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„Smarte Glaslösungen sind keine Science-Fiction mehr“

20.03.2018

Der 22. Saint-Gobain Glass-Fachtag am 7. März im Design Center in Linz stand ganz im Zeichen des Schwerpunktthemas smarte Fenster und Fassaden. Entsprechend lockten die hochkarätigen Vorträge kombiniert mit der Aussicht auf zukunftsfähige Produkte, Innovationen und Trends rund 430 Besucher an.

Zum beliebten Traditions-Event Eingeladen hatten auch diesmal Saint-Gobain Glass Deutschland und die österreichischen ClimaplusSecurit-Partner. Nach der kurzen Vorstellung des Tagesablaufs durch Patrick Georg, Marketing Manager der ClimaplusSecurit-Partner bei Saint-Gobain Glass und Moderator des Fachtages, informierte Dr. Frederik Lehner, Geschäftsführer der Interconnection Consulting aus Wien, das Publikum über aktuelle Markttrends zu Glas im Innen- und Außenbau in Österreich. Lehner verwies nicht nur auf die sehr positive Konjunktur in der Baubranche und das „Boomjahr 2017“, sondern erläuterte anhand anschaulicher Statistiken, dass besonders der private Konsum und die rasante Neubaudynamik als die Wachstumstreiber zu erkennen sind. Die Glasindustrie profitiere insgesamt deutlich vom Aufschwung. Zudem seien „Smart Glass Solutions“ längst keine Science-Fiction mehr. „Noch stellen hohe Kosten zwar eine Markteintrittsbarriere dar, zunehmender Wettbewerb führt mittelfristig jedoch zu marktadäquaten Preisen“, so Lehner.

Anschließend referierte Prof. Dr.-Ing. Winfried Heusler, Senior Vice President der Schüco International KG, über smarte Konzepte für zukunftsfähige Fassaden. In diesem Zusammenhang seien die Vernetzung digitaler Objekte und die konsequente Modularisierung bis zum einzelnen Bauteil entscheidende Schlüsselfaktoren. Modulare Baugruppen mit vernetzten intelligenten Komponenten würden durch das Hinzufügen neuer Apps konfigurierbar und flexibel erweiterbar. „Primäres Ziel muss immer die Optimierung des zielgruppenspezifischen Kundennutzens sein: Nur wenn wir begreifen, welche Wünsche unsere Kunden im Innersten haben, können wir unsere Unternehmen langfristig erfolgreich weiterentwickeln“, so Heusler.

Danach präsentierte DI Lars Anders, Managing Director der Priedemann Fassadenberatung GmbH in Berlin unter dem provokanten Titel „Fassade, Glas und digitale Disruption – zieht der Sturm an uns vorbei?“ einen polarisierenden Statusbericht zu Trends, Potenzialen und optionalen Veränderungen beim Geschäftsmodell Fassade. Sein Fazit: Der Sturm werde nicht vorbeiziehen, digitale Prozesse seien in der Fassadenplanung und -ausführung nicht mehr aufzuhalten. Dies berge zwar Risiken, aber noch mehr Chancen. „Die Digitalisierung verkürzt nicht nur Reaktionszeiten, vor allem bei Großprojekten, sondern ermöglicht darüber hinaus individualisierte Customized-Produkte, die durch die Möglichkeiten eines Monitorings oder einer Nachkontrolle auch neue Geschäftsfelder eröffnen“, so Anders.

Im Anschluss kam Dr.-Ing. Walter Haase, Geschäftsführer der ILEK Universität Stuttgart, zu Wort, der innovative Systeme unter Einsatz von smarten Materialien zur Regelung des Licht- und Energiedurchgangs aus wissenschaftlicher Sicht vorstellte. Haase unterschied dabei zwischen invarianten, selbstregelnden und steuerbaren Systemen und beschrieb darüber hinaus auch ein Forschungsprojekt an der ILEK Universität zu schaltbaren Verglasungen.

Unter dem Motto „Glas im Bauwesen – Normung versus Schutzziele?“ gaben dann Ralf Vornholt aus der Anwendungstechnik der Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH und  Manfred Beham, gerichtlich beeideter Sachverständiger Glas im Bauwesen der Ertl Glas AG, noch einen ausführlichen Überblick über Glas am Bau und seine Regelwerke.

Der Nachmittag startete mit zwei zeitgleich stattfindenden Workshops: Während Christian Kobusch von der Gral Systeme GmbH Designduschen und die nächste Generation Schiebeduschen vorstellte, referierte Andreas Bittis, Marktmanager Fassade bei der Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH, über den immer stärker spürbaren Wunsch nach mehr Transparenz und die damit verbundene Fokussierung auf Tageslichtnutzung durch adaptive Fassaden. Im Anschluss fand im Kongresssaal die bereits zu Beginn des Tages angekündigte Podiumsdiskussion statt, bei der alle Redner des Vormittags noch einmal ausführlich zu Wort kamen und Fragen aus dem Auditorium beantworteten.

Den fesselnden Abschluss des Tages übernahm Ultraradsportler Christoph Strasser, der die Gäste mit seinem Bericht über seine Erfolge beim längsten Radrennen der Welt, dem „Race Across America“, faszinierte. Strasser gab praktische Tipps zu den Themen Zielsetzung und Motivation und erläuterte, wie dank eines positiven Umgangs mit Niederlagen aus einem Scheitern eine neue Chance werden kann.

Die durchwegs positive Gesamtstimmung von Ausstellern, Gästen und Referenten wurde durch das Fazit von Patrick Georg noch einmal untermauert: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Fachtag und haben es wieder geschafft, hinsichtlich Besucherzahl und Qualität der Veranstaltung an das letzte Jahr anzuknüpfen.“

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