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„Wir folgen der Strategie unserer Kunden“

29.04.2014

Im Interview erläutert Thomas Bois, seit September 2013 Geschäftsführer der Saint-Gobain Deutsche Glas GmbH und Regional Managing Director der Glassolutions für Mitteleuropa seine wichtigsten Ziele für das Jahr 2014 und die nahe Zukunft.

Welche Ziele haben sich Sie mit Ihrem Amtsantritt gesetzt?
Thomas Bois: Wir wollen weiter wachsen. Und mit unserem Netzwerk haben wir auch alle Möglichkeiten, dies in jedem unserer Segmente zu schaffen. Das Schlüsselwort dazu lautet: Synergien. Da ich neben meiner Funktion als Geschäftsführer der Saint-Gobain Deutsche Glas auch Regional Managing Director der Glassolutions für Mitteleuropa mit den Ländern Österreich, Schweiz, Tschechische Republik und Slowakei bin, werde ich mich künftig verstärkt um Synergien in der Region kümmern. Das ist zum Beispiel wichtig für Kunden, die zwar ihren Hauptstandort in Deutschland haben, aber dort über internationale Bauprojekte entscheiden. Wir haben drei große Projektstandorte – Eckelt Glas Österreich, Flachglaswerk Radeburg, Deutschland, und Saint-Gobain Glass Solutions CZ in Brno, Tschechien –, deren Kapazitäten wir grenzübergreifend für große Bauvorhaben nutzen können. Das heißt, wir haben zum Beispiel für große internationale Fassadenbauer immer eine Lösung – auch in der Hochsaison, in der bislang das Kapazitäts-Management ein Dauerthema war.

Wie sieht die länderübergreifende Zusammenarbeit konkret aus?
Die Geschäftsführer, technischen Direktoren und Vertriebsleiter der Standorte in den fünf benachbarten Ländern arbeiten bereits jetzt viel enger zusammen als früher, um die industriellen Strukturen an die Erfordernisse unserer Großkunden wie zum Beispiel international tätige Fassadenhersteller und Fensterbauer anzupassen. Wir folgen unseren Kunden dorthin, wo sie sich befinden, durch eine angepasste Kommunikation und vereinfachte Entscheidungsprozesse. Wir folgen also der Strategie unserer Kunden: Damit heben wir uns gegenüber Wettbewerbern ab, die hauptsächlich nur in Deutschland produzieren und vertreiben. Daneben setzen wir natürlich auf die regionale Stärke unserer Standorte, denn unser Geschäft ist und bleibt lokal. Das wichtigste Bindeglied zwischen uns und dem Kunden ist der Mitarbeiter vor Ort, der den Kunden am besten kennt und ihm die passende Lösung anbieten kann. Und dies auch dann, wenn die dazu notwendigen Produkte nicht an seinem, sondern an den Segmentstandorten für Isoliergläser, Spezialitäten oder Projekte gefertigt werden. Auf diese Weise können wir uns auf die Entwicklung technisch innovativer Produkte konzentrieren, ohne den Bezug zum regionalen Geschäft zu verlieren, das für uns sehr wichtig ist. Ziel der Vertriebsorganisation der Glassolutions ist also weiterhin, für alle bestehenden Marktsegmente Ansprechpartner der ersten Wahl zu sein.

Welche Themen sind Ihnen als Geschäftsführer der Saint-Gobain Deutsche Glas persönlich wichtig?
Persönlich wichtig ist mir vor allem eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und mir liegt die Personalentwicklung sehr am Herzen. Ich will engagierte Mitarbeiter stärker fördern und motivieren, junge Potenziale im Unternehmen gezielt identifizieren, sie aufbauen und ihnen Perspektiven zeigen. Das ist die Stärke einer internationalen Unternehmensgruppe wie der unseren: Wir können eine spannende Karrierelaufbahn bieten. Der zweite Punkt ist eine noch stärkere Kundenorientierung. Was neben einem starken Team für mich zählt, ist der zufriedene Kunde. Wir müssen uns also noch mehr als bisher zu einer Vertriebskultur im Unternehmen bekennen. Es ist nicht mehr wichtig, von welchem Standort ein Produkt kommt, sondern dass der Vertrieb insgesamt gut funktioniert und wir unseren Kunden für ihre Anwendungen das beste Produkt und einen zuverlässigen Service anbieten können.

Sie sind jetzt seit September 2013 im Amt. Wie fühlen Sie sich als Franzose in Deutschland?
Ich glaube, man spürt schon, ich bin kein typischer Deutscher. Ich bin für den einen oder anderen hier immer wieder für eine Überraschung gut. Und das ist gut und belebend für das Miteinander. Ich würde jedoch zum Beispiel nie selbst im Regionalgeschäft an einen deutschen Tischler unsere Produkte verkaufen wollen, da braucht es einen Einheimischen, der die Mentalität und die Region kennt. Für meine zentralen Aufgaben als Geschäftsführer und Regional Managing Director und als Schnittstelle zu unserer französischen Mutter in Paris ist es sicher von Vorteil, Franzose in einem deutschen Unternehmen zu sein. Und ganz abgesehen davon, ich habe viel Spaß, ganz ehrlich, insbesondere mit meiner Mannschaft.

Autor/in:
Redaktion Glas
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