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Christoph Ott vom Linzer Start-up Testify demonstriert auf der Messe C4I, wie die Endkontrolle einer Straßenbahn via App funktioniert.

Die Zukunft der Qualitätskontrolle

12.04.2018

Eine Modell-Straßenbahn gibt Einblick in die Qualitätskontrolle von morgen. In einem Showcase werden auf der Messe „C4I“, zeitgleich zur Intertool in der Messe Wien, mobile Checklisten vorgeführt, die die Kontrolle am Papier ersetzen und weitere Vorteile bieten.

Die dataformers-Tochter Testify demonstriert diese Simulation anhand einer detailgetreu nachgebauten Bombardier-Straßenbahn. Dabei gilt es fast 5.000 Prüfpunkte zu kontrollieren: Jede Schweißnaht muss sitzen, die Türen mit dem richtigen Druck schließen, die Bremsen einwandfrei funktionieren. Bevor eine Straßenbahn ausgeliefert wird, ist die umfassende Endkontrolle nötig. Und diese kostete beim Wiener Werk von Bombardier Transportation, das jährlich rund 150 hochmoderne Straßenbahnen verlassen, in der Vergangenheit einiges an Zeit. Seit kurzem aber wird die Kontrolle bei Bombardier einfach am Smartphone oder Tablet gemacht. Die dazu notwendige App „Testify“ stammt vom gleichnamigen Linzer Start-up, einer 100-Prozent-Tochter der oberösterreichischen Softwareschmiede dataformers.

Damit man sich die Funktionen der App vorstellen kann, hat Testify ein Modell der echten Bombardier-Straßenbahn mit der App vernetzt. Vorgeführt wird die mobile Endkontrolle auf der „C4I“, der neuen von Reed Exhibitions veranstalteten Fachmesse Connectivity for Industry, in Halle A.

Mängel-Bearbeitung in Echtzeit

Eine digitale Checkliste hat gegenüber dem Abhaken der Kontrollpunkte per Hand schließlich mehrere Vorteile: „Wir erfassen die Daten mobil und in Echtzeit. Wird ein Mangel festgestellt, dann wird er sofort dem Verantwortlichen zugewiesen und kann gleich bearbeitet werden. Das bringt enorme Geschwindigkeit rein“, sagt Johannes Schacherl, Vertriebsleiter bei dataformers und deren Tochter Testify. Außerdem können, wenn sämtliche Daten digital erfasst werden, umfangreiche Auswertungen gemacht werden. Auch dies kann durch die Dokumentation in Echtzeit sehr rasch erfolgen. Die jederzeitige Nachvollziehbarkeit bringt darüber hinaus einen Sicherheitsgewinn.

Die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Kontrolle, wie sie beim Showcase auf der C4I gezeigt werden, nutzen allerdings noch längst nicht alle. Schacherl zufolge verwenden nach wie vor 80 bis 90 Prozent der produzierenden Firmen Papier-Checklisten, um diese dann nachträglich – in einem zusätzlichen Arbeitsschritt – in ein elektronisches System zu übertragen. Ein Grund dafür ist auch, dass noch wenige digitale Checklisten auf dem Markt sind, was für das Zehn-Personen-Start-up aus Linz Anlass war, eine solche zu entwickeln. Die Software funktioniert wie ein Baukastensystem, mithilfe dessen jedes Unternehmen seine spezielle Checkliste konfigurieren kann. „Die App ist sehr einfach zu bedienen und so flexibel, dass die Firmen unsere Software auch in ihre Systeme, z. B. SAP, integrieren können“, sagt Schacherl.

Wichtige Einsatzgebiete der mobilen Checkliste sind neben der End- und Qualitätskontrolle in Produktionsbetrieben noch die Instandhaltung oder die Logistik. Etwa verwendet der Linzer Anlagenbauer Primetals die App für die Wartung von Stahlwerken, Werkzeugbauer Haidlmair sowie die Linzer Firma Ekey, ein Hersteller von biometrischen Zutrittssystemen, setzen die von Testify entwickelte Lösung für die Qualitätskontrolle ein.

IoT-Lösung mit dabei

Am Modell der Bombardier-Straßenbahn, das dem echten Zug im Maßstab 1:87 detailgenau nachempfunden ist, werden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten gezeigt. Bei Bombardier Transportation nutzte man zudem die Flexibilität der Software und ging noch einen Schritt weiter: Testify programmierte eine IoT-Lösung, die es ermöglicht, dass die Straßenbahn Ergebnisse von elektronischen Selbstprüfungen an Testify meldet. „Es kann zum Beispiel die Beleuchtung geprüft werden, ohne dass jemand in den Führerstand geht und sie einschaltet – das macht unsere App über das Internet der Dinge“, erklärt Schacherl. Dieser digitale und teils automatische Datenaustausch spart Zeit und erleichtert es, Fehlerquellen zu eliminieren. Auch diese Funktionalitäten der App werden bei dem Showcase von dataformers auf der C4I zu sehen sein, demonstriert von Schacherls Kollegen Christoph Ott.

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