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Verschiedene Szenarien: Der Anteil von Aluminiumgussteilen an zukünftigen PKW wird durch die Wettbewerbsfähigkeit der Aluminiumguss-Industrie bestimmt.

Der Leichtmetallguss und die Elektromobilität

08.08.2017

Mit der Marktdurchdringung der E-Autos wird auch der Einsatz von Leichtmetallgussteilen deutlich steigen. Sie verringern das Gewicht des Fahrzeuges und erhöhen so die erzielbaren Reichweiten.

Für die Leichtmetall-Industrie birgt der Trend zur Elektromobilität große Chancen. Die Wettbewerbsfähigkeit von Bauteilen aus Aluminiumguss definiert sich hier über Kosten pro Gussteil.
Die Autobranche verzeichnet einen starken Trend in Richtung Elektromobilität.

Der bevorstehende Strukturwandel ist somit eine Wachstumschance für die Aluminiumguss-Branche. Wettbewerbsfähig bleibt, wer die Kosten pro Gussteil im Rahmen hält – ein Ansatzpunkt für die Anlagenhersteller.

Der Strukturwandel in der Kfz-Industrie betrifft auch Zulieferer und Ausrüster. Als sicher gilt, dass die Elektroauto-Branche spätestens ab dem Jahr 2025 einen enormen Aufschwung erleben wird. Die Chancen für Leichtmetallguss leben dadurch auf: Für größere Reichweiten der Fahrzeuge braucht es weniger Gewicht – das heißt leichte Bauteile. Hier steht der Aluminiumguss in direkter Konkurrenz zu alternativen Fertigungsverfahren und Materialien. Die Wettbewerbsfähigkeit definiert sich daher über Kosten pro (Guss)Teil.

Anlagenhersteller in der Pflicht

Bei der gängigen Aluminiumgussteil-Herstellung entfallen etwa 65 Prozent aller Kosten auf das verwendete Metall, inklusive Metallverlust in der Gießerei. Weitere 15 Prozent verursacht die verbrauchte Energie, davon wiederum die Hälfte Schmelzprozess und Warmhalten der Schmelze. Ebenfalls rund 15 Prozent Anteil haben die Personalkosten, hinzu kommen noch fünf Prozent Investitionskosten für die Anlagen selbst.

Für Anlagenhersteller sind demnach — genauso wie für deren Anwenderkunden —die Kosten pro Gussteil von entscheidendem Einfluss. „Wollen wir im Zuge des Strukturwandels zu den Gewinnern gehören, liegt es an uns, hier entsprechende Lösungen zu liefern“, erklärt Rudi Riedel, Geschäftsführer des deutschen Herstellers thermischer Prozesstechnik, StrikoWestofen. Die Aufträge für die Hersteller seien unter anderem: Bedienerfreundliche, wartungsarme und energieeffiziente Produkte, Automatisierungslösungen, ausführliche Beratung bei der Gesamtanlagenkonzeption sowie Prozessoptimierung, schneller RoI und eine starke internationale Präsenz mit gleichbleibender Service- und Produktqualität.

Zukunftsfähige Technologie

Um hochwertige Leichtmetallgussteile auch wirtschaftlich produzieren zu können, brauche es Anlagen „aus einem Guss“, erklärt Riedel. Im Fokus stehen hier das Schmelzen und Dosieren sowie die Wärmebehandlung. Das Konzept von StrikoWestofen ziele dabei auf die Gewährleistung einer hohen Verfügbarkeit des Gesamtprozesses ab, wobei die Optimierung einzelner Prozessschritte nicht außer Acht bleibe. Für den Bereich Schmelzen bedeutet das etwa eine Steigerung der Metallausbeute. Das Unternehmen setzt hier auf gezielte Temperatur- und Strömungsführung, moderne Brennertechnologien sowie minimierten Luftüberschuss. Die Energieeffizienz seiner „StrikoMelter“-Schmelzöfen optimiert der Hersteller außerdem durch Abwärme-Nutzung.

Auch im Bereich Dosieren stehen, neben Dosiergenauigkeit und Prozesssicherheit, die Themen Metallausbeute und Energieeffizienz im Vordergrund. Die entsprechenden Produkte – wie der Dosierofen „Westomat“ oder das Schmelze-Transportsystem „Schnorkle“ – sind daher als geschlossene Systeme konzipiert, bei denen die Entnahme der Schmelze unter der Badoberfläche erfolgt. Ein Augenmerk liegt bei der Fertigung von Aluminiumgussteilen für E-Autos auch auf der abschließenden Wärmebehandlung. Die fortschreitende Automatisierung aller Abläufe soll sicherstellen, dass Kapazitäten jederzeit optimal genutzt und so wiederum Zeit, Energie und Arbeitskraft eingespart werden.

„Bezahlbarkeit bleibt das Stichwort“, fasst Riedel zusammen. „Solange Bauteile aus Aluminium- oder Magnesiumguss nicht nur qualitativ überzeugend, sondern auch bezahlbar bleiben, sehen wir im starken Wachstum der Elektromobilität eher Chance als Gefahr“.

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