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Komplexe Schwünge

05.02.2015

Das Mariinsky-Theater in Sankt Petersburg ist eines der berühmtesten Opern- und Balletthäuser der Welt. Seit dem letzten Jahr steht dem historischen Bauwerk ein moderner Neubau gegenüber, das Mariinsky II. Im großzügig verglasten Foyer des neuen Opernhauses setzen die skulptural geformten Treppen starke gestalterische Akzente.

Anna Netrebko, Placido Domingo und Primaballerina Diana Vishneva: Zur Eröffnung des neuen Mariinsky in Sankt Petersburg gaben sich die Stars der Opern- und Ballettszene die Ehre. Das vom berühmten Dirigenten Valery Gergiev geführte Mariinsky II ist eine Erweiterung des historischen Baus, dessen Ausstattung und Kapazitäten den Anforderungen nicht mehr genügten. Das neue, vom kanadischen Architekten Jack Diamond entworfene Opernhaus wurde als Kubus mit großzügigen Fensterflächen um den als eine der modernsten Bühnen der Welt geltenden Konzertsaal konzipiert. Die 
Architektur interpretiert den historischen städtischen Kontext auf zeitgenössische Weise und fügt sich so harmonisch in die Blockstruktur der Sankt Petersburger Altstadt ein. Große Erkerfenster bieten als moderne Variation historischer Kolonnaden 
Panoramablicke auf die Stadt und das angrenzende Mariinsky-Theater. 

Gebogene Brüstungsgläser

Eindrucksvoll ist das sich über die ganze Höhe und Breite des Gebäudes erstreckende Foyer, indem skulptural angelegte Treppen und Rampen den Raum für die Besucher erschließen. Zwei der Treppen schwingen sich scheinbar frei in die Höhe. Die gläsernen Brüstungsgeländer der mit Seilen abgehängten, sich über mehrere Etagen erstreckenden, ovalen Treppe folgen deren organisch anmutendem Verlauf. Dem gegenüber stehen die klaren Konturen der ebenfalls freitragenden Scherentreppe. Von klarer Eleganz sind die 35 Meter lange Glastreppe, die die Theaterbesucher geradezu zwischen den Stockwerken schweben lässt und eine VIP-Brücke, über die die hochkarätigen Gäste zu ihren Plätzen gelangen und den Ausblick genießen können.
Die technisch anspruchsvollen gläsernen Balustraden aus gebogenem extraweißem SGG „Stadip Contour“ (aus zwei mal ESG) in den unterschiedlichsten Geometrien und Radien fertigte der 
ClimaplusSecurit-Partner Wenna Glas aus Oberösterreich im Auftrag des ausführenden Stahlbauunternehmens Waagner Biro. Insgesamt rund fünfhundert laufende Meter gebogenes Verbund-Sicherheitsglas wurden in den Geländern eingebaut. Moderne Produktionsverfahren und laufende Qualitätsaudits während der Fertigung stellten die hohe Qualität sicher und führten zu einem architektonisch einzigartigen Ergebnis, das auch abseits der Aufführungen viele interessierte Besucher 
aus aller Welt anzieht. Die Treppenkonstruktionen wurden mit dem Structural Award 2013 ausgezeichnet.

Autor/in:
Redaktion Glas
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