Direkt zum Inhalt

Maßanzug aus Glas

30.07.2008

Sicht-, Sonnen-, Wärme- und Schallschutz für ein Bürogebäude – ­perfekt gelöst mit 8.500 Quadratmeter Glas.

Das „Hamilton House“ im Londoner Broadgate-Viertel ist ein Bürokomplex der British Land Company PLC, einer der größten Immobilien- und Investmentgesellschaften des Vereinigten Königreichs. Das Gebäude aus der Feder des Architekturbüros Skidmore, Owings and Merrill (London) zieht Blicke auf sich. Denn die Hauptseite des Gebäudes ist als bogenförmige Structural Glazing Fassade mit teilflächigem Siebdruck ausgeführt: Das schicke Design schützt unter anderem vor Einsichten auf die Schreibtische. Die „Warmfassade“, die optisch wie ein gläserner Schutzschild wirkt, sorgt für eine ausgezeichnete Energiebilanz, verbessert die Schalldämmung und trotzt hohen physikalischen Belastungen durch Wind, Temperaturschwankungen und Erschütterungen von der benachbarten Liverpool Street Station.

Die Technik des Structural Glazing wird in der Objektarchitektur immer beliebter, denn sie sorgt für ein besonders harmonisches Fassadenbild. Bei allseitigem Structural Glazing entfällt die mechanische und von außen sichtbare Halterung der einzelnen Glasscheiben. Stattdessen werden die Glasscheiben an allen vier Seiten auf Rahmenkonstruktionen geklebt, die später mit der Unterkonstruktion des Gebäudes verbunden werden. Neben einer sehr harmonischen, ganzheitlichen Optik ergeben sich auch praktische Vorteile: So spült der Regen anfallenden Schmutz leichter von der Glasfassade. Hochwertige Silikon-Funktionsklebstoffe bieten für die dynamischen Anforderungen beste Voraussetzungen, denn Structural Glazing-Module sind hohen Belastungen ausgesetzt: Sie müssen aufgrund der großen Fläche hohe Windlasten aufnehmen und alle Kräfte, die zum Beispiel durch die thermische Ausdehnung oder Erschütterungen entstehen, auf die Unterkonstruktion am Gebäude übertragen. Auch letztere Funktion ist beim Hamilton House wegen der benachbarten Liverpool Street Station wichtig.

Glas erfüllt vielfältige architektonische Ansprüche

Unter idealen Konstruktionsbedingungen werden SG-Elemente komplett vorgefertigt und erst vor Ort vom Metallbauer mit der Rahmen-Unterkonstruktion am Gebäude verbunden. Beim Hamilton House unterstützt der spezielle Scheibenaufbau die gewünschten Eigenschaften Sonnen- und Wärmeschutz, Sichtschutz und physikalische Widerstandsfähigkeit: Die äußere Scheibe besteht aus teilvorgespanntem Glas (TVG). Zum Scheibenzwischenraum hin, ist es mit einem Siebdruck gegen Einblicke von oben und unten sowie der Sonnenschutzbeschichtung „ipasol neutral 68/34“ versehen. Der Scheibenzwischenraum mit schwarzem Aluminium-Abstandhalter ist 16 Millimeter breit. Die innere Scheibe ist eine Verbundsicherheitsglasscheibe, bestehend aus zwei teilvorgespannten Gläsern.

„Schutzschild“ gegen Umwelteinflüsse

Die SG-Elemente des Hamilton House wurden als „Warmfassade“ ausgeführt, die eine komplette Seite der Gebäudehülle bildet. Die hervorragenden Dämmeigenschaften bei gleichzeitigem solaren Energiegewinn wirken sich positiv auf die Energiebilanz des Gebäudes aus. Der starke Aufbau und das erhöhte Eigengewicht des modernen Sonnenschutz-Isolierglases verbessert die Schalldämmung. Die innere Verbundsicherheitsglasscheibe sorgt für Bruchsicherheit. Diese Funktionen spiegeln sich auch im optischen Eindruck des Gebäudes wider: Die Ganzglasfassade wirkt wie ein gläserner Schild gegen alle Umwelteinflüsse.

An den übrigen Gebäudeseiten wählten die Architekten eine Pfosten-Riegel-Konstruktion – auch hier kommt „ipasol neutral 68/34“ zum Einsatz. Da die Scheibenmaße hier etwas kleiner sind, wurde ein anderer Glasaufbau gewählt: Außen befindet sich eine 10 Millimeter Floatscheibe, deren Innenseite mit „ipasol neutral 68/34“ beschichtet wurde. Der Scheibenzwischenraum mit schwarzem Aluminium-Abstandhalter ist 16 Millimeter breit. Die innere Verbundsicherheitsglasscheibe besteht aus zwei Float- bzw. TVG-Scheiben.

Viel Licht trotz Sonnenschutz und Wärmedämmung

Sonnenschutzglas („ipasol neutral 68/34“) gewährleistet, dass sich die Büroräume im Sommer nicht zu stark aufheizen. Das spart Kosten bei der Klimatisierung. Der g-Wert ist mit 37 Prozent nach EN 410 für die Londoner Wetterverhältnisse ausreichend niedrig. Eine hauchdünne Beschichtung auf der Innenseite der Außenscheibe selektiert die einfallenden Sonnenstrahlen: Während langwellige Wärmestrahlen zum großen Teil reflektiert werden, passiert der kurzwellige Anteil sichtbaren Lichts die Schicht relativ ungehindert. Herausragende Eigenschaft des Glases ist deshalb die hohe Lichtdurchlässigkeit (L = 68 Prozent), die für helle Büros sorgt. Das erzeugt ein angenehmes „psychologisches Raumklima“, denn von natürlichem Tageslicht durchflutete Räume erhöhen die Motivation und somit auch die Produktivität der Büroangestellten. Ebenso „maßgeschneidert“ ist der sehr niedrige Lichtreflexionsgrad nach Außen (10 Prozent nach EN 410), was die Spiegeleffekte z. B. des Straßenverkehrs minimiert.

Der niedrige Ug-Wert (1,1 W/m²K nach EN 673) sorgt für eine effektive Wärmedämmung. So senken die energetischen Eigenschaften des Glases die Betriebskosten, schonen die Umwelt und unterstützen durch viel Tageslicht und geringe Reflexion das Wohlbefinden der in den Büros arbeitenden Menschen.z

Autor/in:
Redaktion Glas
Werbung
Werbung