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Bewährter Branchen-Treff

11.03.2013

Eine Fülle an Fachwissen aus dem Glasmarkt bot der diesjährige 17. Saint-Gobain Glass Fachtag im Design Center in Linz, zu dem SGG Deutschland und die österreichischen ClimaplusSecurit-Partner am 5. März eingeladen hatten. Auf der Tagesordnung standen dabei nicht nur sieben ausgezeichnete Vorträge sondern auch zwei spektakuläre Pendelschlagversuche.

Traditionell sehr gut besucht zeigte sich das Linzer Design Center bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Das vielfältige Programm hatte rund 450 Besucher angelockt, die mit großem Interesse die Vorträge verfolgten, darunter Themen wie die neue Bauprodukteverordnung der EU, Ressourcenschonung und künstlerische Glasanwendungen im Innenbereich. Entsprechend gut war die Stimmung bei den gastgebenden österreichischen Climaplus Securit-Partnern C. Bergmann, Eckelt Glas, Ertl Glas, Glas Ziegler und Wenna Glas.

 

Hochkarätiges Vortragsprogramm
Nachdem Daniela Siegel, Marktmanagerin der ClimaplusSecurit-Partner, die Gäste im  Kongresssaal begrüßt hatte, informierte Dr. Frederik Lehner vom Marktforschungsinstitut Interconnection Consulting über die Baukonjunktur und den Fenster- und Türenmarkt in Österreich. Seiner Einschätzung nach sei die lokale Nachfrage gut und die Prognose leicht positiv. Verstärkte Investitionen in Immobilien führten zu einer Sonderkonjunktur, von der das Baugewerbe profitiere. Dem Baustoff Glas prognostizierte Lehner eine ausgezeichnete Zukunft, da er durch seine Ästhetik und Langlebigkeit das Mittel zur Erfüllung vieler Kundenwünsche sei.

Diplom-Physiker Michael Rossa  vom Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim referierte über die zum 01.07.2013 in Kraft tretende Bauprodukteverordnung der EU und die damit verbundenen Kennzeichnungspflichten für Bauelemente-Hersteller. Zentraler Aspekt sei die Leistungserklärung, die die bisherige Konformitätserklärung ersetze und mit der jeder Hersteller weitreichende Verantwortung für seine Produkte übernehme. Rossa wies zudem darauf hin, dass die Leistungserklärung Voraussetzung für die Vergabe des CE-Kennzeichens sei. Jeder Hersteller müsse die Erklärung seinen Kunden aktiv zusenden. Außerdem bestehe eine Aufbewahrungspflicht über zehn Jahre, so Rossa.

Danach stellte der Architekt Karl-Heinz Schwarz am Beispiel eines Wohnhauses eine innovative Verbundlösung von Holz und Glas vor. Das Gebäude besteht aus drei gleich breiten und hohen, jedoch unterschiedlich langen Holzboxen, die aus dem Hang kragen. Schwarz erläuterte, dass die normalerweise notwendige Diagonalaussteifung der Boxen verhindert werden sollte und dies nur durch den Einsatz einer neuartige Verbindungstechnik zwischen Holzkonstruktion und Glas von möglich war, bestehend aus glasfaserverstärkten Kunststoffprofilen „Fasco“ der Firma Knapp, die auf das Glassystem „ClimaplusWood“ von Eckelt Glas aufgeklebt werden.

Ehe es in die Pause ging, hielt Wolfgang Pekny von der Organisation footprint ein eindrückliches Plädoyer für nachhaltige Veränderungen in Wirtschaft und Konsum. Entscheidend seien technologischer und sozialer Fortschritt („Kooperation statt Konkurrenz“) und die Vorstellung, jeglichen Konsum mit so genannten Ressourcenpunkten „bezahlen“ zu müssen. Pekny verwies darauf, dass Unternehmen, die ihren Kunden für Produkte möglichst wenig Ressourcenpunkte abverlangten, in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hätten.

 

Spannende Versuche und innovative Produkte
Nach der Mittagspause demonstrierten auf der Freifläche Mitarbeiter des Ingenieurbüros Dr. Sieber in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr in München Pendelschlagversuche an begehbaren und absturzsichernden Verglasungen, die bei den zahlreichen Besuchern sehr gut ankamen.

Weiter ging es danach im Auditorium mit Josef Rechberger von Ertex Solar, der über die Vorteile von Photovoltaik-Anwendungen als semitransparentes Bauteil informierte. Im Anschluss stellten Christian Eckelt und Johannes Söllinger von Eckelt Glas „Sage Glass“ vor, ein Produkt, das stufenlos dimmbar als dynamischer Sonnenschutz verwendet wird, ohne die Sicht von innen nach außen einzuschränken. Sage Glass ist bereits seit zehn Jahren in den USA auf dem Markt und ab Juli 2013 auch auf dem europäischen Markt erhältlich.

Zum Abschluss präsentierte schließlich die Linzer Künstlerin und Architektin DI. Dr. techn. MFA Isa Stein zum Thema Glas und Kunst zahlreiche Beispiele von Glasanwendungen in Innenbereichen. Hauptmotiv ihrer Projekte in diesem Bereich sei eine Veränderung der Atmosphäre durch die Verbindung von Glas und Licht. Je nach Gebäude und Anforderung ständen unterschiedliche Aspekte im Fokus, so Stein, etwa eine Harmonisierung der Räume oder die Förderung der Kreativität ihrer Nutzer.

Im Foyer informierten sich die Besucher über neue Entwicklungen und Produkte der einzelnen Austeller, darunter die Firmen Bohle GmbH, Dorma, Längle Glas, Pauli & Sohn Beschläge, Maderböck Fenster & Türenbau, Swisspacer, Volderauer, WSS Beschläge und Vetrotech. Am Ende des Tages zogen Veranstalter und Gäste ein durchweg positives ­Resümee. Beispielhaft das Fazit von Daniela Siegel: „Der Fachtag in Linz hat sich nun bereits im 17. Jahr mehr als bewährt und dient nicht nur als Treffen der gesamten österreichischen Glasbranche sondern ist auch Vorreiter in Sachen praxisnaher Innovation.“

Autor/in:
Redaktion Glas
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