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Design aus recyceltem Glas

17.10.2013

Die Ausstellung „Second Life Upcyclingglasdesign aus Finnland“ in der Wiener Postsparkasse präsentiert Glasarbeiten der finnischen Designer Jan Torstensson und Jukka Isotalo.

Der 1953 geborenen Jan Torstensson, von Beruf ursprünglich Maschinenbauer, belegte vorerst aus Neugier einen einfachen Kurs bevor er eine dreijährige professionelle Ausbildung zum Glasbläser absolvierte. Torstensson begann sein eigenes technisches Equipment zu planen und zu bauen. Die ersten Objekte waren traditionell geblasene Gläser. 2005 entstand dann die Idee, Produkte aus Abfallglas zu entwickeln. Er experimentierte ungefähr ein halbes Jahr, plante und baute wieder die für die Herstellung dieser neuen Produkte notwendigen Vorrichtungen und entwarf erste Produkte, die sich für die Herstellung in kleinen Serien eigneten.

Zu den Hauptrohstofflieferanten zählt der Flughafen Helsinki-Vantaa, von wo der Künstler  ausgediente Weinflaschen und Piccoloflaschen bezog und für die Fertigung von Trinkgläsern verwendete. Die von ihm entwickelten Geräte und Öfen ermöglichen eine energiesparende und umweltfreundliche Fertigung. Dazu trägt nicht zuletzt auch bei, dass das Abfallglas zumeist nicht vollständig eingeschmolzen wird, sondern nur erwärmt zu werden braucht, um die von Torstensson entworfenen Formen entstehen zu lassen. Nicht nur für seine Entwürfe, sondern zusätzlich auch für seine Material und Energie sparenden Fertigungsmethoden und die sich so eröffnenden neuen Möglichkeiten, ist er im Jahr 2009 in Finnland ausgezeichnet worden.

Auf völlig andere Weise fand Jukka Isotalo, geboren 1962, seinen Weg zum Glasdesign und zum Recyclingglas. Ursprünglich studierte er Theaterwissenschaft mit dem Hauptfach Regie, wechselte aber 1987 an die Universität für Kunst und Design Helsinki und studierte dort Industriedesign. Während eines Semesters an der Glasschule der renommierten schwedischen Glashütte Orrefors beschäftigte sich Isotalo mit neuen Ideen: Aus den Resten einer Studentenparty – leeren Weinflaschen – entwickelte er seine Geschäftsidee. Isotalo gab diesen Flaschen mit sogenannten kalten Techniken, also ohne die Gläser zu erwärmen, ein völlig neues Äußeres und eine neue Funktion. Die häufig benötigten Korkenverschlüsse sind Abfallmaterial einer Tischlerei. In seiner eigenen Firma Evolum AG fertigt er seither eine Vielzahl unterschiedlicher Gebrauchsgläser die alle aus Altglas entstehen: sein Material – leere Weinflaschen – stellen ihm heute die besten Restaurants in Helsinki zur Verfügung.

Die Ausstellung in der Wiener Postsparkasse ist in Zusammenarbeit mit dem Finischen Glasmuseum in Riihimäki entstanden. 

Wagner Werk Museum Postsparkasse
Georg Coch-Platz 2
1010 Wien

Von 1. Oktober bis 8. November 2013,
Mo – Fr 10 – 17 Uhr,
Tel. 01/532 53-33825
www.ottowagner.com

Autor/in:
Redaktion Glas
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