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Immer die Ruhe bewahren

21.03.2010

Moderne Schalldämmgläser schützen vor einer der größten Umweltbelastungen der Gegenwart.

Mindestens 41 Millionen Menschen in 19 europäischen Ländern sind laut einer Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) einem Straßenverkehrslärm von mehr als 55 Dezibel (dB) ausgesetzt. Ein Wert, ab dem nach Angaben der EEA mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen gerechnet werden muss.
Denn Lärm macht krank. Wer dauerhaftem Krach ausgesetzt ist, wird leicht reizbar, neigt zu Schlafstörungen und kann schlimmstenfalls Herz-Kreislauf-Erkrankungen davontragen. Zwar gelten Bau, Industrie und Verkehr als die häufigsten und schlimmsten Lärmverursacher. Allerdings können auch zahlreiche andere Lärmquellen des täglichen Lebens das Wohlbefinden empfindlich stören und auf Dauer krank machen. Damit zählt Lärm zu den größten Umweltbelastungen der heutigen Zeit.

 

Schalldämmung gewinnt an Bedeutung

Die wirksame Schalldämmung von Gebäuden gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Fenster galten dabei lange Zeit als größte Schwachpunkte – allerdings hat sich hier in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Die einfachste Art, Fenster gegen Lärm zu dämmen, besteht darin, viel Glas zu verwenden. So hat eine 12 Millimeter Einfachscheibe einen Schalldämmwert von 34 dB, während eine 4 Millimeter Scheibe lediglich 29 dB erreicht. Auch der Scheibenzwischenraum lässt sich für die Schalldämmung nutzen, etwa durch die Vergrößerung des Zwischenraums oder durch das Einfüllen eines speziellen Gases. Bis vor einiger Zeit wurde hierfür das farb- und geruchlose Schwefelhexafluorid (SF6) verwendet. Mittlerweile ist es jedoch in weiten Teilen Europas verboten, da es sich bei SF6 um ein überaus schädliches
Klimagas handelt, das erheblich zum Treibhauseffekt beiträgt.

 

Entkoppelung von Einzelscheiben
Mittlerweile lassen sich jedoch auch ohne den Einsatz von SF6 hervorragende Schalldämmwerte erzielen. Zum Beispiel, indem man ein Gießharz-Verbundglas oder ein Schalldämm-Verbundsicherheitsglas verwendet. Die Funktionsweise ist in beiden Fällen die gleiche: Durch das sehr weich eingestellte Verbundmaterial werden die Einzelscheiben entkoppelt und die Schwingungen über einen weiten Frequenzbereich äußerst effektiv gedämpft. Mit anderen Worten: Die Scheibe schwingt weniger lange nach.

Das Ergebnis kann sich hören lassen: „Wir verwenden zwei Schalldämm-Verbundsicherheitsgläser bei unserem Produkt Pilkington OptiphonTM", erklärt Johannes Reiter, Marketing- und Vertriebsleiter von Pilkington Austria. „Wir erzielen auf diese Weise Werte von über 50 dB und nähern uns damit den Grenzen des technisch Machbaren." In den oberen Schallschutzklassen setzen sich die modernen Schalldämm-Verbundgläser im Vergleich zu den Gießharzprodukten immer mehr durch. „Das liegt auch daran, dass wir sie als Bandmaß liefern können und man mit ihnen zusätzlich eine Absturzsicherung erreichen bzw. eine Überkopfverglasung ausführen kann", so Reiter.

 

Trend geht zu Dreifach-Verglasungen
Glashersteller wie Pilkington setzen verstärkt auf das Thema Schalldämmung. „Auch bei der Schalldämmung verwendet man immer häufiger Dreifach-Verglasungen", stellt Reiter fest. „Das Thema Schallschutz wird in Zukunft sicher noch an Bedeutung zunehmen, wir rechnen mit einer steigenden Nachfrage für Schalldämmgläser." Hilfe bei der Auswahl des passenden Schalldämmglases finden Architekten und Bauplaner etwa auf den Internetseiten von Pilkington.

Unter www.pilkington.com bietet der „Sound Simulator" sogar die Möglichkeit, unterschiedliche Gläser und ihre schalldämmende Wirkung praxisnah auszuprobieren. Das interaktive Tool zeigt, wie sich der Umgebungslärm durch den Einsatz verschiedener Gläser reduzieren lässt. So kann die schalldämmende Wirkung unterschiedlicher Glastypen, wie zum Beispiel „Pilkington OptiphonTM" oder „Pilkington OptilamTM", auf verschiedene Lärmquellen, etwa Flugzeuge, Autobahnen, Stadtverkehr oder Züge, simuliert werden. Ein Diagramm veranschaulicht das jeweilige Lärmspektrum. Um die Wirkung noch stärker zu verdeutlichen, kann die Lärmbelastung sowohl bei geschlossenem als auch bei geöffnetem Fenster simuliert werden. Architekten und Bauplaner können sich auf diese Weise praxisnah darüber informieren, welches Schalldämmglas für ihren konkreten Anwendungsfall am besten geeignet ist.

Autor/in:
Redaktion Glas
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