Direkt zum Inhalt

Weltwassertag: Sauberes Wasser für alle

21.03.2019

"Niemanden zurücklassen“: Unter diesem Motto steht der diesjährige Weltwassertag am 22. März, der seit 1993 regelmäßig an die Wichtigkeit der Ressource Wasser erinnert. 

Rund 70 Prozent der Erdoberfläche werden von Wasser bedeckt, aber nur ein Bruchteil davon ist Süßwasser und somit unmittelbar für Menschen nutzbar. 783 Millionen Menschen haben laut UNICEF-Angaben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 4,5 Milliarden Menschen haben keine ausreichenden sanitären Einrichtungen.

Der Welt-Wassertag am 22. März soll die Bedeutung von Trinkwasser in den Mittelpunkt rücken. Die Agenda ist ein Fahrplan der Vereinten Nationen zur Transformation der Welt bis 2030 und enthält ein Nachhaltigkeitsziel, das sich speziell dem Thema Wasser widmet.

Österreich schwimmt in Wasser

Österreich ist in Sachen Wasser eine Insel der Seligen. Es ist ausreichend Wasser vorhanden und dieses wird gut behütet. Zuletzt wurde sogar im Bundesrat betont, dass vor dem Hintergrund des Klimawandels die Trinkwasserversorgung nachhaltig gestaltet werden müsse und nicht privatisiert werden dürfe.

Unser Land ist auch eines der wenigen EU-Länder mit einem Standard, der dafür sorgt, dass Materialien, die mit unserem Trinkwasser in Berührung kommen, unbedenklich sind. „Die ÖNORM B 5014 ‚Sensorische und chemische Anforderungen und Prüfung von Werkstoffen im Trinkwasserbereich‘ ist ein dreiteiliges nationales Regelwerk, das die Anforderungen an jene Werkstoffe genau definiert, die mit unserem Trinkwasser in Berührung kommen“, erklärt Jörg Nachbaur, zuständiger Manager für das Komitee 140 „Wasserqualität“ bei Austrian Standards. Eine Empfehlung für die Umsetzung und Einhaltung des Trinkwasserqualitätsstandards ist zudem im Österreichischen Lebensmittelbuch festgeschrieben.

Wieso eine heimische Norm für Werkstoffe?

Trinkwasser kommt mit zahlreichen Stoffen in Berührung, die die Wasserqualität so wenig wie möglich negativ beeinflussen und die Gesundheit nicht beeinträchtigen sollten“, betont Helmut Richter, Mitarbeiter des Fachbereichs Kunststoff- und Umwelttechnik an der Staatlichen Versuchsanstalt TGM Wien. „Je länger sich das Wasser in Kunststoff- oder Metallrohren, Behältern oder Armaturen aufhält, desto wahrscheinlicher kommt es zu unliebsamen Material-Eintragungen, die die Wasserqualität mindern und sich negativ auf die Gesundheit auswirken können“, warnt der Chemiker.

Nicht nur Bleirohre, auch andere Metall- und Kunststoffrohre geben Stoffe ans Wasser ab, die nichts im Trinkwasser verloren haben“, betont Richter. „Vor allem Teile von Inneninstallationen, die oft aufwendig gestaltet sind, können aus Legierungen, die Blei und andere unerwünschte Metalle enthalten, bestehen. Metalle, die auf diese Weise ins Trinkwasser gelangen, können, wenn sie über lange Zeit aufgenommen werden, bereits in geringen Konzentrationen gesundheitsschädigend sein. Aus diesem Grund wurden in der Trinkwasserverordnung sehr niedrige Grenzwerte festgelegt und weitere wasserhygienische Vorgaben im Österreichischen Lebensmittelbucht Kapitel B1 ‚Trinkwasser‘ verankert.“

Ohne standardisierte Regelungen besteht die Gefahr, dass der österreichische Markt von minderwertigen Produkten überschwemmt wird“, weiß Regina Sommer, Professorin für Wasserhygiene an der Medizinischen Universität Wien und Vorsitzende der Codex-Kommission „Trinkwasser“ im Gesundheitsbereich des Bundesministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK). „Die ÖNORM B 5014 dient nicht nur der Wasserwirtschaft und dem Bauwesen, um qualitativ hochwertige Produkte einsetzen zu können, sondern vor allem auch der Sicherheit der privaten Hausbauer, die häufig in Baumärkten zu günstigen Produkten greifen, diese einbauen und dann zu spät erkennen, dass sie ungeeignet sind und die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen. Ein Austausch der Installationen ist dann aufwendig und teuer“, so die Hygieneexpertin. Sie rät zur Aufrechterhaltung einer optimalen Trinkwasserqualität in der Gebäudeinstallation neben der Qualität der Materialien auch auf einen möglichst einfachen Aufbau der Armaturen zu achten und auf sogenannte wassersparende Armaturentechnik sowie auf die in Österreich nicht notwendigen Nachbehandlungsgeräte zu verzichten. „In Österreich haben wir den Anspruch und den Luxus bestes Wasser aus der Wasserleitung genießen zu können. Dafür ist aber die Pflege der Gebäudeleitungen Voraussetzung. Ein Spülen der Leitung ist keine Wasserverschwendung, sondern wie Geschirrspülen eine hygienische Notwendigkeit“, erklärt die Wasserhygienikerin.

Autor/in:
Redaktion Gebäudeinstallation
Werbung

Weiterführende Themen

Constantin Wollenhaupt ist seit Juli neuer Marketingleiter bei Frauenthal
Aktuelles
16.07.2019

Mit Juli übernimmt Medienbetriebswirt Constantin Wollenhaupt, M.A., die Bereichsleitung Marketing der Frauenthal Handel Gruppe. Er folgt damit Bernhard Ruttner nach, der sich ab sofort auf die ...

Aktuelles
15.07.2019

SHT, ÖAG und Kontinentale verdreifachen ihr Sortiment. Ab sofort können Kunden unter 700.000 gelisteten Artikeln wählen.

(v.l.n.r.): Bürgermeister DI (FH) Walter Kastinger, Claus Holst-Gydesen (Viega), Anna Viegener (Viega), Walter Viegener (Viega), OÖ-Landtagsabgeordnete Mag. Dr. Elisabeth Kölbinger, Dirk Gellisch (Viega), Christian Rüsche (Viega Österreich)
Aktuelles
11.07.2019

Der globale Systemanbieter mit Sitz im deutschen Attendorn hat am 9. Juli im Rahmen eines feierlichen Spatenstichs vor zahlreichen Ehrengästen den Grundstein zur neuen Niederlassung in Attersee ...

Wechsel im SHT-Vorstand: (v.l.): kommt: Ing. Robert Just - geht: Ing. Kurt Göppner
Aktuelles
11.07.2019

Entsprechend einer Eilmeldung der Frauenthal Handel Gruppe übernimmt Ing. Robert Just per 1. August die Agenden des scheidenden SHT-Geschäftsführers Ing. Kurt Göppner.

Gäste und Gastgeber bei BBQ meets Design.
Sanitär
10.07.2019

Bei BBQ meets Design im Bad & Energie Schauraum in der Salzburger Panzerhalle gab es etwas für Gaumen und Augen.

Werbung