Direkt zum Inhalt

Stattlicher Fels

17.04.2013

Direkt am Überseeboulevard in Hamburgs boomender Hafen-City liegt das Sumatrakontor. Der niederländische Architekt Erick van Egeraat entwarf das multifunktionale Gebäude als moderne Variante der traditionellen Backsteingebäude des Hafenviertels. Für die Ladenpassagen im Erdgeschoss und im aufsehenerregenden Atrium wurden rund 1.500 Quadratmeter Sonnenschutz- und Sicherheitsglas verbaut.

Tropischer Wald, schwingende Baumwipfel oder aufragende Vulkane: Die auffallende Fassade des Sumatrakontors, mitten im Überseequartier gegenüber der historischen Speicherstadt gelegen, weckt Assoziationen an die Insel Sumatra und spielt auf die weltweiten Handelsbeziehungen der Hafenstadt Hamburg an.

Die dynamische Aluminium-Glas-Sandstein-Fassade des trapezförmigen Blockes mit ihren markanten Gebäudeecken wird durch mehrere Einschnitte in vier weitgehend gleiche Teile gegliedert. Die vertikalen Einschnitte aus Glas verleihen dem imposanten Gebäudeblock Struktur und Leichtigkeit. Die so entstehenden Gebäudeteile sind unterschiedlich hoch und breit, auch die Ecken laufen unterschiedlich spitz zu. Die Fassaden sind nach außen geneigt (bis circa 5,5 Prozent), dadurch ähnelt etwa die östliche Eckkante einem riesigen Schiffsbug. Das Gebäude umschließt einen begrünten Innenhof von rund 2.000 Quadratmeter. Dem Masterplan der Stadt entsprechend taucht das Ziegelrot der alten Vorratshäuser auch in der Fassade des Sumatrakontors auf. Im unteren Bereich dominieren Quader aus rotem Sandstein, nach oben hin werden sie allmählich von helleren Elementen aus Aluminium abgelöst. 
 
Vertikal aufstrebend
Ein weiteres architektonisches Highlight ist das 36 Meter hohe gläserne Eingangsfoyer an der Südseite. Hier wird die Fassade schräg „aufgeschnitten“ durch eine nach innen geknickte Pyramide aus Glas. Eine luftige Stahlkonstruktion und ein Multipoint-Verglasungssystem aus Sonnenschutz-Isolierglas mit vertikal linienförmig gelagerten Glaselementen eröffnen dem Besucher im Atrium einen imposanten „Hochblick“ über sämtliche Geschosse. Die schräge Glasfassade ist an innenliegenden, vertikalen Stahlseilen abgehängt, die im Bereich der Leibungen der Glasfassade und der Bodenplatten verankert und mit den Punkthalterungen verbunden sind. Durch Horizontalbleche werden die Windlasten der Glaselemente aufgenommen und in die Geschossdecke geleitet. Die Glasscheiben sind mit Klemmen in den Punkthalterungen befestigt. Die Klemmhalter werden durch die horizontalen Stahlbleche über gelenkige Verbindungen aufgenommen. Bei der Befestigung der Glasscheiben musste darauf geachtet werden, dass die Gläser nicht eingespannt werden und ihrer natürlichen Biegelinie folgen können.

Auch die Fenster tragen zu dem vertikal aufstrebenden, dynamischen Eindruck bei: Sie sind ebenso wie die Fassaden-platten stets höher als breiter. Die Anordnung der Fenster ist jedoch nicht streng geometrisch, sondern oft leicht versetzt, schmalere und breitere Fenster wechseln einander ab und vermitteln so einen lebendigen und abwechslungs-
reichen Eindruck.

Während die Außenfassade des Sumatrakontors das pulsierende urbane Leben ringsherum widerspiegelt, sind die Fassaden des Innenhofs ganz zurückhaltend in schlichtem Weiß gehalten. Holzlattungen verkleiden die nach innen liegenden Laubengänge, die den begrünten Hof umschließen.

 

Nachhaltig gebaut
Das Sumatrakontor bietet auf 17.800 Quadratmeter Bürofläche, 4.744 Quadratmeter Geschäftsfläche und 7.660 Quadratmeter Wohnfläche viel Platz für unterschiedliche Nutzungsformen. Im Erdgeschoss locken hochwertige Einzelhandelsgeschäfte die Passanten, die oberen Etagen beherbergen Büroeinheiten und Wohnungen. Von den oberen Geschossen und der Dachterrasse im 8. und 9. Obergeschoss hat man einen weiten Blick über die Stadt, die Alster und die Elbe. Besonderen Wert legte Architekt Erick van Egeraat auf die Nachhaltigkeit des Gebäudes: Eine Betonkern-temperierung reduziert den Energieverbrauch, auch beim Baumaterial wurde auf möglichst geringen Ressourcenbedarf und Langlebigkeit der Baustoffe geachtet. Das Sumatrakontor wurde deshalb mit dem „HafenCity Hamburg-Silber-Zertifikat“ ausgezeichnet, das die Stadt Hamburg zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen vergibt. Dies entspricht einer goldenen Zertifizierung im internationalen LEED System.

Autor/in:
Redaktion Glas
Werbung

Weiterführende Themen

Glaskunst
10.07.2014

Viele Designer der heutigen Zeit beschränken sich nicht mehr auf einen speziellen Produktionszweig, sondern wandern gleichsam durch alle Bereiche der Kunst, von der Architektur, der Glaserzeugung ...

Marktnews
04.01.2014

Werner Goll, der letzte Glas- und Spiegelätzer Österreichs, erhielt von der irakischen Botschaft den Auftrag, acht Ganzglastüren für den Nassbereich mit floralen Motiven zu verschönern.

Marktnews
02.01.2014

Im Geschäftsjahr 2012/13 konnte die Dorma Gruppe die im letzten Jahr erstmalig erzielte Umsatzmilliarde im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf rund 1.032 Mio. Euro ausbauen.

Innungen
27.12.2013

Ausgewählte Geschäfte, Institutionen und Designer ergriffen die Initiative und öffneten für Interessierte am 8. November 2013 ihre Geschäfte. Im ersten Bezirk in Wien war es unter anderem das ...

Werkstoff & Technik
13.11.2013

Glas und Farbe – eine Verbindung mit besonderer Ausstrahlung. Auf keinem anderem Untergrund haben Farben eine solche Leuchtkraft und Tiefenwirkung wie auf Glas. Das macht farbiges Glas in der ...

Werbung