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Glasätzer erhielt Großauftrag

04.01.2014

Werner Goll, der letzte Glas- und Spiegelätzer Österreichs, erhielt von der irakischen Botschaft den Auftrag, acht Ganzglastüren für den Nassbereich mit floralen Motiven zu verschönern.

Nach einem Großauftrag der Wiener Nuntiatur ist das heuer der zweite große Auftrag für den Weinviertler Künstler mit Sitz im Bezirk Hollabrunn. Die meisten Aufträge kommen von Firmen, Glasereien, Tischlern, Architekten und Hausverwaltungen vor allem aus Wien. 70 Prozent entfallen auf Restaurierungen. Interessante Aufträge hat der Weinviertler Künstler auch schon nach Ausstellungen in Amerika und in den arabischen Emiraten bekommen. Über einen Mangel an Arbeit kann sich der 53-jährige Glas- und Spiegelätzer nicht beschweren. „Vor lauter Arbeit habe ich kaum noch Freizeit“, stellt Werner Goll im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst kürzlich bedauernd fest. Kein Wunder, ist er doch in Österreich konkurrenzlos, und auch in Europa gibt es nur noch wenige Glasätzer. Der Grund für den fehlenden beruflichen Nachwuchs liegt nach Meinung Golls an der schweren und gefährlichen Arbeit mit giftigen Chemikalien. Glas- oder Spiegelätzen erfolgt in fünf bis sechs Arbeitsgängen mit dem Einsatz von Flusssäure. Für die Malarbeiten verwendet Werner Goll selbst hergestellten Asphaltlack. Trotz der schwierigen Arbeit hofft der Ätzmeister, dass einer seiner drei Söhne das erfolgreiche Handwerk weiterführen wird.

Werner Goll ist ebenfalls nicht als Glasätzer ins Berufsleben gestartet. Begonnen hat er seine Berufslaufbahn 1975 mit der Lehre als Buchdrucker und dem Abschluss als Meister für Hochdruckmaschinen. Erst 1983 bis 1987 hat er bei einem der letzten Ätzmeister die verschiedenen Kunstarten, von Radierung, Öl- und Lackmalerei bis Skulpturen- und Glaskunst, gelernt. Seit 1991 ist Goll freischaffender Ätzmeister, der mit viel Geschick Glas in künstlerische Objekte verwandelt. Da der Schwerpunkt seiner Arbeiten zuerst dem Ätzen von Spiegeln galt, musste er sich das Glasätzen und die verschiedenen Stilrichtungen erst aneignen. Heute ist Werner Goll ein viel beschäftigter Künstler, der nur bedauert, dass er nicht mehr Zeit zur Schaffung eigener Kunstwerke hat.

knox/NÖ WPD

Autor/in:
Redaktion Glas
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