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Ein interaktiver Prozess

10.07.2014

Viele Designer der heutigen Zeit beschränken sich nicht mehr auf einen speziellen Produktionszweig, sondern wandern gleichsam durch alle Bereiche der Kunst, von der Architektur, der Glaserzeugung bis zur Mode. So auch der Designer Marco Dessi. Design wird von ihm als interaktiver Prozess verstanden.

Marco Dessí wurde 1976 in Meran geboren und studierte nach einer Lehre zum Zahntechniker Industrial Design bei Borek Šípek und Paolo Piva an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Unmittelbar nach seinem Abschluss 2007 gründete Marco Dessi ein eigenes Designstudio. Er arbeitet heute mit internationalen Firmen wie Richard Lampert, Skitsch und Wiener Traditionsunternehmen wie J. & L. Lobmeyr, Wittmann, Wiener Silber Manufactur oder Wiener Porzellanmanufaktur Augarten zusammen.

Marco Dessi erläutert: „Initiierte Projekte dienen dazu, mit Materialien zu experimentieren und Prozesse herauszufordern, die später auf kommerzielle Projekte Anwendung finden beziehungsweise für industrielle oder handwerkliche Vervielfältigungsprozesse weiterentwickelt werden. Bei Auftragsarbeiten geht der gestalterischen Arbeit immer eine akkurate Auseinandersetzung mit den Firmen, den jeweiligen Produktionsmethoden und dem ihnen innewohnenden Potenzial voraus. Für mich ist das Studio nicht auf einen spezifischen Stil, ein bevorzugtes Material oder eine einheitliche Formel festgelegt, sondern ich betrachte Design als Handwerk, bei dem ein tiefes Verständnis von Materialien, Prozessen und deren Verknüpfungen gestalterische Kernwerte bildet. Wie ein Objekt gemacht wird, beeinflusst unmittelbar sein ästhetisches Erscheinungsbild und die Geschichte, die es erzählt. In dem Moment, wo die Schönheit des Funktionalen zum Vorschein kommt, wo sich Form und Material schlüssig verbinden, entfaltet sich das Zusammenspiel von Funktion und Emotion, das dem Objekt seine Stimmigkeit verleiht und es für mich anziehend macht.“

Der Künstler legt in seiner Arbeit Wert auf Transparenz im Sinne einer konsequenten Verknüpfung von Entwurfsprozess und tatsächlichen Produktionsbedingungen und Ästhetik.

Die Entwicklung eines Glases braucht ca. ein Jahr Überlegung und Ausführung. Das Trinkservice Nr. 267 „Alphablast“mit Netz-Struktur von Marco Dessi (bei Lobmeyr) ist inzwischen zum Klassiker geworden. Das Trinkservice No.281 – „grip“  hat Marco Dessi ebenfalls für Lobmeyr als Serie entwickelt, die Lust darauf machen soll, gerne und regelmäßig verwendet zu werden. Der eigens entwickelte Lamellenschliff spielt mit technischer Ästhetik und suggeriert Funktionalität. Wichtig war bei der Konzeption aber auch das haptische Vergnügen beim Trinken – der „grip“.

Nähere informationen
www.marcodessi.at

 

Redaktion

Autor/in:
Redaktion Glas
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