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Nach jahrelangem Rückgang ­verzeichnete die Zahl der LehranfängerInnen im Jahr 2018 einen klaren Aufwärtstrend.

Die Lehre im Aufschwung

19.02.2019

Berufsausbildung: Österreichs Unternehmen bilden wieder mehr Lehrlinge selbst aus. Und die überbetrieblichen ­Lehrwerkstätten verlieren dementsprechend stark an Zulauf.

Die Zahl der Lehranfänger in Ausbildungsbetrieben ist 2018 österreichweit um 4,7 Prozent auf 31.099 gestiegen. Gleichzeitig brachen die Anmeldungen in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten ein: Von 4.031 auf 3.303, was einem Rückgang um 18,1 Prozent bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr entspricht, das geht aus Wirtschaftskammerstatistiken hervor.
Dank der guten Konjunktur und wegen des Fachkräftemangels suchen viele Betriebe nach Lehrlingen. „Deshalb gibt es auch weniger Bedarf der überbetrieblichen Ausbildung, die eigentlich als Notmaßnahme gedacht war, wenn Jugendliche keine Lehrstelle finden“, erklärte Lehrlingsexperte ­Alfred Freundlinger, stv. Leiter der Bildungspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer, gegenüber der APA.

Imagearbeit lohnt sich

„Der demografische Rückgang ist gestoppt, und der Konjunkturverlauf ist günstig, und in Summe haben wir diese Entwicklung“, resümierte Freundlinger. Es sei auch vieles für das Image der Lehre getan worden. Die Rede ist von einer Trendumkehr, die bereits 2017 begonnen hat und sich nun verfestigt.

Trendumkehr

Die Zahl der Lehranfänger war jahrelang rückläufig. 2015 begannen österreichweit nur noch 38 Prozent der 15-Jährigen eine Lehre, 2018 stieg der Anteil wieder auf durchschnittlich 40 Prozent.
Derzeit würden viele Firmen noch mehr Lehrlinge aufnehmen, wenn es welche gäbe. Insbesondere außerhalb der Städte sei der Bedarf noch höher als der aktuelle Anstieg der Lehrlingszahlen, erklärt Freundlinger. Bei großen Lebensmittelhändlern beispielsweise blieben nach wie vor jedes Jahr hunderte Lehrstellen unbesetzt.

Handwerk gefragt

Ausbildungsbetriebe und überbetriebliche Lehrausbildung zusammengerechnet haben voriges Jahr 34.402 Lehrlinge ihre Berufsausbildung begonnen. Das ist ein Plus von 2,0 Prozent. Insgesamt machen bundesweit gerade 107.915 Österreicher eine Lehre, zwei Drittel der Lehrlinge sind männlich. Die mit Abstand meisten Lehrlinge, nämlich 45.744, gibt es im Gewerbe und Handwerk.

Mehr Mädchen in Metall

Im Vorjahr habe es in den technischen Lehrberufen einen sehr deutlichen Aufwärtstrend beim Mädchenanteil gegeben, sagt Freundlinger. So sei es zum Beispiel im Zeitraum 2008 – 2018 im Lehrberuf Metalltechnik mit einer Steigerung um 95 Prozent beinahe zu einer Verdoppelung des Frauenanteils gekommen. „Heuer fand sich in der Lehrlingsstatistik mit der Metalltechnikerin erstmals ein technischer Beruf unter den Top-Ten-Berufen der Mädchen. Die Tendenz zeigt nach oben, den Mädchenanteil in technischen Branchen zu verbessern“, so Freundlinger.
Eine Fördermaßnahme, um Mädchen für technische Berufe zu interessieren, ist etwa die „Mint“-Offensive der WKO in den Schulen (Mädchen in Naturwissenschaft und Technik). 

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