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Prüfstand für Fassaden in Gleisdorf

07.12.2017

Moderne Fassaden müssen viele Funktionen erfüllen. Für die Entwicklung so komplexer Fassadensystemen gibt es nun einen neuartigen Test- und Prüfstand, der eine Charakterisierung und Bewertung von multifunktionalen Fassadenelementen unter realen Bedingungen erlaubt.

Es gibt seit Jahren Bestrebungen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie des Anteils erneuerbarer Energieträger im Gebäudebereich. Daraus hat sich in den letzten Jahren ein Trend zu komplexeren Fassadensystemen entwickelt. In Zukunft werden Gebäudeoberflächen multifunktional verwendet und sollen zusätzlich zu den klassischen Funktionen auch Energie umwandeln, speichern oder transportieren. Gleichzeitig sind in den letzten Jahrzehnten die Prüf- und Berechnungsmöglichkeiten für Standardkomponenten stark verfeinert worden, wobei sich diese meist auf die Analyse der Eigenschaften von Bauteilen konzentrieren. Bei multifunktionalen Bauweisen werden diese Eigenschaften von mehreren Parametern systemisch beeinflusst, etwa vom Mikroklima, der Haustechnik, dem Nutzerverhalten oder der Behaglichkeit im Innenraum. Diese Abhängigkeiten können mit den üblichen Prüfmethoden meist nicht ausreichend abgebildet werden.

Reale Bedingungen

Für diese Untersuchungen ist ein flexibler, ausreichend großer, real bewitterter Test- und Prüfstand notwendig, der über eine Vielzahl an technischen Features und messtechnischen Einrichtungen verfügt. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft finanzierten strategischen Projekts haben die beiden ACR-Institute AEE – Institut für Nachhaltige Technologien (AEE INTEC) und das Österreichische Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO) seit September 2016 an einer Lösung gearbeitet, um diese Lücke zu schließen. Diese konnte kürzlich eingeweiht werden. Erstmals in Österreich steht ab sofort eine Test- und Prüfeinrichtung mit drehbaren, energetischen Zwillingsräumen für Freiversuche an multifunktionalen Fassadenelementen, Fenstern und Sonnenschutzeinrichtungen zur Verfügung. „Mit diesem Prüfstand ist es zukünftig möglich, einerseits bauphysikalische Vergleichsmessungen und Behaglichkeitsbetrachtungen im Bauteil und in den dahinterliegenden Räumen richtungsorientiert durchzuführen“, erläutert Projektleiter Karl Höfler, Bereichsleiter für Bauen und Sanieren bei AEE INTEC die Vorteile der Fassadenprüfboxen, „andererseits können realitätsnahe Varianten- und Optimierungsstudien für passive und aktive Komponenten in der Fassade simulations- und messtechnisch für Forschungs- und Entwicklungsfragen begleitet werden“, so Höfler.

Nähere Informationen: www.aee-intec.at

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