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Glas und Metall künstlerisch gestalten

01.12.2017

In Riedau, Oberösterreich, führt Paul J. Osterberger seit 2009 sein Atelier mit dem Glasstudio und eigenem Glasofen sowie einer Schmiede- bzw. Schlosserwerkstatt. Hier entstehen expressive Werkstücke aus Glas und Metall in verschiedenen Größen und Farben.

Der gebürtige Oberösterreicher Paul J. Osterberger absolvierte von 2001 bis 2005 die Ausbildung zum Kunstschmied und Metallplastiker an der HTL Steyr. Parallel entdeckte er die Faszination des Rohstoffs Glas und ließ sich von 2005 bis 2008 in der Glasfachschule Zwiesel (D) als Glasmacher ausbilden. 

Durch den Erfolg in Ausstellungen, unter anderem in Karlsruhe, Schloss Feldegg, Ried, Glasmuseum Theresienthal/Zwiesel, Schärding, bestärkt, gestaltete er nun seine Jubiläumsausstellung „15 Jahre Künstler“ im Schloss Zell a. d. Pram (noch bis 17.12.2017). Am 1. Dezember öffnete er im Atelier eine „Glasnacht“ ganz ohne Licht, um den Zauber des Glasmachens zu demonstrieren. „Als leidenschaftlicher SCI-Fi/Fantasy-Anhänger und Steampunk-Kunstfan sind meine Werke oft inspiriert von fernen Welten, Zeiten aber auch von unserer Geschichte. Hierfür verwende ich für meine Glaskunstobjekte jahrzehntealte Gläser und Glasscherben. Metall veredle ich durch Rost und Gebrauchsspuren. Ich gestalte meine Objekte mit Licht, das sich in unzähligen Schichten und aufwändigen Glasdekorationen in meinen Glasobjekten bricht und in den Metallbereichen als Schatten oder Spiegelungen inszeniert wird“, so der Künstler. Er erzählt weiter: „Mein Element ist das Feuer, und Glas sowie Metall haben ihren Ursprung darin. Die Werkzeuge, die ich während meiner Arbeit verwende, empfinde ich als direkte Verlängerung meiner Arme – ich denke mit ihnen.“

Paul J. Osterberger gestaltet Installationen und Lichtobjekte, Mischwesen und Expressionistisches, wie zum Beispiel die biomechanische Büste von Marie Curie als Röntenbild, die Opfer ihrer wissenschaftlichen Entdeckung wurde. Zum Thema Gebrauchskunst und Kunsthandwerk zählen Glasvasen, Schalen und Windlichter, Schmuck und Gartenobjekte. Als persönlichen Protest gegen die Wegwerfgesellschaft verwendet er im Recycling-Verfahren Abfallscherben und Flaschenglas für seine Kreationen. Sein besonders spektakuläres Werk ist die Glasinstallation „Renature“ im Kreisverkehr von Riedau. Hier drehen sich Sägeblätter, Windräder, ein Gewirr von Metallstangen und färbigen Glas-Türmchen. Paul J. Osterberger: „Ich versuche eine Mischung von organischer und technisch industrieller Formensprache zu finden. Diese Skulptur ist zugleich Hinweis auf die handwerkliche Vergangenheit und futuristische Anspielung – ein Kreisverkehr mitten im Trubel, genau der richtige Platz“.  

Für 2018 ist eine umfassende Ausstellung im Glasmuseum Theresienthal in Zwiesel projektiert.

Info: Atelier Osterberger, Klosterstrasse 49, 4752 Riedau, www.glasstudio-osterberger.at

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