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Glastechnik auf höchstem Niveau

28.05.2013

Zahlreiche Speziallösungen mit Verbundsicherheitsgläsern prägen Abu Dhabis neues Börsenzentrum.

Nach einer kurzen Pause setzt sich in Abu Dhabi die bauliche Expansion fort als hätte es keine Wirtschaftskrise gegeben. So entsteht auf der Insel Al Maryah ein neuer Stadtteil. Die nordöstlich vom Zentrum Abu Dhabis gelegene Insel soll später neben Büro- und Wohnhochhäusern auch über Freizeitanlagen und Krankenhäuser verfügen. Ihr Mittelpunkt ist der an einer Bucht gelegene Sowwah Square, Abu Dhabis neues Handels- und Finanzzentrum. Der markante Siegerentwurf des Wettbewerbs von 2007 stammt aus der Feder des amerikanischen Architekturbüros Goettsch Partners, Chicago.

Gläserne Türme
Den Rahmen für das Ensemble des Sowwah Square bilden vier gläserne Türme mit insgesamt über 290.000 Quadratmeter Bürofläche. Zwei der Türme flankieren den prägnanten Neubau der Börse, in direkter Lage am Meer. Die beiden rückwärtigen bilden zum Insel-inneren einen räumlichen Abschluss, der dadurch verstärkt wird, dass diese mit ihren 37 Geschossen die vorderen Türme um sechs überragen. Großflächige Erker mit abgeschrägten Kanten ragen an den Längsseiten der Turmquader heraus und beleben das Bild.

Das Herzstück der Anlage aber ist der brückenartige Bau der neuen Börse: Ein konisch nach unten zulaufender rundum verglaster Querriegel, der von vier steinernen Pfeilerbauten in 27 Meter Höhe empor gehoben wird. Die Pfeiler, in denen die Erschließung untergebracht ist, ragen aus einem kreisrunden Wasserbecken von 49 Metern Durchmesser heraus. Da auch die Untersicht des Querriegels verglast ist, entsteht ein flimmernder Spiegeleffekt, der an eine Wüstenoase denken lässt. Verstärkt wird dieser durch die hier eingesetzten, als Überkopfverglasung ausgeführten „Gewe-safe®“ Verbundsicherheitsgläser von Schollglas.

Spezielle Lösungen
Die Verbundgläser bestehen aus einem außen liegenden, teilvorgespannten Ornamentglas mit länglichem Rechteckmuster, einer PVB-Folie und dahinter einem beschichteten, ebenfalls teilvorgespannten Spiegelglas. Wegen der spezifischen Oberfläche des Masterray Ornamentglases wurde der Verbund im Vakuumsackverfahren hergestellt. Durch die Überlagerung der Rechteckstruktur und der Spiegelschicht entstehen spannende Reflexionen, die je nach Standort des Betrachters und Blickwinkel variieren. 

Auch in den Bürotürmen kommen zahlreiche „Gewe-safe®“ Verbundsicherheitsgläser zum Einsatz. So nehmen großflächige Wandverkleidungen mit zweifachem Dekor-Siebdruck aus hellgrauer und dunkelgrauer Metallic-Farbe in den Eingangsbereichen Bezug auf den Rillenschliff der angrenzenden Sandsteinplatten. Und hinterleuchtete, matte „Gewe-safe®“-Gläser bewirken als streifenförmige Wandbekleidungen und begehbare Bodengläser einen effektvollen Übergang zwischen Fassaden und Massivbauteilen.

Filigrane Seilfassade
Besonders spektakulär sind die Fassaden der vier Eingangslobbies: Die Intention der Architekten war es, die Gebäudehülle möglichst durchlässig erscheinen zu lassen und die Barriere zwischen Innen und Außen aufzuheben. Umgesetzt wurde dieser Entwurfsgedanke in einer hochfiligranen Seilfassade aus kreuzweise verspannten, hinter der Fassade liegenden Stahlseilen, die horizontal über zwei Ecksäulen gespannt und nur durch bogenförmige Unterspannungen ausgesteift werden. Sie tragen kaum sichtbar über Punkthalterungen ebenfalls „Gewe-safe®“ VSG-Scheiben. Diese Scheiben aus zwei mal „Gewe-dur®-H“ Weißglas sind so klar und reflexfrei, dass sie je nach Lichteinfall kaum wahrgenommen werden und einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen möglich machen – gläserne Architektur in Perfektion.

Bemerkenswert ist auch das nachhaltige Architekturkonzept: Gegen die extremen Temperaturen der arabischen Halbinsel schützen hinterlüftete Doppelfassaden, ergänzt durch aktive wie passive Verschattungselemente. Auch das Wasserbecken hat seine Aufgabe: Es dient als Auffangbecken für das angesammelte Kondensat. Für dieses Konzept wurde das Projekt Sowwah Square bereits mit der Vorzertifizierung für LEED-CS Gold belohnt.

Autor/in:
Redaktion Glas
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