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Bei Dunkelheit eröffnet sich der Blick ins Gebäudeinnere.Durch die Hülle aus unterschiedlich dimensionierten Aluminiumpaneelen wird der Betonbau zum Blickfang.Bei Dunkelheit eröffnet sich der Blick ins Gebäudeinnere.Durch die Hülle aus unterschiedlich dimensionierten Aluminiumpaneelen wird der Betonbau zum Blickfang.

Außergewöhnliches Firmen-Kleid

25.08.2014

Die neu errichtete Zentrale der Gantner Instruments GmbH in Schruns beeindruckt mit einer auffälligen Fassade aus Alu-Hohlprofilen. 

Vorarlberg ist spätestens seit den Achtzigerjahren auch weit über die Grenzen Österreichs hinaus als die Heimat innovativer Planer und Architekten bekannt. Gemeinhin verbindet man mit den dort entstehenden Bauten nicht nur hohe Qualitätsansprüche im planerischen Sinn, sondern durchaus auch verantwortungsvoll und mutig agierende Bauherren, die fern jeder lokalen Provinzialität weltoffene Baukunst überhaupt erst möglich machen. Über einen solchen Bauherrn – die Gantner Instruments GmbH – durften sich Lang Vonier Architekten aus Göfis freuen. Gantners vor kurzem fertig gestellte Firmenzentrale in Schruns zeigt sich jedenfalls in einem recht außergewöhnlichen Kleid.

 

Kraftvolles Statement

„Es ist uns als Architekten eine besondere Freude mit solchen Bauherren wie Gantner Instruments bauen zu dürfen. Die Freiheit, die wir für unsere gestalterischen Idee hatten, sowie das uns entgegengebrachte Vertrauen spiegeln sich letztlich auch in diesem Projekt wider“, sagt Christian Vonier, der sich freut, bei einem Gewerbegebäude wie diesem eine doch qualitativ hochwertige Lösung umgesetzt haben zu dürfen, deren Realisierung dennoch in einer absolut wirtschaftlichen Bauweise möglich war.

Die horizontale, sehr lineare und zugleich plastisch aufgebrochene Außenhaut verleiht dem Baukörper seine selbstbewusste Gestalt. Sie schiebt sich vor die eher konventionell, nach wirtschaftlich notwendigen Achsabständen konfigurierte erste Fassade, die somit den Blicken des Betrachters vorerst verborgen bleibt. Die der Putzfassade vorgeblendete zweite Hülle übernimmt aber neben dem Schutz der verputzten Flächen auch die natürliche Abschattung und Umlenkung des Tageslichts.

Pünktlich zum 10jährigen Firmenjubiläum des Messtechnikspezialisten konnte im Frühjahr 2014 der zweigeschoßige Bau in Schruns bezogen werden. Am Ortseingang gelegen tritt der silbrig glänzende Baukörper sehr selbstbewusst durch seine straßenseitige Orientierung, klare Proportionen und nicht zuletzt durch seine auffällige Fassadenstruktur prägnant in Erscheinung.

Gantner Instrumtents arbeitet bei seinen Produkten auch mit Hüllen aus unbehandeltem Aluminium, eine Bezugnahme auf die Corporate Identity der Firma war mit ein Grund, sich für eine Fassade aus Aluminium zu entscheiden.

 

Bereit für Neues

Dominantes Gestaltungselement ist die Horizontale, der die große Ordnung aller Elemente unterliegt. „Zuerst entstand die Fassade als 3D-Modell. Die von uns erdachte Struktur wurde dann im Detail präzise und mit dem entsprechenden Gespür für das architektonische Anliegen vom Fassadenspezialisten FDT in laufender und eher aufwändiger Abstimmung realisiert“, ergänzt Vonier und präzisiert: „Bereits bei der Vorlage der ersten Projektstudie im April 2012 war die Möglichkeit des Weiterbauens in horizontaler wie vertikaler Richtung ganz wesentliches Element“. Der Regen wird wohl das seine Tun, um die Fassade sauber zu halten, zu noch zusätzlich notwendigen Reinigungszwecken wurde im Zwischenraum der beiden Hüllen ein begehbarer umlaufender Steg vorgesehen.

Die in unterschiedlichen Schichten in drei unterschiedlichen Stärken (10, 20 und 24 Zentimeter) übereinandergestapelten Hohlprofile aus pulverbeschichtetem Aluminium, die somit relativ leicht sind, wurden in Norditalien speziell vorgefertigt. Thomas Buchsteiner, der sich mit seinem Unternehmen FDT auf die Umsetzung diffiziler Fassadenlösungen spezialisiert hat, verrät hierüber allerdings nicht mehr. Seine „Entwicklungswerkstätte“ – wie Buchsteiner sein Unternehmen nennt – war erster Partner der Architekten auf dem Weg vom Entwurf zur Realität.

Jedes einzelne Element ist demontierbar, Stöße sind abgedeckt, und jeweils dem Wasserabfluss entsprechend geneigt. Der Wunsch einer in Zukunft möglichst einfach zu bewerkstelligenden Erweiterung bestimmte die Situierung des Baukörpers auf dem Grundstück, sodass ein Weiterbauen in südöstliche Richtung um drei Längsachsen über zwei Geschoße jederzeit möglich ist. Bei Fassadenelementen und beim Innenausbau wurde diese Möglichkeit baulich bereits berücksichtigt.

Wirtschaftliche Überlegungen waren letztlich dafür verantwortlich, den Rohbau in klassischer Stahlbetonbauweise mit einem herkömmlichen Wärmedämmverbundsystem und anthrazitfarbenem Deckputz auszuführen. Die linear rundum laufende äußere Fassadenstruktur wurde auf eine vertikale Stahlkonstruktion montiert.

Damit der gesamte Baukörper über dem Gelände „schwebt“, beschloss man, die Bodenplatte auskragend über der Fundierung auszuführen. Das Gelände wurde an den Fundamentriegel angeschlossen und zum Eingang gelangt man über eine sanft ansteigende Rampe. 

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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