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Utopien in Glas

08.07.2013

Das Glasmuseum Frauenau im bayrischen Wald präsentiert die Werke des Künstlers Renato Santarossa zu seinem 70. Geburtstag.

Renato Santarossa kombiniert Licht mit Glas und rückt damit die Schönheit des transparenten Werkstoffs einmal mehr in den Vordergrund, ohne ihn allein auf seine oberflächliche Ästhetik zu reduzieren. Vielmehr benutzt der 1943 in Bozen geborene Künstler und Ingenieur das Glas als Mittler von Empfindungen, Angedeutetem und Gefühlsmomenten. In seiner Ausstellung „Utopoli – Ein gläsernes Environment" führt Renato Santarossa den Betrachter an die Grenze zwischen Glaskunst und industrieller Produktion, in ein Universum, dessen sakrale Dimension sich mit Utopischem und Fiktivem verbindet.

 

Die Sonderschau anlässlich des 70. Geburtstags Santarossas präsentiert ein raumfüllendes Gesamtkunstwerk aus Glas, Metall und Herbstlaub, das an religiöse Rituale aus geheimnisvollen, fernen Kulturkreisen erinnert: Die mit streng grafischen Elementen und Schriften verzierten Glasstelen, die durch Bleiabschlüsse symbolisches Gegengewicht erhalten, gruppieren sich um eine große gläserne Arche, die synonym für Künftiges, Hoffnungsvolles und den Fortbestand des Lebens steht. Die Stelen als gläserne Wächter drücken geistige Kräfte wie Philosophie, Mathematik und Geometrie aus. Zentrales Element der Gesamtszene ist eine dem Mittelpunkt entrückte Stele der Königin, die in der Intention des Künstlers jedoch zum übergreifenden Sinnbild einer vergangenen und zugleich künftigen utopischen Kultur wird.

 

In Frauenau ist Renato Santarossa kein Unbekannter: Für die Gläsernen Gärten gestaltete er die vielbeachtete Skulptur „Poesia della Trasparenza" im Teich vor dem Glasmuseum, die – wie im Titel angedeutet – trotz beeindruckender Ausmaße filigran und nahezu geisterhaft übers Wasser zu gleiten scheint. Mit seiner Installation „Utopoli" entführt der Künstler einmal mehr in eine durchsichtig-irreale Bilderwelt, die die Sympathie und Aufmerksamkeit jener Betrachter sichert, die sich stets und bereitwillig auf neue Quellen der Inspiration einlassen wollen.

Ausschreibung: Zwieseler Kölbl 2013

Der Europäische Nachwuchsförderpreis für Glaskunst wurde vom Glasmuseum Zwiesel bzw. Stadt Zwiesel ausgeschrieben und ruft zur Teilnahme auf. Eingeladen sind alle europäischen Glasschaffenden unter 30 Jahren, die für den Wettbewerb zwei Glasobjekte anmelden können, die nicht älter als zwei Jahre sein dürfen und/oder noch nicht öffentlich ausgestellt worden sind. Die prämierten Werke werden in der Internationalen Glasausstellung vom 10. August bis 3. Oktober 2013 in Zwiesel gezeigt.

 

www.glastage.zwiesel.de/zwieseler-glastage/glasaktivitaeten/zwieseler-ko...

Text Helga Högl (zit. Katalog)

Autor/in:
Redaktion Glas
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