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Fenster geschlossen? Der Griff sendet batterielos per Funk ein Signal an ein Smart-Home-System.

Attraktive Fensterwelt

19.03.2019

Bauelemente. Moderne Fensterelemente bieten eine große Vielfalt und jede Menge smarte Funktionalitäten. Für Metallbauer eine gute Chance, um lukrative Geschäfte zu machen.

Moderne Fenster haben heute wesentliche Aufgaben zu erfüllen: Neben der Grundfunktion, genügend Licht in die Wohnräume zu bringen, erwarten die Bewohner noch eine perfekte Lüftung, Dämmung (Wärme, Kälte, Schall) und Sicherheit. Diesen Anforderungen werden die aktuellen Hightech-Bauelemente gerecht. 

Lukrativer Markt

Für den Metallbauer kann daher das „System“ Fenster ein lukrativer Markt sein. Entweder im Bereich Neubau oder bei einer Sanierung. Der wichtigste Grund, alte Fenster auszutauschen, ist die mangelhafte Funktionalität. Und da finden sich hierzulande wahrscheinlich Millionen Fenster, die noch aus der Zeit vor Mitte der Neunzigerjahre stammen und mit den aktuellen Standards natürlich nicht mehr mithalten können. Und wer geschickt argumentiert, was bei den vielen Möglichkeiten der modernen Bauelemente nicht allzu schwerfallen dürfte, kann Bauherren überzeugen, dass sich eine Investition schnell rentiert. Eventuell gibt es für den Fenstertausch sogar auch Fördergeld.

Fachwissen notwendig

Um im breiten Feld des Fensterbaues ein lukratives Geschäftsmodell zu entwickeln, sind spezielles Fachwissen, laufende Weiterbildung und eine gute Übersicht der auf dem Markt befindlichen Produkte unbedingt notwendig, um den Kunden umfassend und fachgerecht beraten zu können. Allerdings unterstützen die Hersteller der Bauelemente den Metallbauer mit Schulungen und Vorträgen zu Themen wie Einbau, Montage und smarten Funktionen von Fenstern und stellen für die Planung und Konstruktion eigene Software zur Verfügung. Wer dann gut gewappnet zum Kunden geht, kann genau dessen gewünschte Ansprüche erfüllen.

Wärme, Ruhe, Frischluft und Sonnenschutz

Von modernen Fenstersystemen wünschen sich Kunden eine hohe Wärmedämmung, angenehme Lüftung sowie bestmöglichen Schall- und Einbruchschutz. Die aktuellen Fensterelemente bieten entsprechend hohe Schalldämmwerte, um den störenden Lärm draußen zu lassen. Da neue Fenster im Gegensatz den alten deutlich dichter sind, bleibt zwar die Wärme in den Wohnräumen, aber eben auch die verbrauchte Luft sowie eine gewisse Feuchtigkeit. So gibt etwa eine vierköpfige Familie nur durch das Atmen täglich 1800 Liter Kohlendioxid ab. Darüber hinaus entstehen pro Tag rund zehn Liter Feuchtigkeit durch Kochen, Putzen oder Duschen. Der Einfluss der Raumluft auf Wohlbefinden und Gesundheit ist vielen Bewohnern allerdings nicht bewusst. Da sollte man schon darauf achten, welche Luft man einatmet – bei einem Erwachsenen sind das täglich rund 15.000 Liter. Womit ein erhöhter Lüftungsbedarf besteht. Um diesen sicherzustellen, gibt es die klassische manuelle Fensterlüftung oder die komfortablere automatische Lüftung über in den Fensterrahmen integrierte Lüfter, die wohldosiert frische Luft in die Wohnräume bringt.
So sehr man in kalten Monaten die warme Sonneneinstrahlung durch die Fenster schätzt, so wenig soll sie in heißen Zeiten in die Wohnräume dringen. Als Alternative zu den klassischen Rollos und Markisen werden auch Sonnenschutzgläser angeboten. Dabei gibt es spezielle Beschichtungen, die aus der Glasscheibe die Wärmeenergie herausfiltern oder elektrochrome Verglasungen, die man bei starker Sonneneinstrahlung auf Knopfdruck in mehreren Stufen verdunkeln kann. Dennoch bleibt eine ausreichende Sicht nach außen erhalten.

Geprüfte Sicherheit

Um sich in den eigenen vier Wänden sicher zu fühlen, ist neben den Türen auch bei allen Fensterelementen ein guter Einbruchschutz wesentlich, um dunklen Gestalten einen hohen Widerstand entgegenzusetzen, damit das Eindringen in die eigenen vier Wände erfolglos bleibt. Die Widerstandsfähigkeit von einbruchhemmenden Bauteilen ist in der europäischen Norm DIN EN 1627 definiert. Klassifiziert wird darin nach den eingesetzten Werkzeugen und der Zeit, die ein Einbrecher brauchen „darf“, um das „Hindernis“ Fenster zu überwinden. Die Widerstandsklassen heißen seit der Einführung der aktuellen Norm Resistance Class (RC). Sicherheitsfenster werden von unabhängigen, akkreditierten Prüfinstituten getestet und danach von RC 1 bis RC 6 klassifiziert. Wobei die unterste Widerstandsklasse RC 1 nur wenig Schutz bietet. Bei Fensterelementen nach RC 2 sind abschließbare Sicherheitsgriffe, Anbohrschutz, Pilzkopfverriegelung vorgeschrieben, ebenso eine geprüfte einbruchhemmende Sicherheitsverglasung. Einbruchsversuchen mit einfachen Werkzeugen wie Schraubenzieher oder Zange muss RC 2 wenigstens drei Minuten standhalten. Diese Widerstandsklasse empfehlen Hersteller und Polizei als „Einstiegsklasse“ für den privaten Wohnbau. Wer ein höheres Sicherheitsbedürfnis verspürt, gerade bei Fenstern im Erdgeschoß oder für den Keller, investiert in RC 3 mit einer zusätzlich durchbruchhemmenden Verglasung. Dabei müssen die Bauelemente mindestens fünf Minuten Widerstand leisten, auch gegen eine zusätzlich eingesetzte Brechstange.
Rücken die Täter mit Axt, Stemmeisen, Hammer und Akku-Bohrmaschine an, dann ist RC 4 gefragt, wobei das Bauteil hier frühestens nach zehn Minuten „aufgeben“ darf. Und RC-5-Fenster müssen starken Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschine, Stichsäge oder Winkelschleifer mindestens 15 Minuten und RC 6 mindestens 20 Minuten „Gegenwehr“ leisten. Die Klassen RC 4 bis RC 6 verwendet man im Regelfall in gewerblich genutzten Gebäuden und eventuell im exklusiven privaten Wohnbau. Fensterelemente dieser Schutzklasse sind sehr aufwendig gefertigt und daher empfindlich teuer. Standardprofile für den Rahmen und das schwere Verbundsicherheitsglas reichen nicht mehr aus.

Sichere Verglasung

Verbundsicherheitsglas ist entsprechend seiner Schutzwirkung mehrstufig klassifiziert. Dabei unterscheidet man grundsätzlich eine durchwurfhemmende Verglasung, die das Einwerfen der Scheibe beispielsweise mit einem Stein verhindert. Den klassischen Einbruchschutz gegen höheren Widerstand mit Vorschlaghammer und Axt bieten aber nur einbruchhemmende Glasscheiben. Der Unterschied wird schnell deutlich, wenn die Prüfer auf eine durchwurfhemmende Glasscheibe mehrmals eine rund vier Kilogramm schwere Stahlkugel aus unterschiedlichen Höhen fallen lassen. Und das einbruchhemmende Glas mit bis zu 70 kräftigen, gezielten Axtschlägen deutlich härter traktieren.

Smarte Lösungen

Wer sicherheitstechnisch noch weiter aufrüsten will, kann das mit elektronischen Smart-Home-Lösungen: mit in die Fenster eingebauten „intelligenten“ Sensoren, die entweder präventiv potenzielle Einbrecher registrieren und durch optische und akustische Alarme abschrecken. Oder bei bereits gewaltsam geöffneten Fenstern den abwesenden Bewohnern eine Meldung per App ans Smartphone senden.

Welches Material?

Fenstersysteme sind dauerhaft einer teils stark wechselnden Witterung ausgesetzt. Daher müssen die Materialien, die im Fensterbau zum Einsatz kommen, eine hohe Robustheit aufweisen. Die bekannten Materialvarianten sind Holz, Kunststoff oder Aluminium, die alle vorteilhafte Eigenschaften mitbringen. So bleibt bei der Entscheidung für die Fensterelemente meist dem Bauherrn die Qual der Wahl. Die Empfehlungen der Metallbauer tendieren vermutlich zu Aluminiumfenstern mit hochqualitativen Profilsystemen. Dass die Alufenster stark im Trend liegen, liegt an den vielen Vorteilen: Sie sind durch hochwertige Beschichtung der Oberfläche praktisch wartungsfrei, absolut witterungsbeständig und „versprechen“ eine lange Lebensdauer. Dabei sind die Fensterrahmen leichtgewichtig und dennoch stabil und belastbar. Hinsichtlich der Wärmedämmung halten sie mit Kunststoff- oder Holzfenstern sehr gut mit. Das seinerzeitige Problem der verlässlichen thermischen Trennung ist längst gelöst. Und mit den variablen Profilsystemen lassen sich nahezu beliebig große Fensterkonstruktionen nach Maß herstellen. Was sicherlich für viele Bauherren attraktiv ist, denn das ermöglicht ihnen eine individuelle Gestaltung der Fassade.

Schnelle Software

Metallbauer können auf zahlreiche Softwaretools der Bauelementehersteller zurückgreifen, so etwa zur Planung und Bestimmung der Schalldämmwirkung. Damit lassen sich auch für komplexe Bauelemente sehr schnell verlässliche Angaben von Schalldämmwerten ermitteln, geeignete Gläser vergleichen und die besten Kombinationen aus Rahmen und Verglasung ermitteln. Eine Akustiksoftware berechnet für Fenster das bewertete Schalldämm-Maß. Über eine Soundsimulation ist das Ergebnis sogar hörbar. Und eine weitere Software berechnet den optimalen Fensterantrieb.

Professionelle Montage

Um auch wirklich alle funktionalen Möglichkeiten eines Fenstersystems verlässlich zu gewährleisten, ist der Profi unerlässlich. Besonders heikel sind dabei die mit elektronischen Komponenten ausgestatteten Fenster. Und bei Fensterelementen mit Einbruchschutz muss der Bauherr im Versicherungsfall die korrekt durchgeführte Montage durch einen Fachmann nachweisen. 
Alles in allem bietet diese vielfältige Welt der aktuellen Fenstersysteme somit eine interessante Chance für den Metallbauer.

Autor/in:
Gernot Wagner
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