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Neues Zertifikat macht die berufliche Kompetenz von österreichischen Ingenieurinnen und Ingenieuren am internationalen Markt transparenter.

Der „Ingenieur“ gilt nun mehr

30.08.2017

Aus der nationalen Standesbezeichnung „Ingenieur“ wird nun eine international vergleichbare und anerkannte Qualifikation.

Bisher waren Job-Ausschreibungen im Ausland für österreichische Unternehmen und Ingenieur/innen eine Herausforderung: Auf internationaler Ebene war der Titel „Ing.“ fachlich schwer einzuschätzen und Kunden oder Personaler wussten manchmal nicht, mit wem sie es zu tun hatten.

Das hat sich mit dem neuen Ingenieurgesetz im Mai 2017 geändert: Im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) wird der Ingenieur-Titel in die Stufe 6 eingeordnet, und befindet sich damit auf dem gleichen Level wie der Bachelor. Somit ist der österreichische Ingenieur einem technischen Hochschulabschluss in einem anderen Land in Inhalt und Niveau gleichwertig. Für Unternehmen ergibt sich daraus der Vorteil, bei internationalen Ausschreibungen ein Qualifikationsniveau der Mitarbeiter/innen anzugeben, das allgemein verständlich ist. Und zertifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure profitieren davon, dass Ihre Kompetenz und Ihr Titel einen höheren, international anerkannten Stellenwert genießen.

Handwerk gefragt

Die bisherigen Grundvoraussetzungen für den „neuen Ingenieur“ bleiben indes die gleichen: HTL-Matura oder eine vergleichbare Ausbildung und drei bzw. sechs Jahre berufsbezogene Praxis müssen vorgewiesen werden. Neu ist seit Mai 2017, dass Kandidat/innen ein Zertifizierungsverfahren absolvieren, das aus zwei Teilen besteht: Einem schriftlichen Antrag, mit dem die formalen Voraussetzungen geprüft werden und einem Fachgespräch, das die fachlichen Voraussetzungen beweist. Ist beides erfüllt, so erhält der Kandidat/die Kandidatin die Qualifikationsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“. 

Wer zertifiziert, profitiert

Wichtig: Alle früher verliehenen Standesbezeichnungen können weiterhin geführt werden und behalten ihren Stellenwert. Eine Zertifizierung nach dem neuen Ingenieurgesetz 2017 sei dennoch empfehlenswert, rät die bundesweite Ingenieur-Zertifizierungsstelle für alle technischen und gewerblichen Fachrichtungen, TÜV Austria Akademie. Die TÜV Akademie prüft die Anträge zur Zertifizierung formal und lädt die Antragsteller/innen dann zum Fachgespräch ein, das mit zwei unabhängigen Fachexperten in allen Bundesländern geführt werden kann. Die Ingenieur-Urkunde wird dann im feierlichen Rahmen übergeben.

Schriftliche Anträge können über die Adresse www.ing-zertifizierung.at eingereicht werden.

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