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Im Zeichen des Fenster- und Klimawandels

01.04.2019

FENSTER-TÜREN-TREFF // Mit 290 Teilnehmern war der diesjährige Fenster-Türen-Treff der Holzforschung Austria (HFA) in Villach wieder ein Publikumsmagnet. Aktuelle Themen, technische Trends und eine Podiumsdiskussion sorgten im März für zwei informative „Fenstertage“.

Den Keynote-Vortrag zu Beginn des Fenster- Türen-Treff s 2019 bestritt am 7. März Prof. Dr. Heinz Priebernig (TU Wien) zur die Thematik des Sonnenschutzes aus der Sicht des Architekten. Sein Fazit: Gute Architektur, auch im Zusammenhang mit dem Sonnenschutz, hat immer einen direkten Bezug zum Ort und zum Klima. Prof. Dr. Wolfgang Streicher von der Universität Innsbruck betonte in seinem Vortrag mit dem provokativen Titel „Nur dumme Häuser brauchen künstliche Intelligenz“ dass der Sonnenschutz schon im Entwurf des Gebäudes zu planen ist und nicht nach der Maxime „die Haustechnick wird’s schon richten“. Dr. Helmut Hohenstein zeigte die Perspektive der Branche für variable Verschattungssysteme (Stichwort schaltbare Verglasungen) auf.

KLIMAWANDEL

Den zweiten Block „Klimawandel“ eröff - nete Dr. Andreas Gobiet von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Der Klimaexperte zeigte die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels auf das Fenster in punkto Temperatur und Niederschlag auf. In den nächsten Vorträgen wurden diese Themen anhand von Lösungsbeispielen weiter vertieft. Dr. Boris Forsthuber (HFA) etwa sprach über sogenannte „Cool Pigments“. Durch diese Infrarot refl ektierenden Beschichtungen heizen sich auch dunkle Oberflächen weniger stark auf und bleiben annähernd am Niveau von weißen Oberfl ächen, was insbesondere für die meist anthrazitfärbigen Fenster deutliche Vorteile bringt.

In einer Podiumsdiskussion erläuterte eine Expertenrunde die Folgen des Klimawandels für das Fenster. Daniel Mund (Chefredakteur Glaswelt) leitete die Diskussion und stellte unter anderem Fragen über die Auswirkungen an Materialwahl, Öff nungsarten und Ausführung von Fenstern durch sommerliche Überhitzung, Sturmereignisse und Niederschlag. Die Diskutanten waren von ihren Kompetenzen her breit aufgestellt: Klimaexperte Dr. Andreas Gobiet (ZAMG), Fenstervertriebler Manfred Müller (GF Müller Fenstertechnik und Eigentümer), Architekt Prof. Heinz Priebernig (TU Wien), Vertreter der Fensterindustrie sowie F&E DI (FH) Thomas Reibe (Josko Fenster / Türen) und der Sachverständige Ing. Herbert Tschirk. Fazit: Man war sich einig, dass der Klimawandel auch auf die Konstruktion und Ausführung von Fenstern mehr und mehr Einfl uss haben wird.

TECHNIK

Der zweite Tag des Fenster-Türen-Treffs stand ganz im Zeichen der Technik. DI HTL Urs Uehlinger (Berner Fachhochschule) eröff nete den Block über Smarte Fenster. Laut Uehlinger hat das Fenster in den letzten Jahren eine stetige und positive Entwicklung vollzogen. Diese ist aber zu Lasten der Sicherstellung der Lüftungsfunktion gegangen. In seinem Vortrag stellte er zukunft strächtige, automatische Öff nungsmechanismen vor. Auch Seminarleiter Dipl.-HTL-Ing. Peter Schober (HFA) griff selbst zum Mikrofon und brachte Neuigkeiten über Innen- und Außentüren, Einbruchhemmung und Fensterbauarten. Ein Anliegen war ihm die Vorstellung der neuen Plattform www. fenstereinbau.info, die sich speziell an die ausführenden Fenstermonteure richtet. DI (FH) Martin Heßler (ift Rosenheim) erläuterte die fachgerechte Montageplanung, Befestigung und Abdichtung von Großfl ächenelementen (z. B. Hebeschiebetüren) und DI Thomas Walluschnig (Verein Plattform Fenster Österreich) die Abdichtung bodentiefer Fensterelemente.

 

Autor/in:

Andreas Suttner, Redaktion

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