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AMB: Energieeffizienz wird bald zur Chefsache

01.10.2010
AMB

Energieeffizienz gewinnt in der Metallverarbeitung – auch wegen des politischen Drucks auf EU-Ebene – an Bedeutung. Die AMB in Stuttgart präsentierte Lösungen.

Angesichts steigender Preise für Energie, ökologischer Belastung in den entwickelten Industrieländern und endlichen Vorräten an fossilen Brennstoffen, gewinnen Themen wie die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit für die Industrieproduktion an Bedeutung. Letztlich entscheiden sie über die Zukunft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und auch österreichischen  Unternehmen.
 

 „Mit großem Interesse wurden die die Besuchertour „Energieeffizienz“ auf der AMB beachtet. Insgesamt sieben Unternehmen und Stände wurden besucht. Stationen der Besuchertour „Energieeffizienz“ waren beispielsweise die Sonderschau „Innovationstour Metallbearbeitung“ des PTW oder der Stand der Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH. Hier stellte beispielsweise Peter Wagner, Leiter Entwicklung Maschinen bei Heller, unternehmensspezifische Erkenntnisse in punkto Energie vor. Allerdings: „Vorrangig diskutieren wir mit Unternehmen beim Kauf von Maschinen nicht über Energiekosten, die sich in ein bis fünf Jahren amortisieren, sondern über Rabatte.“ Energetisch sparsame Maschinen habe die Maschinenfabrik bislang hauptsächlich durch neue Motorentechnik auf den Markt gebracht.

Nächster Stopp war bei DMG Deckel Maho Gildemeiseter, DMG Electronic GmbH, hier stellte Dr. Peter Pruschek den DMG EnergySave Energiesparrechner vor. Pruschek: „Es ist ein kleines Gerät mit großer Wirkung, da mit dem Nachrüstsatz für Werkzeugmaschinen – herstellerunabhängig – bis zu 75 Prozent Energie im Stillstand eingespart werden kann.“ Das Hardwaremodul schaltet die Maschine in unproduktiven Zeiten in eine automatische Ruheschaltung und bringt sie in den sogenannten „Not-Aus-Zustand“. Dadurch werde die Stromaufnahme erheblich reduziert. Besonderer Service für Sparwillige: unter www.gildemeister.com/de,container,dmg-nachruestung können Unternehmer mittels einem Energiesparrechner das Sparpotenzial für ihre eigene Maschine berechnen lassen.

Vor dem Hintergrund, dass das komplette Abschalten der Maschine je nach Warmlaufzeiten von zehn Minuten bis einer Stunde dauern kann, sei diese Savebox eine Alternative, mit der immerhin noch rund 50 Prozent der Energiekosten eingespart werden können. Je nach Maschine bewegen sich die Kosten beim kompletten Ausschalten zwischen 500 und 3000 Euro. Mit dem Thema Standby beschäftigen sich auf der diesjährigen AMB zahlreiche Unternehmen, da solche Geräte einen kostengünstigen Einstieg in eine energieeffiziente
Produktion darstellen.

Mehr Transparenz beim Energieverbrauch von spanenden Werkzeugmaschinen

 

Zum Thema Energieeffizienz präsentiert das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt auf ihrem Messestand eine MAG XS 211 Maschine als „Demonstratormaschine“. Bei dem Typ handelt es sich um ein modernes Bearbeitungszentrum, das vorwiegend als Systemmaschine in agilen Fertigungslinien zur Fertigung von Powertrainkomponenten wie zum Beispiel Zylinderköpfen, Motorblöcken und Getriebegehäusen eingesetzt wird. „Im Forschungsprojekt MAXIEM (Maximierung der Energieeffizienz von Werkzeugmaschinen) ging es zunächst darum transparent zu machen, wie viel Energie eine solche Maschine braucht“, erklärt Stefan Rothenbücher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am PTW.

 

„Festgestellt wurde, dass die Verbräuche im Standby-Betrieb, bei der Kühlung sowie Kühlschmierstoffherstellung und -bereitstellung am höchsten sind“, so der Ingenieur für Elektrotechnik weiter. Als Lösung wurde in die Demonstratormaschine in Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth ein Standby-Manager implementiert. Die Maschine schaltet sich damit praktisch bei längerer Inaktivität wie zum Beispiel Schichtende oder Teilemangel selbstständig in einen verbrauchsärmeren Zustand. Rothenbücher: „Die jährliche Energieeinsparung beträgt für das Profil 3-Schicht-Serienfertigung rund 23 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs.“

 

Die AMB ist noch vom 28. September bis 2. Oktober 2010 täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter: www.amb-messe.de und www.amb-expo.de

 

 

Autor/in:
Redaktion Metall
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