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Walter Stackler ist Landesinnungsmeister der Dachdecker, Glaser und Spengler in Tirol und seit 2019 Berufsgruppenobmann der Glaser in der österreichischen Bundesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler.

„Den Stellenwert bekommen, den unser Handwerk verdient“

03.05.2019

Das Image des Glaserhandwerks ist nicht das Beste, angefangen bei wenig interessierten jugendlichen Lehrstellensuchenden bis hin zu Konsumenten, denen kaum bekannt ist, wie vielfältig das Angebot ist. Walter Stackler ist als neue Bundesinnungsmeister der Glaser voll Tatendrang, daran schnell etwas zu ändern. Wir haben mit ihm über seine Pläne und hoch gesteckten Ziele gesprochen. 

Du bist schon lange in der Innung, der Landesinnung Tirol, tätig. Was hat dich dazu bewogen, dich in der Bundesinnung zu engagieren und das Amt des Bundesinnungsmeisters anzutreten?

Walter Stackler: Zu allererst möchte ich mich bei meinem Vorgänger, KommR Helmut Mager, für die jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit herzlich bedanken. Er hat in seiner Zeit als Bundesinnungsmeister mit seiner Begeisterung sehr viel für das Glaserhandwerk erreicht. Ich wünsche Helmut und seiner Frau Maria viel Freude und Gesundheit für den wohlverdienten Ruhestand. Einer der Hauptbeweggründe mich selbst in der Bundesinnung zu engagieren, war vor allem die Erkenntnis, dass ich für das Glaserhandwerk in Tirol sehr viel bewegen konnte, jedoch erkennen musste, dass ich meine Ziele nur auf Bundesebene verwirklichen kann. Nur wenn wir auf Bundesebene zusammen arbeiten, können wir gemeinsam in der öffentlichen Wahrnehmung unser Image verbessern – was wir dringend nötig haben. Nur gemeinsam können wir unsere Stimme erheben, alleine schafft das keiner.

Was sind deine vorrangigsten Ziele als neuer Bundesinnungsmeister der österreichischen Glaser?

Ich möchte, dass wir als Glaser in der Öffentlichkeit wieder den Stellenwert bekommen, den sich unser vielfältiges Handwerk verdient hat. Es ärgert mich massiv, wenn ich gefragt werde, ob wir Glaser auch Duschanlagen machen – oder im schlimmsten Fall, ob wir auch Spiegel haben. Was ist da nur schiefgelaufen?

Dann hake ich gleich bei den Schlagworten Image- und Öffentlichkeitsarbeit ein. Ein Grund für ein Hauptproblem der Branche – den Fachkräftemangel – ist laut Expertenmeinungen das schwache Image des Berufes bei Jugendlichen. Wie lässt sich hier entgegensteuern?

Mit den Berufsmeisterschaften AustrianSkills 2018 in Salzburg haben wir unseren Weg schon vorgezeigt. Wir werden in Zukunft auf die Jugendlichen zugehen und nicht warten bis sie zu uns kommen. Die Begeisterung bei den Teilnehmern war für alle Anwesenden ansteckend. Das große Ziel, bei den EuroSkills 2020 in Graz dabei zu sein, ist erst durch diesen gelungenen Auftritt unserer Glasbautechniker möglich geworden. Und wie schnell die Jugendlichen unseren tollen Beruf an die Öffentlichkeit bringen, hat der Imagefilm der Glasbautechniker von den AustrianSkills gezeigt: Er wurde auf facebook inzwischen über 10.000 Mal angeklickt!

Was möchte und kann die Bundesinnung für seine Mitglieder außerdem tun?

Wie werden unseren Mitgliedern in Zukunft Schulungen anbieten, die die Möglichkeiten von Produkterweiterungen aufzeigen sollen. Denn wir müssen vielseitiger werden und auf das große Angebot rund ums Glas achten. Mit verschiedenen Aktionen werden wir auch auf unseren Beruf aufmerksam machen. Da diese Aktionen Geld kosten, hoffe ich natürlich, dass uns die Industrie weiterhin die Treue hält und uns bei unseren hochgesteckten Zielen unterstützt.

Die Glaser sind mit den Dachdeckern und Spenglern in einer Bundesinnungsgruppe vereint. Welche gemeinsamen Interessen siehst du, wo können die drei Gewerke enger zusammenarbeiten und Synergien noch besser nutzen?

Hier gilt für mich dasselbe, wie ich schon bei den Glasern erwähnt habe – nur gemeinsam sind wir stark. Es könnten hier mehr gemeinsame Projekte angedacht werden, wie zum Beispiel Verkaufsschulungen oder diversen kaufmännischen Themen, wo wir ja alle die gleichen Probleme haben. So könnten wir auch das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitgliedern stärken.

Was sind derzeit, neben den bereits angesprochenen, die größten Herausforderungen für die Glasbranche?

Wir haben inzwischen in allen Bereichen starke Konkurrenz, und es ist an der Zeit, dass wir uns gegen die Konkurrenten wehren und mit Selbstbewusstsein zu unserem Können stehen. Die Erfolge der letzten Aktionen haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Autor/in:
Birgit Tegtbauer
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