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Haus mit Aussicht

03.09.2009

Ein Maximum an Transparenz, die nicht auf Kosten von Behaglichkeit und Sicherheit gehen darf – das war die Hauptanforderung von Familie Hirschmugl an ihr neues barrierefreies Heim. Text: Birgit Tegtbauer

Manchmal wacht man auf und alles ist anders.
So ging es Karin Hirschmugl an einem Morgen vor zehn Jahren. Da hatte sie ihren ersten Schub. Diagnose: Multiple Sklerose.

Inzwischen fällt das Gehen ziemlich schwer, Karin Hirschmugl ist teilweise auf den Rollstuhl angewiesen.
Aber Unabhängigkeit gehört für die Ehefrau des steirischen Glaserinnungsmeisters, die selbst im familieneigenen Unternehmen tätig ist, zu einer der wichtigsten Lebensattribute. Sich halbwegs selbstständig, wenigstens im eigenen Heim, zu bewegen, sollte wieder machbar werden.
Denn in der alten Wohnung ist die dreifache Mutter zuletzt auf fast unüberwindbare Grenzen gestoßen: „60 Stufen in die Wohnung, das war einfach zuviel. Ich bin oft wochenlang nicht mehr hinausgekommen”, erzählt sie. Der Wunsch nach einem barrierefreien Haus mit viel Ausblick wurde immer größer.

Und er erfüllte sich im Jahr 2007, als Familie Hirschmugl ein geeignetes Grundstück in der Obersteiermark nahe Trofaiach fand.
5.000 Quadratmeter mitten im Grünen, rundherum nur Wiese und Wald – und ein unglaublicher Blick auf die nahen Berge. Der Baugrund war gefunden und auch der Architekt stand schon fest:
Andreas Kanzian (www.andreas-kanzian.at). „Wir hatten beruflich schon oft miteinander zu tun, und mit seiner Spezialisierung auf barrierefreies Bauen war er perfekt für uns”, so der frischgebackene Hausherr.

Kanzians Idee – nach einigen essentiellen Vorgaben der Bauherren – war ein kompaktes, ebenerdiges Haus für zwei Personen mit einem Maximum an Transparenz nach außen, die aber nicht auf Kosten der Sicherheit und Geborgenheit im Inneren gehen sollte.
Einige kleine Sonderwünsche hatte die Bauherrin schon: Sie wollte uneingeschränkten Blick auf die Berge, auch im Schlafzimmer große Fenster, und einen Platz, wo sie trotz Wind im Freien sitzen kann. Sonst ließ man dem Grazer Architekten völlig freie Hand.
Und schon der erste Entwurf stieß auf allgemeine Begeisterung.

Im April 2008 wurde mit dem Bau begonnen. 125 Quadratmeter Wohnfläche mit einem großen Koch-/Ess-/Wohnraum, einem Schlafzimmer, Bad, WC, Sauna und Wirtschaftsraum – und ein windstilles Atrium in der Mitte des Hauses plus Teilunterkellerung bieten genügend Platz mit viel Bewegungsfreiheit für Karin Hirschmugl.

Für die zahlreichen Glasfronten – insgesamt sind im Außenbereich 130 Quadratmeter plus das Atrium verglast – hatte Profi Reinhard Hirschmugl schnell die passende Lösung gefunden: „Pilkington Insulight Sun platin 37/17” mit „Activ”-Beschichtung.
„Wir haben die verglaste Fassadenseite Richtung Nordwest gewählt, weil wir hier die unbeschreibliche Aussicht auf die Berge genießen können. Und auch klimatisch hat sich diese Entscheidung als sehr angenehm herausgestellt, mit dem Dachvorsprung behält man die Kühle wirklich im Haus”, ist Reinhard Hirschmugl höchst zufrieden mit dem wohnlichen Ergebnis.

Der Sommertest 2009 bestätigte: Bei 32 Grad Außentemperatur hat es im Innenbereich nicht mehr als 23 Grad – ohne Klimaanlage oder andere Hilfsmittel. „Und wenn es drinnen in der Früh kühl ist, öffnen wir die Türen des Atriums und die Wärme der Morgensonne dringt herein”, schwärmt Karin Hirschmugl.
Auch die häuslichen Geborgenheit beeinflussen die großen Glasflächen nicht negativ, die Beschichtung lässt nur Licht aber kaum Blicke nach innen durch.

In den Wohnräumen bestimmen schwarzer Gussaspahlt und dunkle Eichenmöbel das Bild. „Ich bin ziemlich lichtempfindlich, und außerdem konnten wir so einen guten Kontrast zu den drei Meter hohen Glasflächen schaffen”, erläutert die glückliche Hausherrin, die sich zuhause nun wieder (barriere)frei bewegen kann.

Autor/in:
Redaktion Glas
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