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Art déco trifft Green Building

10.04.2015

Fenster-Sonderkonstruktion und Lisenen prägen die Fassade des Handelskammer Innovations Campus (HKIC) in Hamburg.

Die private Hochschule im Zentrum Hamburgs erregt Aufmerksamkeit. Am Adolphsplatz inmitten des Nikolaiquartiers gelegen, behauptet sich das Gebäude in einer Baulücke zwischen Banken-Niederlassungen, vis-à-vis der beeindruckenden spätklassizistischen Front der alten Börse, wo die Bauherrin Handelskammer Hamburg residiert. Für die markante Fassade des HKIC sorgen unter anderem Fensterelemente von Wicona.

Weil der Standort des Gebäudes unmittelbar oberhalb eines U-Bahn-Tunnels und von Gleisanlagen liegt, musste der Neubau schwingungsentkoppelt auf nur drei Gründungskörper gestellt werden, was für Architekten und Statiker eine Herausforderung darstellte – groß genug, um den komplexen Bau als „unmögliches Haus“ zu beschreiben. So nannte es zumindest der Architekt Carsten Friedrich, der im Büro Hörter+Trautmann maßgeblich an der Planung und Ausführungsplanung tätig war. Hauptmieter des HKIC ist die Hamburg School of Business Administration (HSBA), eine private Hochschule mit internationaler Ausrichtung für den ambitionierten Unternehmensnachwuchs.

Tradition und Moderne kombiniert

Der nach den Entwürfen von Johann von Mansberg Architekten errichtete Neubau adaptiert die klassische Anmutung einer Hochhausfassade des Art déco an ein Green-Buildung-Konzept. Es handelt sich um ein Gebäude mit sechs Obergeschossen, dessen charakteristische Fassade durch Glas und LED-illuminierte transluzente Lisenen dominiert wird.

Die Farbgebung der Aluminiumbauteile im Ton „Champagne eloxiert“ fügt sich harmonisch in das Ambiente der benachbarten Bestandsgebäude ein. Hier werden Tradition und Moderne miteinander verknüpft. Dieses Gestaltungskonzept spiegelt sich auch im warmweißen Ton der hinterleuchteten Glaslisenen wider. Den Bauausführenden gelang die Umsetzung des anspruchsvollen Entwurfs sowie Energiekonzepts unter Einsatz von Fensterbändern der Serie Wicline 75 des Aluminiumsystemhauses Wicona als objektspezifische Sonderkonstruktion. Fenster der Baureihe Wicline 75 mit verdecktem Flügel und einem Tilt-First (Kipp vor Drehbeschlag) fügen sich in die Fassadenkonstruktion ein. Bei 75 mm Bautiefe überzeugt dieses Fenstersystem durch seine bauphysikalischen Merkmale und durch hohe Energieeffizienz, sodass sich damit Low-Energie-Fassaden bis hin zum anspruchsvollen Schweizer Minergie-Standard ausführen lassen.

Hoher Vorfertigungsgrad

Die komplette Fassade des HKIC-Neubaus erreicht Uw-Werte unter 1,0 W/(m²K). Die Fensterelemente wurden bei der Heinrich Würfel Metallbau GmbH & Co. Betriebs KG in Sontra gefertigt. Auf Basis der Serie Wicline 75 wurden verschiedene Aluminium-Sonderprofile für den Neubau des HKIC entwickelt, um den architektonischen Vorgaben gerecht zu werden. Die Fensterelemente sind komplett inklusive Flügel und Verglasung in der Werkstatt hergestellt worden. Der hohe Vorfertigungsgrad beim Fassadenbauer ist nicht nur Garant für hohe, stetig reproduzierbare Qualität der Elemente selbst, er bildet eine wesentliche Voraussetzung für effektive Bauabläufe. Die fix und fertig verglasten Flügel wurden nachträglich vor Ort eingesetzt. Auch die hinterleuchteten Lisenen sind komplett im Werk vorbereitet und auf der Baustelle in die an den Fassadenelementen vorgesehenen Einhängekonstruktionen positioniert worden. Es handelt sich um ein speziell entwickeltes ESG-Glas, welches sowohl mit Ätzungen als auch durch mehrere Siebdrucke gestaltet ist. Speziell für diesen Zweck konstruierte Aluminium-Sonderprofile fassen diese Glasplatten. Sie wurden auf den Ecken auf Gehrung verklebt bzw. versiegelt. Diese Verklebungen auf den Gehrungen stellten im Zuge der Fertigung eine besondere Herausforderung dar. Sie lassen üblicherweise nicht sichtbare „innere Werte“ der Versiegelungen, wie etwaige Einschlüsse oder Materialansätze, bei eingeschalteter Hinterleuchtung deutlich sichtbar werden.

Sonnenschutz konstruktiv integriert

Objektspezifische Modifikationen sind im Dialog mit der Wicona Projektberatung bzw. des Projektservice umgesetzt worden: So wurde beispielsweise der Blendrahmen der Elemente auf das vom Architekten gewünschte Breitenmaß angepasst. Der Rahmen ist zusätzlich mit äußeren angepressten Lisenen versehen worden, welche zur statischen Lastabtragung dienen und gleichzeitig den Sonnenschutz führen. Zu diesem Zweck erhielten die Lisenen Nuten, in welche die Führungsschienen des Sonnenschutzes integriert werden konnten. Die Lisenen bilden den Übergang zu warmweiß illuminierten Lichtsäulen. „Alles in allem sprechen wir hier von einer hochwärmegedämmten Objektfensterkonstruktion, die für den Metallbauer vom Standard in eine hochwertige Systemlösung gebracht wurde“, erklärt Mike Schmidt, Sales Manager i-Project bei Wicona. 

Autor/in:
Redaktion Metall
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