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Bis 2021 investiert die voestalpine insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro in den Technologieausbau und die digitale Transformation am Standort Kapfenberg.

„Digital Metal Valley“ Steiermark

12.12.2018

Neue Schmiedelinien, das neue Edelstahlwerk und eine Digitalisierungsoffensive sollen die steirische Mur-Mürz-Furche zum „Digital Metal Valley“ machen.

Neben dem heuer im April gestarteten Bau eines neuen Edelstahlwerks setzt der österreichische voestalpine-Konzern verstärkt auf Metallpulver für den 3D-Druck sowie eine Lehrwerkstatt mit Fokus Digitalisierung, schilderte Vorstand Franz Rotter Ende November bei einem „Industriegespräch“ in Graz.

Die Bauarbeiten für das Edelstahlwerk – erstmals seit den 1970er Jahren wird in ­Europa ein völlig neues Stahlwerk gebaut – liegen sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan: „60 Prozent des Auftragsvolumens sind vergeben“, so Rotter. Zufahrtsstraßen und der Montageplatz seien fertig, und die Vorbereitung des Baufeldes stehe kurz vor dem Abschluss. Noch 2018 werde mit dem Tiefbau und den Fundamenten für die Halle begonnen. Insgesamt fließen bis zur Inbetriebnahme 2021 rund 350 Mio. Euro in das Werk, das in puncto Digitalisierung neue Maßstäbe in der Branche setzen soll.

Doch das neue Stahlwerk ist nicht die einzige Neuerung, mit der die voestalpine in der Steiermark voranschreitet: Im Oktober wurde eine neue Schmiedelinie – 40 Mio. Euro Investment – bei Böhler Edelstahl in Kapfenberg in Betrieb genommen. Sie kann mit einer Presskraft von 4400 Tonnen Teile für höchstbelastbare Flugzeugkomponenten und auch rotierende Teile für Turbinen fertigen. Jährlich sollen rund 20.000 Tonnen Material verarbeitet werden. Bei der Schwester­gesellschaft Böhler Aerospace wird ebenfalls in eine neue Schmiedelinie investiert, die 2019 in Betrieb gehen soll.

Luftfahrt hebt ab

Hintergrund des Schwerpunktes im Bereich Luftfahrt sind die Wachstumsraten: Rund 40.000 neue Flugzeuge sollen in den kommenden 20 Jahren gebaut werden. An diesem Kuchen will die voestalpine mitnaschen: Ziel sei es, den Umsatz in diesem Bereich in den kommenden fünf bis sechs Jahren von 300 auf 500 Mio. Euro zu steigern. Schon bisher habe man sich seine Stellung am Markt erobert: „In der Luftfahrt braucht man einen langen Atem, um sich zu positionieren“, erklärte Rotter. Derzeit wird rund ein Drittel des Gesamtumsatzes der voest­alpine in der Steiermark erwirtschaftet und zwar mit etwa einem Fünftel der Belegschaft – rund 9700 Mitarbeiter beschäftigt der Konzern in der grünen Mark, davon 338 Lehrlinge. Die Exportquote beträgt 86 Prozent. Die voestalpine hat in der Steiermark neun Standorte mit 13 Produktionen. Das operative Ergebnis des Konzerns ging zuletzt um 11,2 Prozent zurück. Rotter sieht darin erste negative Effekte aus dem globalen Handelsstreit, aus dem sich Unsicherheiten ergeben würden: „Bisher gab es gewisse Regeln, aber wir wechseln in ein neues Zeitalter, das nicht mehr regelbasiert ist“, so Rotter.

Autor/in:
Redaktion Metall
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