Direkt zum Inhalt

Die Ökobilanz von Stahl

20.05.2013

Eine deutsche Studie zeigt: Die CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung sind aufgrund der Multirecycling-Eigenschaften geringer als bisher veranschlagt.

Eine neue Studie der Technischen Universität Berlin beschreibt erstmals eine ganzheitliche und umfassende Ökobilanz-Methode für den Werkstoff Stahl. Nach dieser neuen Methodik, dem sogenannten Multirecycling-Ansatz (MRA), fließen sämtliche Lebenszyklen von Stahl, inklusiver aller Recyclingprozesse, in die Ökobilanzierung ein.

Der von Prof. Dr. Matthias Finkbeiner geleitete Lehrstuhl für Sustainable Engineering weist in der Studie nach, dass sich der ökologische Fußabdruck von Stahl mit jeder Recycling-Stufe verringert. „Die CO2-Emissionen bei der Herstellung von einer Tonne Stahl sind beim Multirecycling über mehrere Lebenszyklen um rund 50 Prozent niedriger als bei der reinen Primärproduktion von Stahl“, erklärt Finkbeiner.

 

Demnach würden für die Produktion von einer Tonne Stahl bezogen auf die Gesamtlebenszeit weniger als 1.000 Kilogramm CO2 emittiert. Nach dieser Berechnungsmethode fällt also die Stahlökobilanz gegenüber anderen Studien, die ausschließlich die Primärproduktion von Roheisen im Hochofen und Stahl im Stahlwerk betrachten, deutlich positiver aus. Die in der Studie erstmals gemeinsam abgebildete Hochofen- und Elektroofen-Route bei der Stahl-Produktion zeichne ein deutlich genaueres Umweltprofil des Werkstoffs. Herstellung, Entsorgung und wiederkehrendes Recycling von Stahl würden vollständig berücksichtigt, so der Studienautor.

 

Qualität bleibt erhalten
„Stahl ist zu 100 Prozent recycelbar und hält seine Eigenschaften in jeder Recylingstufe ohne den geringsten Qualitätsverlust“, kommentiert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der deutschen Wirtschaftsvereinigung Stahl. Durch das Multirecycling würden die Umweltauswirkungen erheblich sinken, und die Stahlindustrie leiste einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften.

 

Multi-Recycling
„Der Multirecyclingansatz bildet die Realität dahingehend ab, dass Stahl immer wieder recycelt und neu eingesetzt wird“, erklärt Prof. Finkbeiner.  Die neue Methode berücksichtige die mehrfache Schrottverwertung innerhalb der Wertschöpfungsketten und beschreibe das Umweltprofil von Stahl und sein Recycling damit treffender als die ausschließliche Betrachtung der Primärproduktion.

Die Studie kann unter www.stahl-online.de heruntergeladen werden.

Autor/in:
Redaktion Metall
Werbung

Weiterführende Themen

RACE FOR FUTURE: V.l. Organisator Günter Lang, Ministerin Leonore Gewessler, Wiener Vz-Bürgermeisterin  Birgit Hebein und Josef Eberhardsteiner, Vizerektor der TU Wien.
Aktuelles
28.08.2020

Der Passathon rückt 350 Klimaschutzobjekte in ganz Österreich ins Licht.

Aktuelles
15.07.2020

Unter dem Motto „Metall in den Architektur“ wird der Domico Architekturpreis zum elften Mal ausgelobt. Prämiert werden herausragende Bauprojekte im Industrie- und Gewerbebau.

Aktuelles
03.06.2020

Statt der „Bauen & Energie Wien“ bringt Reed Exhibitions Österreich ab Herbst 2021 die „Bauen+Wohnen“ in die Messe Wien.

"The Green Life" versteht sich als Wohn-Guide für ein nachhaltiges Leben.
Aktuelles
12.02.2020

Im Wohn-Guide „The Green Life“ stellt die Journalistin und Inneneinrichterin Marion Hellweg umweltbewusste Einrichtungsideen vor.

Zur AMB 2020 werden Aussteller und Besucher auch über Ressourcenschonung und die Nachhaltigkeit von Produkten diskutieren.
Technik
06.02.2020

Nachhaltigkeit im Werkzeugmaschinenbau und in der Metallbearbeitung rückt immer mehr in den Fokus - das zeigen auch die Aussteller der AMB, die vom 15. bis 19. September 2020 in der Messe ...

Werbung