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Bericht 2011 der Bundesinnung der Metalltechniker

21.02.2012

Das Jahr 2011 war für die Bundesinnung im Wesentlichen von den Themen Aus- und Weiterbildung, Berufswettbewerbe und Normungsarbeit geprägt, vor allem aber der Weltmeistertitel bei den Stahlbauschlossern soll hier gebührend erwähnt werden.

Um die Interessen der Metalltechnikbetriebe auch auf europäischer Ebene verstärkt einbringen zu können, hat die Bundesinnung den Beschluss gefasst, der Europäischen Metall-Union, der Vertretung der Metalltechniker in Brüssel, (wieder) beizutreten. Weiters wurde insbesonders in den Bereichen Schmiedetechnik und Landmaschinentechnik an der Modernisierung der Berufsbilder und der Meisterprüfung gearbeitet. Die nötigen Beschlüsse dafür wurden in den Sitzungen des Bundesinnungsausschusses gefasst, dem neben den Vertretern der Landesinnungen auch die Vorsitzenden der einzelnen Berufsgruppen angehören.

 

So sehen Sieger aus

Das auch nach außen hin sichtbare Highlight im Jahr 2011 war zweifellos der Erfolg bei den WorldSkills in London. Florian Salhofer konnte hier im Bewerb Stahlbau die Goldmedaille erreichen, Schweißer Markus Aichinger die Auszeichnung „Medaillion of Excellence". Diesen Erfolgen voraus ging eine intensive Vorbereitungs- und Trainingsphase, die mit massiver finanzieller und organisatorischer Unterstützung der Bundesinnung und unter großem Einsatz zahlreicher, oft unentgeltlich arbeitender Experten und Trainer durchgeführt wurde. Den beiden Kandidaten sei hier nochmals gratuliert, ebenso gilt der Dank den Experten, allen voran Ing. Reinhard Wiesinger und Helmut Muralter, sowie den Lehrbetrieben Trinkl (Tirol) und Meisl (OÖ), die die beiden Teilnehmer sehr unterstützt haben.

Basis für eine erfolgreiche Teilnahme an internationalen Bewerben ist die nationale Vorqualifikation über den Bundeslehrlingswettbewerb, der 2011 in acht Berufen in Wien in der Berufsschule abgehalten wurde. Bei der anschließenden Siegerehrung im Hotel Ibis gratulierten Bundesinnungsmeister Harald Schinnerl, Landesinnungsmeister Georg Senft und Bundeslehrlingswart Helmut Muralter den Siegern, die durch ihren hervorragenden Einsatz einen Beweis für den hohen Standard der Metalltechnik­ausbildung in Österreich lieferten. Auch hier gebührt der Dank den zahlreichen Helfern, Experten, Juroren, der Berufsschule sowie der Landesinnung Wien für die gelungene Abwicklung.

 

Modullehrberuf Metalltechnik

Die Aus- und Weiterbildungsarbeit war einerseits durch die Vorbereitungen zum Bundeslehrlingswettbewerb geprägt, andererseits fanden mit der Verordnung des Wirtschaftsministers zum Modullehrberuf Metalltechnik intensive, langjährige Vorarbeiten ihren Abschluss. Künftig wird der angehende Metalltechniker zuerst ein allgemeines Grundmodul durchlaufen, dem eines von acht Hauptmodulen als Spezialisierung im jeweiligen Beruf folgt. An dieses kann dann noch eines von vier Spezialmodulen zur Vertiefung spezifischer Kenntnisse angeschlossen werden.

 

Vorbereitung auf EN 1090

Im Bereich der Normenarbeit prägte die Thematik um die EN 1090 die Ausschussarbeit. Für viele, vor allem kleinere Betriebe stellen die neuen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation von Schweißpersonal, Zertifizierung der Unternehmen und CE-Kennzeichnung von Bauprodukten eine große Hürde dar. Die Bundesinnung konnte durch Lobbying und aktive Mitarbeit erreichen, dass eine neue ÖNorm-Regel geschaffen wurde, die gewisse Erleichterungen ermöglicht. Weiters konnten auf europäischer Ebene Mitstreiter gewonnen werden, die sich gemeinsam mit der Bundesinnung für eine Verlängerung der Koexistenzperiode der EN 1090 einsetzten und eine Verlängerung der Übergangsfrist um zwei Jahre erreichten (siehe Seite 4). Dadurch kann der Zeitdruck entschärft werden, der besonders durch die – von der Bundesinnung beim Ministerium bemängelten – geringe Anzahl an Zertifizierungsstellen besteht. Um den Betrieben konkrete Unterstützung bei der Umsetzung der Anforderungen gemäß EN 1090 anzubieten, wurden – neben Informationsveranstaltungen und Checklisten – sogenannte „Auditberatungen" organisiert, die die Unternehmen auf die zu setzenden Maßnahmen vorbereiten.

Weitere Themen in der Normungsarbeit waren u. a. die neuen Leistungsbeschreibungen Hochbau, die im Sinne der Metalltechniker mitgestaltet wurden, und die Grundsatzentscheidung für ein Paket zum Bezug von Normen zu einem stark ermäßigten Preis. Dazu werden derzeit die Detailverhandlungen geführt. Mitgliedsbetriebe können dann Normen zu einem Bruchteil des Einzelverkaufspreises über das Internet erwerben und erhalten auch laufend Änderungen und Updates.

Die Normungsarbeit ist ohne Zusammenarbeit auf europäischer Ebene nicht wirklich sinnvoll, da viele Standards als EN- oder ISO-Normen geregelt und in das österreichische Normensystem übernommen werden. Die daraus resultierende Problematik hat sich nun bei der EN 1090 gezeigt, bei der die Weichenstellungen schon sehr früh erfolgt sind. Aus diesem Grund – und weil auch andere europäische Länder vor den gleichen Problemen stehen, hat sich die Bundesinnung entschlossen, der Europäischen Metall-Union beizutreten, da hier speziell die deutschsprachigen Länder stark vertreten sind. Erste Erfolge konnten erzielt werden, etwa indem man sich auf EU-Ebene nun mit dem Thema der Verlängerung der Koexistenzperiode der EN 1090 beschäftigt. Aber auch bei anderen Themen wie Forcierung des Anteils von Metall im europäischen Hochbau soll gemeinsam Lobbying betrieben werden.

 

Schmiedetechnik

Der Arbeitsausschuss Schmiedetechnik unter dem Vorsitz von BIM-Stv. Siegfried Steiner beschäftigte sich mit der Ausarbeitung von Schmiedestücken für den Bundeslehrlingswettbewerb. Weiters wird an den Überlegungen zu einer Ausstellung zum Thema (Metall)Verbindungen gearbeitet. Bei den Hufschmieden, die seit 2010 wieder über einen eigenen Lehrberuf verfügen, nahm der Hufbeschlagskurs der Bundesinnung in Stadl Paura einen wichtigen Stellenwert ein. Knapp 30 Kandidaten absolvierten 2011 den Kurs und erreichten so die Befähigung für das Teilgewerbe Huf- und Klauenbeschlag.

 

Landmaschinentechnik

Bei den Landmaschinentechnikern wurde der Lehrberuf in Richtung Modullehre überarbeitet. Dieser Vorschlag muss nun im Bundesberufsausbildungsbeirat verhandelt werden. Weiters wurden im Ausschuss technische Fragen, Probleme im Zusammenhang mit der §57a-Überprüfung etc. behandelt.

 

Gesetzesarbeit

Die Innungsarbeit auf Bundesinnungsebene war auch geprägt von zahlreichen Gesetzesbegutachtungen und Aktivitäten zur Verbesserung der Rahmenbedingungen. So konnte über die Wirtschaftskammer Österreich eine ersatzlose Streichung des Montageprivilegs verhindert und immerhin eine abgefederte Nachfolgereglung erreicht werden. Im Vergabewesen wurde die sogenannte Schwellenwertverordnung verlängert, die öffentlichen Auftraggebern eine erleichterte Vergabe von Aufträgen an heimische Betriebe ermöglicht. Seitens des Bundesinnungsbüros wurden weiters zahlreiche Informationen für die Mitglieder zu den Themen Normen, Recht, Beschäftigung etc. erarbeitet und die Kollektivvertragsverhandlungen für das Metallgewerbe organisatorisch und inhaltlich vorbereitet. Die Verhandlungen selbst wurden in bewährter Weise in sachlicher Atmosphäre abgehalten und mit Erhöhungen von 4,15 Prozent auf KV- bzw. 3,85 Prozent auf Ist-Löhne konnte ein für das Metallgewerbe akzeptabler Kompromiss, der unterhalb jenes der Metallindustrie lag, erzielt werden.

Für Bundesinnungsmeister Kommerzialrat Harald Schinnerl ist es wichtig, dass die Arbeit der Innung, die sehr vielfältig auf unterschiedlichsten Ebenen erfolgt, auch bei den Mitgliedern ankommt. Daher wird in Zukunft auch ein großes Augenmerk auf den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gelegt, um den Mitgliedsbetrieben die Leistungen, Serviceangebote und Erfolge zu vermitteln, das Image des Berufsstandes zu erhöhen und letztendlich auch beizutragen, das Fachkräfteangebot der Zukunft zu sichern.

www.metalltechnik.at

Autor/in:
Redaktion Metall
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23.11.2012

Die Bundesinnung der Metalltechniker gratuliert dem Familienunternehmen und verweist stolz auf die innovative Branche der Metalltechniker.

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