabei bedeutet aus unserer Sicht die Digitalisierung mehr als der reine Einsatz neuer Hardware wie hocheffizienter Motoren, leistungsfähiger Sensoren und flinker Bus-Systeme – wichtiger sind die Analyse und Vernetzung der generierten Daten. Das zeigt sich sehr eindrucksvoll beim Smart Home - intelligente Haustechnik macht das Leben komfortabler. Das wissen auch in Österreich immer mehr Menschen zu schätzen: Der Umsatz im österreichischen Smart Home-Markt soll 2017 etwa 114 Millionen Euro erreichen, für 2021 wird ein Marktvolumen von 422 Millionen Euro prognostiziert; das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von fast 40 %.

Sylvia Schwingenschuh-Trenker, Conform Badmöbel:

1) Tatsächlich könnte man hierzu eine ganze Menge an Faktoren aufzählen. Natürlich an erster Stelle die digitalen Entwicklungen, die in rasender Geschwindigkeit nicht nur unsere Produktions- und Geschäftsprozesse grundlegend verändert haben, sondern auch die Art und Weise, wie wir mit unseren Marktpartnern und Kunden kommunizieren. Internet und technischer Wandel - bei den Features, Werkstoffen aber auch in den Herstellungsverfahren haben den Veränderungsdruck auf Produzenten, Handel und Handwerker enorm verstärkt. Wesentliche Einflüsse sehe ich auch in den sozialen und demografischen Entwicklungen sowie im gesellschaftlichen Wertewandel, der letztendlich zu einem Paradigmenwechsel in Gestaltung und Nutzung des Bades geführt hat. Heute zählen nicht nur Ästhetik, Funktionalität und Komfort bei der Abdeckung des Reinigungsbürfnisses, sondern auch Assets wie Ressourceneffektivität, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Last but not least muss eine Beantwortung Ihrer Frage aber auch die zunehmende Individualisation enthalten, die sich heute als Megatrend manifestiert hat und nicht nur die Produktentwicklungen zentral beeinflusst, sondern uns auch tagtäglich in allen Herstellungprozessen vor neue Herausforderungen stellt.

2) Auf den Punkt gebracht: Flexibilität, Schnelligkeit und eine enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit mit allen Marktpartnern. Selbstverständlich auch innovative, langlebige Produkte mit benutzerfreundlichen Features, die ästhetisch und vor allem auch funktional die alltäglichen Wünsche und Bedürfnisse des Kunden auf die Produktebene übersetzen, die verantwortungsbewusst hergestellt wurden und einfach zu bedienen sind. Aber diese Leistungen beanspruchen wohl alle Marktbegleiter für sich. Also werden sichtbare und spürbare Mehrwerte - sowohl beim Produkt als auch in der Dienstleistung über den nachhaltigen Erfolg bestimmen. Wir haben uns von der Uniformität seriell gefertigter Badmöbel verabschiedet, offerieren heute vielmehr echte österreichische Maßarbeit für individuelle Bäder, die den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt stellt, maßflexibel für kundenspezifische Grundrisse, variabel in den Ausstattungskomponenten und den visuellen Elementen, mit Anschluss an die Zukunft. Gleichzeitig haben wir den Beratungsansatz im Kundendialog weiterentwickelt und bieten unseren Kunden im Großhandel sowie Sanitärfachhandel im Rahmen unserers Partnersystems vielfältige Möglichkeiten, diese Mehrwerte verkaufsfördernd zu kommunizieren. Planung, Visualisierung, exakte Offerte ... alles innerhalb von 24 Stunden. Und: Jede individuelle Badeinrichtung kann schon nach neuen Werktagen geliefert werden!

3) Das Bad wird als Schnittstelle zwischen Mensch und Technik eine so große Rolle spielen wie kaum ein anderer Raum im Haus. Funktionsorientierte Produktentwicklungen, die Privatheit, virtuelle Konnektivität und realen, zwischenmenschlichen Kontakt in Einklang bringen, die es jedem möglich machen, Ordnung ganz nach seinen Wünschen zu organisieren, und dabei sensibel auf das Anderssein jedes Einzelnen eingehen, werden erfolgreich sein. Dabei geht es weniger um spezifische Gestaltungsprinzipien als darum, sinnvolle und bis ins kleinste Detail durchdachte Möglichkeiten zu schaffen – zur gemeinsamen, barrierefreien Nutzung, zur Kommunikation, zum Wohlfühlen. Existentielle Bedürfnisse wie Reinigung und Pflege, Sozialisation sowie Unabhängigkeit und Komfort im Alter, gesundheitsorientierte Bäder, die Themen Licht, Akustik, Multifunktionalität und durchdachte Features werden die Zukunft der Badeinrichtung mitbestimmen. Dabei werden wir uns nicht nur mit der Umsetzung des technisch Möglichen beschäftigen müssen, sondern auch mit dessen Selektion. Was ist langfristig sinnvoll? Wie können wir Multifunktionalität einfach und intuitiv bedienbar machen? Exemplarisch ist hier unser neuer Spiegelschrank Intelio zu nennen. Er vereint Individualität und Multifunktionalität, Simplizität und Sinnhaftigkeit in einem perfekt gestalteten Möbelelement. Produkte, die all diese Ansprüche erfüllen, werden echte Umsatzbringer sein. Aber auch ein bedarfsgerechtes Produktportfolio für Renovierungen - vor allem von Klein- und Kleinstbädern.

Dr. Martin Hagleitner, Austria Email:

1) Die Branche war in den vergangenen Jahren von folgenden Faktoren stark geprägt und betroffen:

*) Reform- und Sanierungsstau

*) Überkapazitäten und Preisverfall

*) Verstärkte Konzentration und Konsolidierung insbesondere beim Großhandel aber auch der Industrie; schneller drehendes Personal Karussell hat die Führungsebene erfasst  

*) Alternative Vertriebs- und Beschaffungskanäle; neue Player und Angreifer von außerhalb der Branche   

*) Technologischer Wandel und Digitalisierung

*) Normenflut  und Veränderung auf europäischer und nationaler Ebene:  von Energieeffizienz, über technische Standards und  Gebäuderichtlinien, Mietrecht bis hin zum Vergabewesen

*) Globale Trends  wie Klimawandel, Alterung der Gesellschaft und neue Wohn-Lebensentwürfe , Migration, politische Konflikte, Finanzkrise und Wertverluste am Sparbuch

2) Patentrezepte gibt es nicht, denn die Unternehmensgrößen, die Angebotspalette , die Kundensegmente und Vertriebswege sowie die geographische Reichweite der einzelnen Betriebe sind kaum vergleichbar. Um den wachsenden Herausforderungen wirksam zu begegnen werden sich aber folgende Faktoren als wesentlich erweisen:

*) Branchenübergreifendes Engagement und „Schulterschluss“, um Endverbrauchern  das Sanieren von Heizung und Warmwasserbereitung aber auch Bädern als beste Wertanlage näher zu bringen. („Besser sanieren als hart Erspartes weiter verlieren“)

*) Konzentration auf die eigenen Stärken und auch die Chancen, welche die massiven Veränderungen mit sich bringen und weniger auf die Probleme und Risiken oder warum es nicht geht.

*) Produktentwicklung und Innovation; rigorose Prüfung der Relevanz von smarten und vernetzten Lösungen ohne dem Hype zu verfallen. Fokus auf den Kundenbedarf beginnend bei Produkt und Design über Beratung, Betreuung und After Sales. Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens und der Branche hinaus. 

*) Vorrang von Verkauf über Wert und spürbare Kundenvorteile anstelle von Preis- und Rabattschlachten.     

*) Robuste und zukunftsorientierte  Führung und die engagierten Mitarbeiter/innen.    

3) Unsere Branche hat oder besser gesagt hätte die besten Voraussetzungen nicht nur von den genannten Zukunftstrends sondern von dem hier und heute vorhandenen Potenzial, dem „Sanierungsschatz“, zu profitieren:

*) Ein überalterter Bestand an Anlagen und steigende Betriebskosten-Belastungen für die Haushalte. Bis zu 90% der Energiekosten bedingt durch Heizung und Warmwasser.

*) Wachsende aber schlecht verzinste Ersparnisse – Sanieren als die beste Veranlagung und echte Alternative zum Sparbuch

*) Wachsende Erkenntnis auch bei der Politik, dass eine Energiewende und die C02 Einsparungsziele  ohne Sanierungsoffensive  im Gebäudebestand scheitern würden.

*) „Zukunftsforum SHL“ als neue gemeinsame Plattform von Installateuren, Großhandel und Industrie 

Christian Rauchfuß, Holter:

1) In den 50 Jahren seit Bestehen dieses Fachmagazins gab es eine Reihe von Einflüssen, die unseren Vertriebsweg und auch unsere Entwicklung als Großhandel maßgeblich und nachhaltig geprägt haben. In den 1970ern, als Ware nach und nach in größerer Anzahl und rascher verfügbar wurde, konnte immer besser die Erfüllung der Kundenbedürfnisse in den Vordergrund gestellt werden.

In den 80ern waren es die Baumärkte, die mit dem Verkauf von Produkten, die vorher nur 3-stufig gehandelt wurden für Aufregung sorgten, in den 90ern der Möbelhandel, der den Lebensraum Badezimmer für sich entdeckt hat. Wir haben mit besseren Bäderausstellungen sowie mit besserer und individuellerer Beratung geantwortet und dabei immer auch die Vorzüge des Fachhandwerkes positioniert.

Besonderen Einfluss hatte natürlich auch das Internet und der damit einsetzende Onlinehandel. Ein Badezimmer ist aber mehr als die Summer verschiedener möglichst günstig erstandener Produkte. Es geht um ein Gesamtpaket, das mit einer Qualitätsoffensive bei Produkten und Serviceleistungen attraktiviert wurde. Im B2B-Bereich haben wir in Sachen Internet früh die Zeichen der Zeit erkannt. Mit unserem Kundenportal „Holter Online“ wurden wir zum Vorreiter in Sachen Bestell- und Lieferservice.

2 & 3) Eine ganz zentrale Herausforderung ist die Digitalisierung, die alle Lebensbereiche und alle Altersgruppen erobert. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie wir unsere Zielgruppen erreichen, beispielsweise den Konsumenten, der Kaufentscheidungen immer häufiger zu Hause trifft. Dazu kommt das sogenannte Smart Living, das etwa in punkto Haustechniksteuerung viel zusätzliches Know-how erfordert. Darin liegt bei einer Lockerung der Gewerbeordnung zugleich aber auch eine große Chance für das Handwerk. Und im Bereich Nachhaltigkeit geht es darum konkurrenzfähige Lösungen für die ökologische Wärme- und Energiegewinnung anbieten zu können.

Mag. Ursula Frey, Kludi:

1) Viele Faktoren haben die Branche beeinflusst und verändert. Zum einen der Preiskampf in Zusammenhang mit dem Internet. Zum anderen natürlich auch die sogenannte „Wirtschaftskrise“: durch diese wurden viele Objekte auf Eis gelegt oder verschoben, da Investoren fehlen.

2) Um weiterhin erfolgreich zu bleiben, wollen wir den Qualitätsstandard „Made in Austria“ halten, den wir aktuell haben. Unser Credo: Wir konzentrieren uns als Armaturen-Spezialist auf das, was wir wirklich können! In einem Markt, in dem viele Hersteller das komplette Bad zum Geschäftsmodell erheben, gibt es einen Platz für den Spezialisten, der sich auf das Kerngeschäft konzentriert. Unsere Zielsetzung um erfolgreich zu bleiben: Höchste Gebrauchsqualität und perfektes Design auf einzigartige Weise vereinen! So erfährt unser Anspruch „Water in Perfection“ nicht nur in den Produkten, sondern auch in allen Dienstleistungen gegenüber unseren Kunden, seinen unverwechselbaren Ausdruck.

3) „Smart Home“ und „Nachhaltigkeit“ werden sicher vermehrt die Branche prägen und beeinflussen. Diesen Trends können wir durch unsere Armaturen gerecht werden, denn die Welt von KLUDI ist die emotionale und funktionale Nutzung von Wasser.

Ing. Christian Hofer, Hoval:

1) Bezüglich neuer Technologien ist der Heizungsmarkt Österreich sicher im europäischen Spitzenfeld. Die Brennwerttechnik war hier schon Standard, bevor sie sich in anderen Märkten etablieren konnte. Bei erneuerbaren Energien ist Österreich gut aufgestellt. Die Heizungsbranche hat Veränderungen von außen (zum Beispiel die Wirtschaftskrise) bisher relativ unbeschadet überstanden. Kaum ein Player ist dem Markt verloren gegangen. Das spricht grundsätzlich für die gesamte Branche, birgt aber die Gefahr, dass zukünftig erforderliche Anpassungen nicht mit der gebotenen Vehemenz umgesetzt werden. 

2) In der Vergangenheit haben wir gemeinsam gewartet, bis der Kunde zu uns gekommen ist. Das wird zukünftig nicht ausreichen. Wir müssen beim Kunden frühzeitig Bedarf an neuen, besseren (komfortablen, energie- und damit kostensparenden) Lösungen wecken. Das wird aber kaum über klassische Werbung sondern nur über neue Wege funktionieren.

3) Die „smarten“ Möglichkeiten, die uns die Vernetzung zukünftig bringen wird, sind ein Trend, der alles andere in den Schatten stellen wird. Die damit einhergehenden Veränderungen, neue (branchenfremde) Wettbewerber, neue Geschäftsmodelle, neue permanente Kommunikation mit unseren Kunden werden unsere Branche in kurzer Zeit mehr verändern als alles, was in den letzten 50 Jahren geschah.    

Ing. Michael Mattes, Bundesinnungsmeister:

1) Nach 44 Jahren als Installateur muss ich feststellen, dass unsere Branche eigentlich alles betroffen hat. Zu Beginn war es der technische Wandel beim Installationsmaterial und Technik, der betriebliche Einsatz von Computern und das Internet. Die ursprüngliche Wirtschaftskrise hat unsere Branche eigentlich bis 2012 beflügelt, jedoch danach getroffen. Gemäß KMU-Forschung ist der Branchenumsatz seit 2012 jährlich um drei bis vier Prozent sinkend und das bei gleicher Anzahl unselbstständig Beschäftigter. Eine weitere Herausforderung ist die Veränderung in der Regeltechnik und das Thema Energieeffizienz. Blockiert wurden wir hauptsächlich durch Bürokratie und politische Unvernunft. Noch eine Anmerkung zu politischen Entscheidungen: Leider ist es so, dass die Meinung aus der Branche als Betroffene an der „Front“ nichts zählt. Die Folgen werden im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz sichtbar.

2) Im verschärften Wettbewerb erfolgreich zu bleiben, kann nur der Trend in Richtung Qualität und Nachhaltigkeit sein. Leider ist hier die Frage, wie lange das durch die Benachteiligung von politischer Unvernunft (Gesetze, Entsenderichtlinie und Förderchaos), sinkendem Wissen und erodierendem Geschäftsergebnis für solide Firmen noch möglich ist.

3) Wie bereits festgestellt, wird Nachhaltigkeit und CO bestehen. Golden Ager ist eine nicht zu vernachlässigende Gruppe und smart home, sowie smart city Schlagworte, die meiner Meinung falsche Vorstellungen bei den Endverbrauchern erzeugen. Hier schließt sich der Kreis  mit politischem Unverständnis und nicht durchgeplanter Richtungsweisung.

Ing. Robert Friedl, Grohe:

1) Es gibt einige Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte, die unsere Branche maßgeblich beeinflußt haben. Ich würde sogar sagen, alle von Ihnen aufgezählten Ereignisse hatten einen Effekt auf die Branche und haben diese zum Umdenken angespornt. Dabei ist der technische Wandel, also die Digitalisierung, bei Weitem der wichtigste Faktor der Veränderung. Digitale Produkte sind der neue Maßstab für zeitgemäße Bäder. Das liegt daran, dass sich die Ansprüche an Bäder und Badausstattungen stark gewandelt haben. Die standardisierte Funktionalität wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr durch den Wunsch nach Individualität, Komfort und intelligenten Technologien abgelöst. Aktuelle Studien belegen, dass Menschen technische Features schätzen, die nicht nur reiner Selbstzweck sind, sondern eher die Lebensqualität erhöhen. Demnach können digitale Produkte im Bad das Wohlbefinden der Nutzer steigern und bieten ihnen dadurch einen deutlichen Mehrwert. Als Brancheninnovator hat GROHE bereits 2008 erste digitale Armaturen eingeführt und hat heute eine Vielzahl von innovativen Lösungen für alle Badbereiche im Sortiment. Ein Beispiel hierfür ist das GROHE Sensia Arena Dusch-WC, welches wir letztes Jahr auf dem Markt gebracht haben. Die äußerst positiven Erfahrungen die wir mit diesem Produkt machen konnten, sowie die sensationellen Absatzzahlen der letzten Monate sprechen dafür, dass der Trend der Digitalisierung unsere Branche auch in den nächsten Jahrzenhnten stark prägen wird.

2) Sich auf seine Stärken zu konzentrieren und dem Kunden den Nutzen der eigenen Produkte/Leistungen klar zu vermitteln, mit anderen Worten „die Profilierung des eigenen Geschäftsmodells“. Die zentrale Frage ist hier also nicht nur „Wie kann ich auf die Bedürfnisse meines Kunden bestens eingehen?“, sondern auch „Wie kommuniziere ich dem Kunden den Nutzen und den Mehrwert meiner Produkte/Leistungen am Besten?“. Dies gilt übrigens nicht nur für den Hersteller, sondern auch für den Großhändler und den Installateur.

3) Diese drei Trends sind durchaus in Verbindung zu betrachten, nämlich nachhaltige Produkte die den Komfort und die Individualität für alle Generationen steigern und sich dabei in die digitalisierte Smart Home Welt integrieren. Innovative Produkte verbinden diese drei Themen und bringen dadurch einen eindeutigen Merhwert für den Endkunden. Dies sind die wahren Umsatztreiber der Zukunft.

Peter Wimberger, Wimtec:

1) Computersysteme sind aus der Haustechnik heutzutage nicht mehr wegzudenken. Gerade hier hat die fortschreitende Digitalisierung enorme Veränderungen bewirkt. Nehmen wir das Handwerk als Beispiel: Vereinfacht gesagt musste ein Installateur früher nur Rohre verlegen können – heute kommen viele neue Anforderungen hinzu. Der Wandel betrifft aber auch die Hersteller. Aspekte wie Energieeffizienz oder Hygiene stehen im Mittelpunkt. Digitalisierung hilft dabei, die richtigen Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

2) Innovation bildet den zentralen Motor, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Mit den Lohnkosten werden wir die östlichen Länder nicht schlagen können. Dafür aber mit Produkten, die Nutzen schaffen. Die Digitalisierung muss mit Weitsicht und Verstand erfolgen, denn sonst bringt sie für den Anwender keine Vorteile. Nutzenbringende Produkte setzen eine entsprechende Forschungs- und Entwicklungsarbeit voraus.

3) Lösungen, die auch im Alter ein selbstbestimmtes Wohnen unterstützen, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dazu zählt zum Beispiel eine intuitive Bedienung der Armaturen mittels Handbewegung oder Fingertipp. Auch das Thema Gesundheit wird in Zukunft einer der wichtigsten Umsatztreiber bleiben, weshalb wir die Verantwortung für unser Wasser als große Chance wahrnehmen. Die Bedeutung der Trinkwasserhygiene wächst stetig. Damit auch die Nachfrage nach Lösungen wie intelligenten Armaturen, die zum Erhalt der Wasserqualität beitragen. Unterstützt wird das durch die zunehmende Vernetzung dieser Armaturen, wodurch eine umfassende Dokumentation von Spülvorgängen ermöglicht wird.

Mag. Thomas Stadlhofer, ÖAG:

1) Natürlich haben alle diese Faktoren unsere Branche in der Vergangenheit beeinflusst. Ein B2B Online-Shop ist auch im Großhandel nicht mehr wegzudenken und der Umsatz im E-Commerce steigt von Jahr zu Jahr. Durch die Wachstumsblockade der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 durchlebte die Branche magere Zeiten und es entwickelte sich ein beinharter Wettkampf um Markanteile. Nach Jahren der „jeder kämpft für sich“ Mentalität sehen wir aber nun eine neue Entwicklung im Großhandel. Eine Konsolidierung findet statt. Vorhandene Stärken werden weiter ausgebaut und im Hintergrund kosteneffiziente Abläufe entwickelt. Ich bin davon überzeugt, dass von dieser positiven Entwicklung am Ende alle profitieren.

2) Wir müssen den Installateur ins Boot holen und uns gemeinsam mit Serviceleistungen in Richtung Endkunden differenzieren. Unsere zentrale Aufgabe als Großhändler besteht darin logistische Leistungen wie Liefergeschwindigkeit und Verfügbarkeit sowie hervorragende persönliche Betreuung durch den Außendienst und Telefonverkauf sicherzustellen.  Aber auch die Bereitstellung einer schlagkräftigen Abholinfrastruktur für die Ad-Hoc-Versorgung ist hier ein besonderes Asset. Der Endkunde muss sowohl die Beratung durch den Großhandel, als auch die Services des Installateurs als echten Mehrwert erleben, der dem Preisvergleich im Internet auf jeden Fall Stand hält.

3) Baufinanzierungen sind derzeit so günstig wie kaum jemals zuvor. Davon profitieren wir genauso wie von der hohen Nachfrage nach Wohnraum und einem aktuell besonders ausgeprägten Bedarf an neuen Sanitärprodukten als Ersatz für alte. Zusätzlich wirkt sich die steigende Nachfrage nach altersgerechten und barrierefreien Badezimmern positiv auf den Sanitärumsatz aus. Der Trend zu Sanierung und Modernisierung wird anhalten. Das größte Potential sehen wir aber im Bereich Energie. Bis zum Jahr 2020 soll in Österreich die Energieeffizienz um 20% verbessert werden. Bei unserem Energie Experten Forum im Jänner präsentierte die Monitoringstelle Energieeffizienz eine bemerkenswerte Statistik: So zeigen die ersten Überprüfungen, dass ein Großteil aller eingemeldeten Energieeinsparungen mit Hilfe effizienter Heizsysteme erzielt wird. Mit unserer strategischen Ausrichtung befinden wir uns auf dem absolut richtigen Weg.

Ing. Manfred Faustmann, Windhager:

1) Als eines der traditionsreichsten Unternehmen der Heizungsbranche hat Windhager alle Meilensteine der letzten 50 Jahre hautnah miterlebt und zum Teil auch mitgeprägt. Waren vor 50 Jahren noch einfache Öfen und Etagenkessel für Öl, Kohle und Koks Standard beim Heizen, so sind es heute vollautomatische Zentralheizungslösungen, die unvergleichbar komfortabler, vor allem aber energiesparender und umweltfreundlicher funktionieren. Nicht mehr fossile Brennstoffe, sondern erneuerbare Energien stehen heute in der Gunst der Heizungsbetreiber ganz oben. Ein wesentlicher Anstoß für diese Entwicklung war aus unserer Sicht das über die Jahre wachsende Energie- und Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft, welches Ende der 90er an Dynamik zugelegt hat. Ein wichtiger Meilenstein wurde damals mit der Einführung der ersten Holzpellets-Heizung gelegt. Erstmals war es damit möglich, den umweltfreundlichen Brennstoff Holz vollautomatisch und ähnlich komfortabel wie Öl zum Heizen zu nutzen. Windhager zählt zu den Pionieren in dieser Technologie und konnte mit dem Pelletskessel PMX neue Maßstäbe bei Bedienkomfort und Betriebssicherheit sowie bei der Energieeffizienz setzten. Darüber hinaus haben auch die wachsende Digitalisierung und das Internet die Heiztechnik grundlegend verändert. Vor allem regelungstechnisch hat sich hier sehr viel getan. Die neuen, Regelungs-Systeme machen das Heizen für den Betreiber wesentlich transparenter und einfacher. Wirtschaftlich gesehen hat sich für uns vor allem der EU Beitritt 1995 sehr positiv ausgewirkt. Mit der Vereinfachung der Markteintritte in Europa konnten wir unsere Exporte auf mittlerweile 60 Prozent unserer gesamten Produktion steigern. In der Biomasse hat die weltweite Spitzen-Kompetenz der unterschiedlichen Anbieter praktisch direkt “vor der Haustüre“ in einer Region von wenigen 100 Kilometern ihren Ausgangspunkt genommen. Dabei gilt für Windhager seit 1921: “Feuer ist nur ein Wort – aber was für ein Gefühl“. Mit dem steigenden Bedürfnis nach Wohlbefinden und Behaglichkeit als Gegenpol zu einer immer schneller und seichter werdenden Zeit sehen wir die Biomasse heute aktueller als je zuvor.

2) Den Grundstein für den anhaltenden Erfolg von Windhager legen seit eh und je die Installateure und Heizungsbauer, die weitgehend unabhängig von den jeweiligen Markt- und Nachfrage-Trends ihr Geschäft mit uns aktiv und aus eigener Kraft entwickeln.  So haben zum Beispiel auch 2016 in Österreich wieder 162 Installateure ihr Geschäft mit Windhager und Biomasse gegenüber dem Jahr davor mindestens verdoppelt - und die große Mehrheit dabei im interessanten Volumen-Bereich. Der Erfolg dieser Installateure ist gleichzeitig unser Erfolg - und umgekehrt. Als zentrale Herausforderung für den zukünftigen Erfolg sehe ich also die tägliche Praxis im Tagesgeschäft, gemeinsam mit unseren Partnern mit Kompetenz die bestmöglichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, um aus eigener Kraft und unabhängig von den jeweiligen Trends für den nachhaltigen Erfolg mit Biomasse zu sorgen.

3) Das Thema Digitalisierung wird uns sicher in Zukunft noch stärker beschäftigen. Darüber hinaus sehen wir uns mit einem wachsenden Nachhaltigkeits- und Sicherheits-Bewusstsein sowie mit einem Bedürfnis nach Wohlbefinden und Behaglichkeit in unserer Gesellschaft konfrontiert. Das trifft grundsätzlich auf all alle Alters-Gruppen und Bevölkerungsschickten zu. Der Kunde wünscht sich zunehmends moderne Lösungen, die auch einfach und sicher zu bedienen sind – und gleichzeitig die Behaglichkeit und das Wohlbefinden steigern. Als zentralen Umsatz-Turbo sehe ich die Fähigkeit aller involvierten Branchen-Teilnehmer, diese oft auch widersprüchlichen Zielsetzungen und Rahmenbedingungen auf einen guten und wirkungsvollen gemeinsamen Nenner zum Nutzen unserer Kunden und Heizungsbetreiber und -Innen zu bringen.

Wolfgang Penker, Polypex:

1) Die zwei größten Umbrüche der letzten Jahre sind sicherlich die Auslagerung der Produktionsstätten vieler Industrieunternehmen in Billigländer und der zusätzliche Direktvertrieb über den Onlinehandel. Diese maßgeblichen Veränderungen haben den Preisdruck in der gesamten Branche stark erhöht. Durch diesen Wandel ist es aus meiner Sicht für die Handwerksunternehmen umso wichtiger, den Fokus noch mehr auf die Qualität der Arbeitsleistung und den Verbau von hochwertigen Produkte zu legen. An dieser Stelle möchte ich auch eine Lanze für den Installateur brechen: Es ist ein enormes Wissen über Produkte und geltende Normen notwendig um aus den mehr oder weniger komplexen Einzelprodukten der Markenindustrie maßgeschneiderte Gesamtlösungen für den Kunden – egal ob Privat oder öffentliche Hand – zu kreieren. Meinen Respekt dafür!

2) In erster Linie geht es darum, individuell auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden einzugehen ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen. Ohne Zweifel ein schwieriger Spagat den es hier zu meistern gilt. Im Moment arbeiten wir an einigen Neuentwicklungen, die genau diesem Anforderungsprofil entsprechen. Die ersten fertigen Produktkonzepte sind unsere individuell bedruckbaren Rückwandsysteme und die neuen Wannenverkleidungen, die wir mit unserer neuen Lasertechnik nach den persönlichen Designwünschen des Kunden fertigen können. Auf der Energiesparmesse Wels haben wir diese Neuheiten bereits einem breiten Publikum präsentiert.

3) Hier sehe ich zwei große Themen auf uns zukommen. Zum einen ist es die Demographie die im Badbereich den Fokus noch stärker auf altersgerechte Bäder lenken wird. Zum anderen rückt das Thema Nachhaltigkeit und Ökologie immer mehr in den Fokus der Konsumenten. Hier können wir mit der Qualität und damit verbundenen Langlebigkeit unserer Produkte und dem Produktionsstandort Österreich punkten. Aufgrund der bei uns geltenden Normen und Richtlinien in punkto Umweltfreundlichkeit sowie kurzer Transportwege sind wir hier für die Zukunft auf alle Fälle sehr gut aufgestellt.

Peter Huber, Viessmann:

1) Der sensible Umgang mit fossilen Ressourcen und der Energiethematik im Allgemeinen, war in den letzten Jahren der treibende Faktor für unsere Geschäftsentwicklung. Architektur, Materialauswahl und Bauweise von Gebäuden haben immer höhere Anforderungen an die Heizungstechnik und deren Komponenten ausgelöst. Geopolitische Klimaziele haben Energie sparende und effiziente Technologieentwicklungen forciert.

2) Digitalisierung, Digitalisierung und nochmals Digitalisierung in Kombination mit neuen Dienstleistungsangeboten im Bereich Heizung und Klimatechnik werden die Erfolgsfaktoren für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sein. Dies beantwortet sinngemäß auch die Frage drei. Unternehmen, denen es gelingen wird vernetzte, digitale Systeme im Markt zu implementieren, werden ein entsprechendes Wachstum erfahren und am Markt an Bedeutung zulegen.

Gerhard Vogel, Wilo:

1) Wir von Wilo haben sieben Megatrends definiert, die in der Vergangenheit aber insbesondere in der Zukunft eine besondere Herausforderung darstellen. Diese Megatrends sind Wassermangel, Globalisierung, Klimawandel, Digitalisierung und technischer Fortschritt, Energieknappheit, Urbanisierung. Wir müssen und werden uns diesen Herausforderungen stellen um unsere Bedeutung im globalen Pumpenmarkt zu festigen. Für den lokalen Markt in Österreich zeigt sich, dass Internet und die Digitalisierung sowie die Notwendigkeit von hocheffizienten Produkten einen enormen technischen Wandel gebracht haben. Innovation und hohe Ingenieurskunst sind heute gefragt, wenn man als Premiummarke am Markt erfolgreich sein will.

2) Die Top-Produkte werden hinsichtlich ihrer technischen Features immer sehr ähnlich sein. Daher ist ein etwaiger Wettbewerbsvorteil bei Produktfeatures nur kurzlebig, eben bis der Wettbewerb nachgezogen hat. Die zentrale Herausforderung ist aus unserer Sicht die Sicherstellung einer persönlichen Dienstleistung und Hilfestellung vor, während und nach dem Kauf des Produkts. Damit kann man sich als Produktlieferant unterscheiden und eine nachhaltige Kundenbeziehung sicher stellen. Service und persönliche Kundenbetreuung sind die verkaufsentscheidenden Argumente der Zukunft.

Alfred & MMag. Christina Eder, Eder-Heizung:

1) Aus unserer Sicht sind sowohl Wirtschaftskrise und Globalisierung, als auch der technische Wandel und das Internet treibende Faktoren, die unsere Branche in der Vergangenheit beeinflusst haben. Durch die starke Globalisierung der 00er Jahre und die darauffolgende viel zitierte Wirtschaftskrise wurden österreichische Unternehmen, die viele Jahre lang mit kontinuierlichem Wirtschaftswachstum verwöhnt waren, auf einmal mit einem ungewohnten und stagnierenden Umfeld konfrontiert. Dies führte dazu, dass unternehmensintern Vieles überdacht werden musste. Arbeitet man effizient? Arbeitet man strukturiert? Wenn sich der Wettbewerb verbreitert, muss man sich hinterfragen und gegebenenfalls verändern. Dadurch erwachsen aber gleichzeitig auch neue Chancen, vor allem im Export. Auch der technische Wandel hat große Veränderungen gebracht. Umweltkatastrophen und Unfälle, Tschernobyl, Deep Water Horizon und Fukushima – nur um die bekanntesten zu nennen – haben grade am europäischen Kontinent in vielen Regionen ein Bewusstsein geschaffen, über Alternativen nachzudenken und haben die technologische Entwicklung von nachhaltigen und erneuerbaren Energieformen stark angetrieben. Last but not least, das Internet – DER Veränderungsfaktor schlechthin seit der Jahrtausendwende. Das Internet schafft mehr Transparenz und Information beim Konsumenten, mehr Vergleichbarkeit aber dafür eine überdimensional größere Reichweite. Die Welt ist näher zusammengerückt und durch die globale Kommunikation wesentlich kleiner geworden. Jeder dieser Faktoren hat Licht- und Schattenseiten und all diese Aspekte haben die Branche verändert – und letztendlich auch vorangetrieben.

2) Heutzutage gibt es in unseren Augen drei elementare Erfolgsfaktoren: es ist nicht mehr unbedingt die Größe eines Unternehmens entscheidend, aber Schnelligkeit, Kundennähe und persönlicher Charakter. Das wichtigste ist, schnell auf Veränderungen zu reagieren, denn die Welt und ihre Bedürfnisse ändern sich ununterbrochen. Wer sich hier zu lange Zeit lässt, bleibt auf der Strecke. Schnelligkeit hilft jedoch nicht, wenn man keinen guten Kundenkontakt pflegt. Es ist wichtig, seine Kunden zu kennen und zu wissen, wo man sie erreichen kann – und für sie erreichbar zu sein. Dazu braucht es einerseits ein kompetentes Vertriebsteam und andererseits einen Medienmix aus klassischen und neuen Medien, der umfassend betreut und immer aktuell gehalten wird. An dritter Stelle steht der Charakter des Unternehmens. Denn trotz all der Schnelllebigkeit und Flexibilität, die gefordert ist, ist es wichtig, sich selbst und seinen Werten treu zu bleiben. Wer diese drei Eckpfeiler gut in seiner Strategie ausbalanciert, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf der sicheren Seite.

3) Ein Faktor, der sich vielleicht wie kein anderer auf unsere Branche auswirkt, jedoch zumeist unberechenbar ist, ist die Weltpolitik. Die Ereignisse, die „draußen“ passieren, haben einen direkten und unmittelbaren Einfluss auf das, was bei uns „drinnen“ passiert. Abgesehen davon, sind die Golden Agers bzw. die alternde Gesellschaft in unserer Branche sicherlich ein großes Thema. Diese Generation hat Zeit und Geld und investiert – im Gegensatz zu vielen Jungen – gerne in Sicherheit, Komfort und Nachhaltigkeit. Die Generation 50+ kauft tendenziell langfristig und achtet insbesondere bei Investitionsgütern auch auf Qualität. Sie wollen Bequemlichkeit, aber auch jung und modern sein – wo Smart Home sicherlich auch verstärkt zum Thema wird.

Markus Nachtmann, BWT:

1) Die großen Veränderungen, die seit Ende der 60er Jahre die Gesellschaft erfasst haben, haben natürlich auch die Branche maßgeblich beeinflusst. Die großen Krisen sind aber ebenso ausgeblieben wie der totale Hype. Das ist nach meiner Ansicht zwei Besonderheiten unserer Branche zuzuschreiben:

*) der Ausrichtung auf Produkte, die als Investitionsgüter über viele Jahre hinweg solide funktionieren müssen, womit Experimente und Schnelllebigkeit zugunsten der Qualität und Nachhaltigkeit das Nachsehen haben

*) der engen regionalen Zusammenarbeit und gesamtheitlich fairen und professionellen Partnerschaft der handelnden Personen, wo sich Handwerk und Handel, Industrie und Planer und natürlich auch die Fachpresse auf Augenhöhe begegnen. Man könnte auch sagen, es wird durchwegs mit Weitsicht gearbeitet und wir haben ein total menschenbezogenes Geschäft.

2) Eine zentrale Herausforderung ist, dem verschärften Wettbewerb der alternativen Angebote und Vertriebswege als Branche und als Unternehmen zu begegnen, indem wir die gesamte Customer Journey in den Fokus nehmen. Daraufhin müssen wir unsere Prozessketten weiter optimieren, sprich, die Kräfte noch mehr bündeln, uns auf die jeweiligen Stärken konzentrieren. Im Wettbewerb müssen wir Doppelgleisigkeiten, Medienbrüche und kritische Kaufhindernisse entsorgen und unsere Touchpoints, die vielfach einzigartig sind, besser nutzen. Strengere Regulative zB im Trink- und Heizungswasser sollten wir nicht als Blockaden sehen, sondern als Chancen zur Abgrenzung von alternativen Vertriebsformen. Wir müssen als Anbieter und auch als Arbeitgeber attraktiv für die besten Leute sein, das heißt sowohl selbst in Ausbildung und Forschung investieren als auch die gesellschaftliche Relevanz unserer Produkte und Dienstleistungen lauter in die Welt posaunen.

3) Als BWT bedienen wir die drei Megatrends - Genießen, Schützen, Sparen - die wir zum Konsumenten höchst emotional verpackt transportieren. Der Mensch will heute - und noch mehr in der Zukunft - im täglichen Umgang mit dem Lebensmittel Nummer 1 höchste Wasserqualität genießen können, dabei seine Gesundheit und auch seine Investitionen in die Wohnumgebung bestens geschützt wissen und Geld und Energie sparen - für sich und den blauen Planeten. Was unserer Branche noch fehlt und selten diskutiert wird, sind große, begehrenswerte Marken. BWT investiert daher nicht nur in Mitarbeiter, Forschung, Produktionsstätten und Produkte, sondern engagiert sich auch immens für eine ganzjährige internationale Markenpräsenz. Eine Marke schafft Vertrauen, gibt ein Leistungsversprechen beim Kunden ab und bündelt die Vermarktungsaktivitäten von Industrie, Handel und Handwerk. Das kann der Konsument schon heute bei den BWT Trinkwasser-Profis erleben, ein Netzwerk, das mittlerweile im D/A/CH Raum mehr als 2500 Installateur-Betriebe umfasst. Das lässt uns zuversichtlich und bestens vorbereitet in eine spannende Zukunft mit unseren Partnern blicken.

Bernhard Karlsberger, Hansa:

1) Ohne Zweifel hat das Internet am meisten die gesamte Welt die letzten 2 ½ Jahrzehnte beeinflusst und verändert und hat natürlich auch nicht vor der SHK Branche Halt gemacht. Und die Geschwindigkeit der Veränderungen wird sich in diesem Bereich noch drastisch erhöhen. Die Technik hat sich aber nicht nur im Bereich der Kommunikation entwickelt, auch in der Sanitärbranche gab es viele Meilensteine in den letzten Jahrzehnten, man denke nur an die früheren „Kolbenmischer“ die sich heute zu hochmodernen elektronischen Armaturen entwickelt haben, die mittlerweile auch mit einer App zu steuern sind, um nur ein Beispiel zu nennen. Zweifelsohne hat auch die „EURO-Krise“ in 2014/2015 unsere Branche aufleben lassen. Viele Konsumenten waren verunsichert und haben für später geplante Investitionen vorgezogen, weil die Angst der Geldentwertung sehr hoch war. Davon konnte die SHK-Branche profitieren, da sehr viel in BAD-Renovation investiert wurde.

2) Ich denke, dass der Kunde heute sehr genau wissen will, mit welchen Produkten von welchem Hersteller er es zu tun haben will. Daher werden werteorientierte Unternehmen an Bedeutung gewinnen und jene, die nur noch den Profit im Visier haben, sich jedoch keine Gedanken zum Thema Umwelt und Wertschöpfung in Europa machen, werden an Terrain verlieren. Die große Herausforderung wird sein, dem Konsumenten diese Werte glaubwürdig zu vermitteln und hier ist zu den elektronischen Medien (Soziale Netzwerke, Internet, Homepage,…)auch der Installateur mit seinen Erfahrungswerten zu den Produkten ein wichtiger „Wissensvermittler“ für den Konsumenten.

3) Nachhaltige, sichere, umweltfreundliche und energie- und wassersparende Produkte werden weiterhin für positive Entwicklungen sorgen und wir müssen auch der demographischen Entwicklung nachkommen. Die Menschen werden immer älter und auch hier sehe ich für dieses Segment mit „smarten Produkten“  große Potentiale für die Zukunft. Und die Branche muss sich schneller mit den neuen Medien vertraut machen, denn die digitale Welt ist auch im Badezimmer angekommen!

Andreas Kamptner, SFA Sanibroy:

1) Ich sehe an sich die Wirtschaftskrise, deren Ausläufer wir ja bis heute spüren, als für unsere Branche eher positive Entwicklung. Denn die Krise hat dazu beigetragen, dass die Menschen nicht mehr auf ihr Sparbuch einzahlten, sondern lieber in ihre eigenen vier Wände investierten. Und davon konnten wir von Sanibroy ganz besonders profitieren, da unsere Produkte klassische Sanierungsprodukte sind. Eine weitere Entwicklung, die unsere Branche beeinflusst hat, ist, dass die klassischen Saisonen weggefallen sind. Gab es früher die „Neubausaison“, die „Sanierungssaison“, die „Heizungsaustauschsaison“, usw., so gibt es das heute nicht mehr – es fließt vielmehr alles ineinander über.

2) Das ist eine schwierige Frage, die ich mir fast jeden Tag aufs Neue stelle, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Denn der Installateurmarkt ist stark übersättigt in Form von Aktionen und Preisnachlässen aber auch von Portfolioerweiterungen. Das heißt, man versucht sein Kerngeschäft laufend zu erweitern. Kleinere Aktionen von mittelständischen Anbietern gehen da schnell unter bzw. fallen nicht auf. Außerdem ist die Konzentration im Großhandel auf einige wenige Player eine für die Industrie herausfordernde Situation, da der fehlende Wettbewerb weniger Verhandlungsspielraum lässt.

3) Vorbehaltslos der Trend hin zur „Aging Society“. Wie Sie wissen haben wir uns von Sanibroy schon sehr früh dieser Thematik gewidmet und hatten damit lange Zeit fast Alleinstellung am heimischen Markt. Auch heute noch sind wir im Übrigen die einzigen, die auf einschlägige diesbezügliche Endverbraucher- und Seniorenmessen gehen. Unser Vorteil ist, dass es viele noch nicht erkannt haben, wie viel Potenzial darin steckt, dass unsere Gesellschaft ganz einfach immer älter wird. Daher investieren die Endverbraucher heute auch noch mit 60 Jahren in ihre eigenen vier Wände, um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Produkte, wie unsere Kinedo entsprechen exakt diesen Wünschen – alte Badewanne heraus, Kinedo rein – fertig.

Wolfgang Lux, Poloplast:

1) Aus dem heutigen Wirtschaftsleben sind digitale Medien nicht mehr wegzudenken. Positiv anzumerken ist, dass die Wirtschaftskrise einen reinigenden Bewusstseinsbildungsprozess in der Branche ausgelöst hat. Viele Unternehmen haben sie als Chance zur Reorganisation und zukunftsorientierten Neuausrichtung genutzt. Leider können die derzeit guten konjunkturellen Gegebenheiten durch die fehlenden qualifizierten Arbeitskräfte nicht im vollen Umfang realisiert werden.    

2) Stabilität, Zuverlässigkeit und marktorientierte Innovationen mit höchster Performance, die unseren Kunden sowie all unseren Partnern innerhalb des Wertschöpfungsprozesses einen nachhaltigen Mehrwert bieten. 

3) Zukunft braucht Herkunft: Unsere über 60jährige Erfolgsgeschichte ist getragen von unserer Leidenschaft für Innovation, unserem klaren Bekenntnis zum dreistufigen Vertrieb, einer konsequenten Markenpolitik sowie intensiver Kunden- und Marktnähe. Diesen Weg setzen wir mit wachem Blick fort. Trends, die für unsere Geschäftsentwicklung förderlich und erfolgversprechend sind, berücksichtigen wir nach bestem Wissen und Gewissen. Zentraler Umsatzturbo sind für uns hochwertige, langlebige, ressourcenschonende und nachhaltige Premiumprodukte, die als starke Marken positioniert sind.

Andrea Leifert, Villeroy & Boch:

1) Wirtschaftskrisen kommen und gehen und hatten natürlich auch auf unsere Branche ihre Auswirkungen. Für tiefgreifende Veränderungen in der Sanitärbranche hat in den letzten Jahren vor allem die Digitalisierung gesorgt, die Techniken verändert und die Individualisierung vorangetrieben hat. Vor 50 Jahren war ein Bad in einer Wohnung keine Selbstverständlichkeit, heute sind den individuellen Wünschen im Bad fast keine Grenzen gesetzt. Komfort, Hygiene, Funktionalität, Gesundheit und Wellness sind die Kriterien, nach denen wir uns richten. Ein Fortschritt, der auch zur steigenden Lebenserwartung der Menschheit beiträgt.

2) Identität zu wahren und dennoch mit der Zeit zu gehen. Menschen zuzuhören und auf ihre Bedürfnisse einzugehen, etwas was in unserer schnelllebigen Zeit oftmals in Vergessenheit gerät.

3) Die Herausforderung unserer Branche sehe ich darin, diese "Trends" nicht isoliert voneinander zu betrachten. Die Prognosen zur demographischen Entwicklung sind bekannt. Unsere Aufgabe ist es zukunftsweisende Badlösungen anzubieten, bei denen Funktionalität, Komfort und Design Hand in Hand gehen.

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