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Wohnen am See

01.09.2012

In absoluter Toplage am Südufer des Wörthersees errichtete das Wiener Architekturbüro Neumann + Partner für die Neubrand Privatstiftung ein exklusives Appartementhaus mit verglastem Panoramablick auf die beeindruckende Seelandschaft.
 
Text: Veronika Janyrova, Fotos: Neumann + Partner

Das neu errichtete Appartementhaus „Villa Velden" liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum kleinen Ort Auen im Gemeindegebiet von Velden am Südufer des Wörthersees. Der Errichtung ging ein architektonischer Ideenfindungsprozess für die Neubebauung des parkartig angelegten Grundstücks voraus, den das Team von Architekt Heinz Neumann für sich entscheiden konnte. Der von Neumann + Partner entwickelte Baukörper nutzt das natürliche Gefälle des Geländes und schiebt sich ausgehend vom Seeufer terrassenartig den Hang hinauf in Richtung der ausgedehnten Parklandschaft. Dabei gliedert sich das Gebäude in zwei Untergeschoße, die zum Großteil im Hang eingebettet liegen, ein Erdgeschoß auf dem Niveau des Parks sowie ein versetztes Dachgeschoß, das rund sechs Meter über den Eingangsbereich auskragt.

„Die übereinander geschachtelten Kuben der einzelnen Geschoße machen zum einen die innere Struktur nach außen ablesbar und betonen auf der anderen Seite die Horizontale. Ein gestalterischer Trick, der dem Gebäude – vor allem von der Seeseite aus betrachtet – optisch an Höhe nimmt", erklärt Heinz Neumann. Zusätzlich unterstützt wird dieser Effekt durch das versetzte Dachgeschoß sowie die Verkleidung des Unter- bzw. Sockelgeschoßes mit dunklem, geschliffenem Basaltstein. Darüber wurde die Gebäudehülle als vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Steinplatten aus hellem Donaukalk verkleidet und zum See hin vollständig verglast.

 

Großzügige Verglasung.

Insgesamt finden in dem viergeschossigen Baukörper sechs luxuriös ausgestattete Appartements Platz – dank raumhoher Verglasungen alle mit Panoramablick auf den See. Im ersten Untergeschoß ist den beiden Maisonettewohnungen eine großzügig geschnittene Terrasse als privater Freiraum vorgelagert. In die Holzdielen der Terrasse sind satinierte Glaspaneele eben in den Boden eingelassen. Diese sorgen für eine ausreichende Belichtung des Gemeinschaftsbereiches im zweiten Untergeschoß. Neben Keller- und Lagerräumen sowie der gesamten Haustechnik befinden sich auch eine gemeinsame Küche, ein Speiseraum, ein kleiner Kinosaal und ein Partyraum sowie eine ausgedehnte Wellnesslandschaft im zweiten Untergeschoß. Mit Blickrichtung auf den See schaut die Vorderfront vollständig aus dem Hang heraus und ist ebenfalls über die gesamte Breite raumhoch verglast.

Der vorgelagerte Freibereich kann sowohl direkt von den Gemeinschaftsräumen aus betreten werden, ist aber auch über die seitliche Freitreppe zugänglich und dient den Bewohnern als gemeinsame Liegewiese für ausgedehnte Sonnenbäder.

Zwei Gesichter.
In Richtung des Parks präsentiert sich das Appartementhaus als streng symmetrischer Baukörper – gehüllt in edlen, nahezu weißen Donaukalk. Das auskragende Dachgeschoß stützt sich auf den Liftturm, der zusammen mit dem angrenzenden Stiegenhaus das Rückgrat des Gebäudes bildet. Neumann dazu: „Exakt in der Mittelachse positioniert und vollständig verglast stellen Lift und Stiegenhaus eine optische Zäsur dar, die den Baukörper in zwei spiegelgleiche Hälften teilt." Dabei ist nicht nur die Aufzugskabine verglast, sondern auch die Treppen selbst sind komplett aus Glas gefertigt, wodurch Bewohner und Besucher, die sich über den zentralen Weg durch den Park dem Haus nähern, durch die gesamte Gebäudetiefe hindurch auf den See blicken
können.

Was vorne als vertikaler Glasstreifen durch die steinerne Fassade schneidet, löst sich in den horizontalen, raumhohen Glasbändern der Rückseite vollständig auf. Dabei öffnet sich das überbreite, massiv gerahmte Erdgeschoß mit einer durchlaufenden Loggia großzügig zum See und thront auf dem filigran wirkenden, verglasten Untergeschoß.

Ausgefeilte (Glas)Technik.

Wesentliches Gestaltungselement des Gebäudes sind die vollständig verglaste Seefassade sowie das gläserne Stiegenhaus samt Liftturm. Die raum-hohen Verglasungen der Seeseite sind als Schiebetürelemente bzw. Schiebetürflügel gefertigt und mit einer Zweifachverglasung versehen. Um maximale Transparenz zu erreichen, sind auch die Treppenstufen sowie das Treppengeländer vollständig in Glas gefertigt. Während die Setzstufen transparent ausgeführt sind, wurden die Trittstufen rutschhemmend mit Siebdruck aus Dreifach-VSG ausgeführt. Die Stiegengeländer bestehen aus Zweifach-VSG, die mittels Glasbohrungen und Punkthalter auf die tragenden Stahlholme montiert sind. Eine Nurglaskonstruktion auf einer Pfosten-Riegel-Alukonstruktion schließt Liftturm und Stiegenhaus nach oben ab. Die einzelnen Glaselemente sind über Silikonfugen miteinander verklebt.

Eine bauphysikalische Herausforderung stellen die Glaseinsätze im Terrassenboden dar. Vor allem die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit im darunterliegenden Sauna- und Wellnessbereich führt zur Bildung von Kondenswasser an der vergleichsweise kühleren Glasfläche. Um diesem ungewünschten Effekt entgegen zu wirken, wurden sämtliche Glaselemente unterhalb der Konstruktion mit einer Begleitheizung versehen, um Glas und Rahmen auf Zimmertemperatur aufzuheizen. An der Oberseite sind die flächenbündig in den Terrassenboden eingelassenen Glaselemente mit einem transluzenten Siebdruck als Rutschhemmung und Sichtschutz versehen.

Autor/in:
Redaktion Glas
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