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Koloman Mosers Entwurf für das Fenster in der Kirche Hl. Leopold am Wiener Steinhof.

UNIVERSALKÜNSTLER KOLOMAN MOSER

02.04.2019

MAK-SCHAU // Spätestens beim Besuch der Kirche Hl. Leopold am Steinhof in Wien wird man von der Bedeutung des Künstlers Koloman Moser überzeugt. Stammen doch die Entwürfe zu den übergroßen farbigen Glasfenstern von ihm. Eine aktuelle Ausstellung würdigt den vor 101 Jahren verstorbenen Universalkünstler.

In der aktuellen Ausstellung im Wiener MAK zu sehen: Likörglas um 1900.
In der aktuellen Ausstellung im Wiener MAK zu sehen: Vase um 1900.
INFORMATION

Koloman Moser, bis 22. April 2019 im MAK, Museum für angewandte Kunst, Wien.

WWW.MAK.AT

Das Konzept für die Bleiglasfenster der Kirche Hl. Leopold am Wiener Steinhof wurde von Architekt Otto Wagner so vorgegeben, dass der Innenraum optimal mit Tageslicht erleuchtet wird. Leopold Fostner hat nach den Entwürfen von Koloman Moser die Produktion übernommen. Das westliche Fenster zeigt die leiblichen Tugenden, das östliche Fenster die geistigen Tugenden. Die vier Fenster in der Kuppel zeigen die vier Evangelisten. Das große Fenster über dem Eingang ist leider schwer zu erkennen und ist innen durch die Orgel verdeckt.

Der Künstler Koloman Moser war in den Bereichen der Malerei, Grafik, Kunstgewerbe und Innenraumgestaltung ebenso wie bei Mode und Bühnenbild erfolgreich tätig. Damit verwirklichte er die Idee der Wiener Secession zum Gesamkunstwerk in beeindruckender Weise. Neben Gustav Klimt und Josef Hoffmann zählt er zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten jener Epoche, die in Wien um 1900 auf der Suche nach einer neuen Formensprache war.

BIOGRAFIE UND LEBENSWERK Am 30. März 1868 in Wien geboren, nahm Koloman Moser bereits neben seiner Schulzeit Zeichenunterricht und meldete sich 1885 heimlich an der Akademie der Bildenden Künste Wien zur Aufnahmeprüfung an – die er auch bestand. Bekannte Lehrer wie Rumpler, Griepenkerl und Trenkwald verhalfen ihm zu einer erfolgreichen Ausbildung.

Im Jahr 1887 wurde Koloman Moser zum Mitbegründer der Wiener Secession und stellte zahlreiche Illustrationen für die Zeitschrift Ver Sacrum zur Verfügung. Das im November 1898 eröffnete Gebäude der Secession wies einige Werke von Koloman Moser auf: So den Fassadenschmuck in Form stilisierter Eulen und den Fries der Kranzträgerinnen, der nach der Zerstörung rekonstruiert wurde. Ein weiterer bedeutsamer Schritt des Künstlers war die Gründung der Wiener Werkstätte im Jahr 1903 gemeinsam mit Josef Hoffmann und dem Industriellen Fritz Wärndorfer. Ziel war es, das Kunsthandwerk gegenüber industrieller Produktion zu unterstützen und zu fördern.

Anlässlich der Wiederkehr des Todesjahres von Koloman Moser vor 100 Jahren (er starb 1918) werden im MAK Wien noch bis 22. April ausgewählte Arbeiten aus dem Oeuvre des Universalkünstlers präsentiert. Chronologisch aufgebaut und in fünf Gruppen gegliedert, bietet die Ausstellung einen Überblick über Arbeiten und Entwürfe sowohl aus dem textilen Bereich und aus der Malerei und Glaskunst – vom Prunkpokal aus Glas bis zu den Entwürfen für die Glasfenster in der Steinhof- Kirche.

Autor/in:
Helga Högl
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