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Aufwärtstrend bei der Lehre in Wien

06.08.2019

Ausbildung. Die Zahl der Lehrlinge ist in den Wiener Betrieben im Jahresabstand um fast sechs Prozent gestiegen.

Zum Start des neuen Berufsschuljahres kann Wien eine positive Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt verbuchen. Laut Wirtschaftskammer-Statistik hatten mit Ende Juli 11.645 Lehrlinge einen Ausbildungsvertrag mit einem Wiener Unternehmen in der Tasche – das sind um 633 Lehrlinge oder 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr (11.012 Lehrlinge). Das ist der höchste Zuwachs bundesweit. Auch die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr war mit 4.018 um 4,3 Prozent höher als im Juli 2018. Besonders in den Branchen Banken, Einzelhandel und Logistik gibt es heuer mehr Lehrlinge.

„Die Wiener Unternehmer wissen, dass vor allem sie selbst für die Ausbildung künftiger Fachkräfte sorgen müssen“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien. Die erfreuliche Entwicklung sei auch ein Zeichen für den Imagewandel der Lehre. „Die Wirtschaftskammer und vor allen die Branchenvertretungen haben in den letzten Jahren einiges unternommen, um das Image der Lehre zu steigern. Das macht sich bezahlt“, so Ruck.

Auch die zuletzt erfolgten Modernisierungsschritte in der dualen Lehrausbildung scheinen Wirkung zu zeigen. Seit dem Vorjahr wurden einige neue Lehrberufe geschaffen, wie der E-Commerce-Kaufmann mit aktuell 16 Lehrlingen in Wien oder die Lehre im Bereich Applikationsentwicklung/Coding (aktuell 24 Lehrlinge). Zusätzlich wurden viele traditionelle Ausbildungen überarbeitet und modernisiert. „Das sind wichtige Schritte, um die Lehrausbildung nicht nur für die Jugendlichen interessanter zu machen, sondern auch besser an Anforderungen und Alltag in den Betrieben anzupassen“, betont Ruck.

Um die positiven Ansätze voranzutreiben, brauche es aber weitere Reformen. Etwa die von der WK Wien seit langem geforderte Einführung einer Bildungspflicht mit Mindeststandards in zentralen Fächern und die Reform der 9. Schulstufe, um die Ausbildungsreife der Jugendlichen beim Verlassen des Schulsystems sicherzustellen. Auch die Modernisierung der Lehrberufe müsse laut WKW fortgesetzt werden.

Zudem müssten neue Angebote der dualen Ausbildung entwickelt werden, die auf unterschiedliche Zielgruppen – etwa Erwachsene - zugeschnitten sind. Für Maturanten hat Wien, wie berichtet, mit der „Dualen Akademie“ einen ersten Schritt gesetzt. WKW-Präsident Ruck will diesen Weg gemeinsam mit den Berufsschulen fortsetzen und die duale Akademie auch in anderen Branchen forcieren.

Autor/in:
Redaktion Metall
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