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„Vorsicht Glas!“

18.11.2010

Studenten der Universität für angewandte Kunst in Wien zeigen Ergebnisse ihres Workshop in der Glasmalerei Geyling.

Die Glasmalerei Geyling wurde 1841 vom akademischen Landschaftsmaler Carl Geyling (1814-1880) in Wien Mariahilf gegründet. Das Unternehmen ist heute die älteste Glasmalereiwerkstatt Österreichs und kann auf eine lange Tradition hochwertiger Kunstproduktionen zurückblicken. Von seinen Erben wurde die Glasmalerei 1997 an das Stift Schlierbach verkauft, dem die Werkstatt heute gehört.

Schon Carl Geyling arbeitete mit allen wichtigen Architekten und Künstlern seiner Zeit zusammen. Seine Werke sind in vielen sakralen und profanen Bauwerken der ganzen österreichisch-ungarischen Monarchie und darüber hinaus vertreten. Auch die nachfolgenden Generationen arbeiteten mit den wichtigen Architekten und Künstlern ihrer Zeit zusammen. Neben Glasmalerei stellte die Werkstatt auch Ätzarbeiten und Glasmosaike her.

Die Verbindung der Werkstatt mit dem Museum und der Universität für angewandte Kunst hat eine lange Tradition, die seit der Gründung des Museums bestand. Carl Geyling war gut bekannt mit dem Kunsthistoriker Rudolf von Eitelberger, dem Gründungsdirektor des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK) und stellte seine Produkte dort regelmäßig aus. Nachdem die Wiener Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst) 1867 zur qualitativen Verbesserung des Kunstgewerbes gegründet wurde, lieferten ihre Professoren auch der Glasmalerei Geyling Skizzen und Kartons für viele bedeutende Glasmalereien, wie z.B. für die Votivkirche.

Ab 1901 wurde im neuen Lehrplan an der Kunstgewerbeschule sogar eine eigene Werkstatt für Kunstverglasungen und die Ausbildung für Glasmalerei eingerichtet. Der akademische Maler und Prof. Reinhold Klaus, war nicht nur künstlerischer Leiter der Glasmalerei Geyling, sondern leitete in den 1920er bis 1940er Jahren die Fachklasse für Glasmalerei und Verbleiung, später auch die für Mosaik in der Kunstgewerbeschule und ging als stellvertretender Direktor in Pension.

In den letzten Jahrzehnten hat die Glasmalerei an der Universität für angewandten Kunst allerdings an Bedeutung verloren und ist seit den 1980er Jahren aus dem Blickfeld der zeitgenössischen Künstler fast gänzlich verschwunden. In letzter Zeit lässt sich aber eine vermehrte Diskussion über die Glasmalerei feststellen. So wurde mit den Glasmalereiprojekten von zwei der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Malern in Köln, Markus Lüpertz in St. Andreas und Gerhard Richter im Dom, ein Anstoß gegeben, über zeitgenössische Glasmalereien nachzudenken.

 

Der Workshop für junge KunststudentInnen

In dem jetzt durchgeführten Workshop bekam eine Gruppe von Studenten die Möglichkeit, Einblick in die Welt der Glasmalerei und Glasgestaltung zu erhalten. Sie erarbeiteten einen Entwurf, der in der Werkstatt gemeinsam mit Fachkräften ausgeführt wurde und nun in der zu der Werkstatt gehörigen Galerie ausgestellt wird. Die Werkstatt stellte Material, Werkzeug und Know-how zur Verfügung. Das Werkstück bleibt im Eigentum des Künstlers.

 

Die Galerie in der Glasmalereiwerkstatt Geyling.
Vor einigen Jahren hat die Glasmalerei Geyling Räumlichkeiten für Kunstausstellungen geschaffen. Es handelt sich bei der Galerie um einen Raum von ca. 65 Quadratmetern. In den letzten Jahren wurden dort Projekte von bekannten Glasgestaltern, aber auch zeitgenössischen Künstlern anderer Richtungen präsentiert. Auch künftig sollen hier verstärkt Ausstellungen zu dem Schwerpunktthema „Glas“ erarbeitet werden, darunter der nun statt findende Glasworkshop von Studenten der Universität für angewandte Kunst aus der Malerklasse von Prof. Johanna Kandl.

 

 

Ausstellung Vorsicht Glas!

Workshop für Studenten der Universität für angewandte Kunst, Abteilung Malerei

 

19. November bis 28. Jänner 2011

 

Galerie Geyling in der Glasmalerei Geyling, Stiegergasse 15–17/1, 1150 Wien

I: www.geyling.at

 

Galerieöffnungszeiten:

Mo – Do 10h – 16h30, Fr 10h-14h und nach tel. Vereinbarung: 01/ 895 02 17

Autor/in:
Redaktion Glas
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