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Fensterhersteller schaffen leichtes Umsatzplus

30.03.2012

Infolge des nach wie vor hohen Renovierungsvolumens wuchs der österreichische Fenstermarkt auch 2011 um +1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei verlässt sich die Fensterbranche nicht auf staatliche Förderungen, sondern ist ihr eigener Market-Maker, analysieren Kreutzer Fischer & Partner Marktanalyse im aktuellen Branchenradar®.

Die österreichische Fensterindustrie erzielte 2011 einen Umsatz von 825 Millionen Euro. Rund 75 Prozent aller Fenster werden im Gebäudebestand montiert, entweder im Zuge des Fenstertausches oder bei Zu- und Umbauten. Damit übertrifft die Fensterindustrie zum wiederholten Male die von Regierung und Experten angestrebte Sanierungsquote von drei Prozent des Gebäudebestandes, die als Zielmarke für energetische Gebäudesanierung formuliert wurde. So wurden etwa bei Ein- und Zweifamilienhäuser im Jahr 2011 bei 3,4 Prozent aller Gebäude die Fenster getauscht. Im Vergleich dazu kommt man bei der Fassadendämmung mit einer Sanierungsquote von 1,1 Prozent des Bestands seit Jahren nicht recht weg vom Fleck.

 

Fensterindustrie übertrifft Sanierungsquote.

Die um das Dreifache höhere Sanierungsquote bei Fenstern ist jedoch keineswegs eine Folge der in den letzten Jahren ausgeweiteten Förderungen (der Benchmark von drei Prozent des Gebäudebestands wurde bereits 2002 geknackt). Vielmehr hat dies primär mit dem Marktverständnis der Branche zu tun. Während nämlich so manche Experten und andere Industrie glauben, das Ziel von drei Prozent Sanierungsquote primär über die Ausweitung staatlicher Förderungen zu erreichen, ist die Fensterindustrie schon lange ihr eigener Market-Maker.

 

Fenster sind nicht Baustoff, sondern Exterieur fürs Haus.

So haben es die Fensterhersteller etwa in den letzten 20 Jahren wie kaum eine andere Bauindustrie verstanden, durch laufende Innovation die Attraktivität ihrer Produkte zu steigern, nicht alleine in technischer Hinsicht, sondern auch als Produkt der Fassadengestaltung. Gerade bei den vorherrschenden glatten Putzfassaden sind Fenster praktisch das einzige Gliederelement einer Fassade. Durch klassische Werbung und Below-the-Line-Aktivitäten hat die Fensterindustrie die Botschaften auch unter die Entscheidungsträger gebracht, sodass Fenster heute nicht bloß Baustoff sind, sondern Exterieur.

 

Österreich hält weltweit den höchsten Anteil von Holz/Alu-Fenstern.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Einsicht der Hersteller, dass bei einer derart hohen Sanierungsquote, Wachstum mittel- bis langfristig nicht über eine steigende Nachfrage, sondern nur über einen Mehrwertverkauf möglich ist. Infolge werden Jahr für Jahr mehr Fenster mit Drei-Scheiben-Isolierglas, mit Sonnenschutz oder bei Holzfenstern mit vorgesetzten Aluschalen zum besseren Schutz gegen Witterungseinflüsse abgesetzt. Der Anteil von Holz/Alu-Fenstern liegt mittlerweile bei mehr als 23 Prozent und ist in keinem Land höher als in Österreich. 

 

Tabelle: Umsatzentwicklung Fenster in Österreich/Herstellererlöse  

 

Umsatz in Mio. €

 

2008

2009

2010

2011

Fenster

 

756,5

805,4

815,9

825,2

 

Branchenradar® Fenster & Türen in Österreich 2012

Autor: Andreas Kreutzer 

 

Die Berechnung wurde mit aller gebotenen Sorgfalt - aber ohne Gewähr - erstellt.

Autor/in:
Redaktion Glas
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