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Trotz sich häufender Absagen hält die BAU an ihrer Durchführung im Jänner 2021 fest.

BAU 2021: Trotz Absagen auf Kurs

11.09.2020

Die BAU 2021, die im Jänner stattfinden wird, muss aufgrund der Corona-Pandemie einige Absagen verkraften. Die Unterstützung für eine Durchführung ist aber nach wie vor groß.

Erlaubnis erteilt

Aus politischer Sicht sollte der BAU 2021 nach jetzigem Standpunkt nichts im Wege stehen (METALL berichtete in Ausgabe 7/8). Die Bayrische Staatsregierung hat am 27. Mai entschieden, dass Messen vom 1. September an 
wieder stattfinden können. Das am 17. Juni vom Bund und Ländern ausgesprochene Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober beziehe sich dagegen nicht auf Messen, sondern auf solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygienereglungen nicht möglich sind, wie die Messe München auf ihrer Homepage mitteilt.

Die Organisatoren der BAU 2021 sehen der Messe im Jänner aufgrund der guten Buchungslage nach wie vor positiv entgegen. Trotzdem – viele Firmen haben sich wegen der Entwicklung der Corona-Krise gegen eine Teilnahme entschieden. Die Gründe der Aussteller klingen dabei immer ähnlich. „In dieser schwer berechenbaren Zeit konzentrieren wir unsere Kapazitäten auf Projekte und Themen, die benötigt werden, um gemeinsam mit den Partnerbetrieben in und nach der Krise gut aufgestellt zu sein“,  heißt es vom Bielefelder Systemlieferanten Schüco, der Ende April seinen Rückzug von der Weltleitmesse bekannt gab. 
Ähnlich sieht das auch das Schweizer Systemhaus Jansen. Selbst wenn die BAU 2021 regulär durchgeführt werde, würde die Corona-Situation voraussichtlich keine „normale“ Messe zulassen und das Erlebnis für Kunden, Partner, Interessenten und Mitarbeitende nicht dasselbe sein, heißt es vonseiten des Familienunternehmens. Aus diesem Grund habe man sich ebenfalls für eine frühzeitige Absage entschieden.
Abgesagt hat auch die deutsche Roto Frank Fenster- und Türtechnologie. Auch bei ihnen hängt der Verzicht vor allem mit der „derzeit nach wie vor nicht absehbaren weiteren Entwicklung des Corona-Pandemieverlaufes und den ungewissen tatsächlichen Gegebenheiten im Januar 2021“, zusammen, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Marcus Sander, betont. 

Jüngster Rückzug kommt von Geze

Die jüngste Absage kam nun von Geze. Das Unternehmen für Produkte, Systemlösungen und Service rund um Fenster und Türen, geht ebenfalls davon aus, dass unter den aktuellen Bedingungen ein normaler Messe­betrieb nicht möglich sein wird. „Diese Entscheidung ist uns sehr schwergefallen“, sagt Andrea Alber, Geschäftsführung Strategie und Marketing. Aber im Hinblick auf die Verantwortung, die man für die Gesundheit der Mitarbeiter trage, und vor dem Hintergrund der erheblichen Planungsunsicherheiten in der aktuellen Situation habe man sich gegen eine Teilnahme entschieden.

„Wir sind dabei“

Der Reihe von Absagen steht aber auch eine Vielzahl an Unterstützern gegenüber. Die Verantwortlichen der BAU 2021 haben deshalb die Kampagne „Wir sind dabei“ ins Leben gerufen. „Die Mutigen müssen jetzt Flagge zeigen. Denn kein digitales Format kann den persönlichen Austausch ersetzen“, sagt Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats. „Die Wirtschaft forderte immer Perspektiven und ein verlässliches Ausstiegsszenario. Das bietet uns jetzt die BAU.“ 
Und die branchenübergreifende Unterstützung für die Durchführung ist groß. Der „Wir sind dabei“-Kampagne angeschlossen hat sich etwa der Hersteller von Faltwänden, Schiebe-Dreh-Systemen und Glasschiebeelementen Sunflex. „Wir freuen uns auf die BAU 2021 und schauen positiv in die Zukunft. Die Messe ist die ideale Plattform, um unsere Produkte zu präsentieren“, sagt der Sunflex-Marketingverantwortliche Andreas Kurtenbach. 
Der Systemhersteller Alutech wird ebenfalls nicht auf seine Teilnahme verzichten und lässt ausrichten: „Wir freuen uns schon auf die BAU 2021. Gerade in schweren Zeiten muss sich die Branche entsprechend positionieren. Die Messe ist die ideale Plattform, um die Industrie wieder in den Fokus zu rücken“, sagt Marketing Director Pavel ­Baltsevich. „Wir werden einige Neuheiten aus unserem Produktprogramm ausstellen und hoffen, dass wir während der Messe neue Kunden gewinnen können.“
Den intensiven Dialog zwischen Herstellern, Verarbeitern, Planern und Architekten möchte sich auch das ift Rosenheim nicht entgehen lassen. „Wir sind auf der BAU 2021, weil ein direkter physischer Austausch mit Kunden und Experten nicht ersetzbar ist“, sagt Jürgen Benitz-Wildenburg, Leiter PR & Kommunikation des ift Rosenheim, das gemeinsam mit innovativen Mitausstellern auch auf der BAU 2021 eine Sonderschau für die Fenster- und Fassadenbranche veranstalten wird. „Die BAU ist für die Fenster-, Fassaden-, Tür- und Torbranche so bedeutsam, weil hier alle wichtigen technischen Trends und innovativen Produkte zu sehen, fühlen und physisch zu begutachten sind, die für die nächsten zwei Jahre von Bedeutung sein werden.“ Gerade nach den Härten der Corona-Krise brauche man ein positives Signal zur Lösung der wichtigen Zukunftsaufgaben rund um den Klimawandel. 
Für die BAU 2021 sind aktuell 80 Prozent der verfügbaren Ausstellungsfläche fest vergeben. Das entspricht dem Niveau wie vor zwei Jahren. Absagen insbesondere deutscher Unternehmen stehe eine hohe Flächennachfrage internationaler Unternehmen gegenüber.

 

 

 

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