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Die Glass Performance Days 2019 fanden heuer zum 27. Mal im finnischen Tampere statt.

Glass Performance Days in Tampere

05.07.2019

Die Glass Performance Days 2019 fanden heuer von 26. bis 28. Juni unter dem Motto „All Eyes On Smarter Glass“ statt. Gastgeber und Initiator ist seit 27 Jahren das finnische Unternehmen Glaston. Autor Maximilian Schuster war am inoffiziellen „Weltgipfeltreffen“ der Glas-Industrie in Tampere und hat die Highlights für uns zusammengefasst. 

Die GPD finden alle zwei Jahre in Tampere, Finnland, statt. Der ursprüngliche Gedanke war, die führenden Personen der internationalen Glasindustrie zusammenzubringen und zu vernetzen. Das Event hat sich mittlerweile zum wohl hochkarätigsten seiner Art entwickelt:

Dieses Jahr waren es rund 1.000 Teilnehmer, 120 technische Präsentationen auf sieben Bühnen und zahlreiche Workshops. Eröffnungsredner waren Tesla (USA), Sisecam (TR), Studio Libeskind (N.Y., USA) und der Vorsitzende der GPD, Jorma Vitkala, der mit diesem Jahr in Pension gehen wird. Der Focus lag diesmal auf Smart Glass, Smart Building und Funktionsglas. Innerhalb der GPD gibt es außerdem ein spezielles Format: Step-Change.

 

Step-Change in die Zukunft?

Diese „Veranstaltung in der Veranstaltung“ gibt es seit 2013. Das Konzept sieht vor, einer handverlesenen Anzahl von Start-Ups aus der Glasindustrie – darunter heuer auch zwei österreichische Unternehmen – Glasstechnology GmbH aus Wien und Glass-Inspiration GmbH aus Adlwang, OÖ – die Chance zu geben, während der Konferenz ihre Technologien auf einem jeweils eigenen Stand Investoren und Entscheidungsträgern aus der Branche zu präsentieren. Gesamt waren 25 Unternehmen aus aller Welt vertreten. Anstatt des klassischen Vorgehens – ein Start-Up „pitcht“ vor großen Firmen und Investoren – punktete das diesjährige Step-Change-Programm unter der Leitung von Victor Jason mit einer ganz neuen Idee: „Reverse Pitching“. Velux, Glaston, Stora Enso, DOW, NSG und Xinova entsandten jeweils einen Sprecher, der vor den Start-Ups pitchte. Dies in der Hoffnung auf diese Art wertvolle Innovationen und Partnerschaften mit den jungen Unternehmen auf den Weg zu bringen. Große Firmen haben zwar Ressourcen und Produktionsmöglichkeiten, sind aber in punkto Technologien oft schwach aufgestellt. Initiativen wie diese zeugen jedenfalls davon, dass innerhalb der teilweise recht traditionellen Glasindustrie mittlerweile ein Umdenken stattfindet, eine Öffnung gegenüber neuen Technologien und Ansätzen – vorzugsweise aus dem Funktions- und Smart-Glas-Bereich.
Im Anschluss fand ein Round-Table statt, der die Vertreter von globalen Konzernen mit rund zehn Start-Up-Gründern zusammenbrachte. Hier prallten zwei grundverschiedenen Welten aufeinander: Einerseits dynamische, innovative, kleinstrukturierte und andererseits riesige Unternehmen mit oft intransparenter, für ein Start-Up nur sehr schwer zu überwindender Organisationsstruktur. Die „Großen“ versprechen sich von den „Kleinen“ neue Ideen, zukunftsweisende Technologien, die „Kleinen“ eine strategische Partnerschaft, Investitionen oder Produktions- und Entwicklungsmöglichkeiten. Eine geglückte Partnerschaft dieser Art wurde etwa zwischen Glaston und dem Start-Up „Heliotrope“ (USA) eingegangen. Das US-amerikanische Start-Up hat ein schaltbares Glas erfunden, das auch als Isolierglas funktioniert und sich in aktiviertem Zustand von transparent bis nahezu blickdicht schalten lässt. Möglich gemacht durch Nano-Kristall-Partikel, die mit einer speziellen „Tinte“ direkt auf Glas gedruckt wird.
Fazit: Die diesjährigen GPD mit dem Schwerpunkt Funktionsglas wurden ihrem Ruf als Branchen-Leit-Event voll gerecht. 

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