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Elektromagnetische Felder, die beim Schweißen entstehen, können Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ein Schulungsprogramm der SZA zeigt, wie man sich schützen kann.

Beim Schweißen die Gefahren kennen

04.08.2017

Elektromagnetische Felder in der Schweißtechnik bringen neue Herausforderungen für die Arbeitsplatzsicherheit. Die SZA startet ein Schulungsprogramm.

Worum geht es? Der Schweißprozess an sich fordert nicht nur die entsprechenden Kenntnisse, Übung und Erfahrung mit den Werkstoffen, sondern setzt immer auch ausreichende Schutzmaßnahmen voraus, um sich selbst und die Umgebung vor Schäden zu schützen. Um Unternehmen über die Gefahren von elektromagnetischen Feldern beim Schweißen aufzuklären und die entsprechende EU-Verordnung zu etablieren, hat das ACR-Institut SZA im Rahmen einer Erasmus+ Förderung eine harmonisierte Schulung entwickelt. Der erste Kurs startet im Herbst.

Risikofaktoren

Die Gefahren beim Schweißen lassen sich groß in drei Kategorien einteilen. Zum einen handelt es sich um elektrische Gefahren, zum anderen um Gefahren, die durch das Hantieren mit schweren, oft scharfkantigen Teilen und dem Arbeiten in ungünstiger Körperhaltung teils bei Lärm entstehen können. Hinzu kommen die Gefahrenstoffe, die während des Schweißens freigesetzt werden und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

In den letzten Jahrzehnten wurde jedoch kein besonderes Augenmerk auf die elektromagnetischen Felder und deren Auswirkung gelegt, dies änderte sich jedoch mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung zu elektromagnetischen Feldern in der Schweißtechnik. Dadurch ergeben sich auch für die Schweißfachkräfte und Sicherheitsbeauftragten in der Schweißtechnik neue Herausforderungen für die Arbeitsplatzsicherheit.

EMV-Grenzwerte etablieren

Elektromagnetische Felder sind insbesondere in der Schweißtechnik ein nicht außer Acht zu lassender Faktor für Gesundheit und Sicherheit der betroffenen Personen. Deshalb hat das ACR-Institut SZA bereits Ende 2015 das Erasmus+ Projekt „Health and Safety in Electromagnetic Fields in Welding“ kurz HS-EMFW gestartet. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, die vorgeschriebenen Grenzwerte zum Schutz der ArbeitnehmerInnen vor der Gefährdung durch elektromagnetische Felder in den Unternehmen zu etablieren. Dafür entwickelte die SZA eine harmonisierte Schulung auf internationaler Ebene, die sich nicht nur an die großen Unternehmen der Industrie sondern auch an die KMUs im europäischen Raum richtet. Am Ende soll die Implementierung eines Ausbildungsprofils für einen Gesundheits- und Sicherheitsbeauftragen für elektromagnetische Felder in der Schweißtechnik (EF-HSOW) stehen.

Zusatzausbildung

Diese Ausbildung als EF-HSOW soll die bestehende Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten nicht ersetzen, sondern dient als Zusatzkurs für die EMV-Themen, die die Schweißtechnik betreffen. Der erste Pilotkurs wird im Herbst in der SZA stattfinden und wird neben den Grundlagen über die Richtlinie und ihre Auslegung auch Informationen über die zugelassene Messtechnik bzw. über mögliche Maßnahmen für die Vermeidung einer Expositionsüberschreitung enthalten. Angesprochen sind hierbei vor allem die Sicherheitsbeauftragten eines Unternehmens, ebenso wie die Schweißaufsichtspersonen, die die Sicherheitsbeauftragten mit ihrem gewonnen Know-how unterstützen sollen.

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