Direkt zum Inhalt
Bedenken von Unternehmen gegen die Digitalisierung. Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich.

Digitalisierung: Abwarten oder Gestalten?

01.08.2018

Heimische Klein und Mittelbetriebe sehen sich in Sachen Digitalisierung eher als „Gestalter“ denn als „Skeptiker“.

Digitale Transformation. Angaben in Prozent der Befragten. Rest o.A.
Digitale Kompetenz. Angaben in Prozent der Befragten. Rest ohne Angabe.

Laut einer aktuellen Creditreform-Umfrage unter 1.700 heimischen Klein- und Mittelbetrieben (KMU) stehen die meisten mittelständischen Unternehmer in Österreich der digitalen Transformation ihres Betriebes aufgeschlossen gegenüber: So sehen sich 17,0 Prozent der Befragten als Gestalter und nur 10,1 Prozent als Skeptiker. Besonders kreativ ist die dabei Dienstleistungsbranche, in der jedes fünfte Unternehmen (21,9 Prozent) den Digitalisierungsprozess aktiv mitgestaltet. Beim Verarbeitenden Gewerbe beträgt der Anteil 17,8 Prozent. Auf der anderen Seite ist beim Verarbeitenden Gewerbe der Anteil der mittelständischen Unternehmer, die der Digitalisierung skeptisch gegenüberstehen, mit 16,8 Prozent am höchsten. Auch bei der Baubranche gibt es noch recht viele Zweifler (14,8 Prozent).

Nachholbedarf bei Verarbeitern

Beim Thema Digitalisierung verfügen heimische KMU offenbar über ausreichend Sachkenntnis. So bewerten 36,0 Prozent der Befragten ihre digitalen Kompetenzen als sehr gut bis gut und 42,6 Prozent als befriedigend bzw. ausreichend. Auch da fühlt sich die Dienstleistungsbranche sehr gut gerüstet für die „Wirtschaft 4.0“: Hier geben sich 45,1 Prozent der Betriebe selbst gute Noten – beim Bau sind es dagegen nur 24,7 Prozent. Die wenigsten Mittelständler fühlen sich mit der Digitalisierung überfordert und beurteilen ihre digitalen Kompetenzen als mangelhaft oder ungenügende (2,7 Prozent). Der größte Nachholbedarf herrscht in dieser Hinsicht derzeit beim Verarbeitenden Gewerbe (5,6 Prozent) – beim Baugewerbe geben nur 1,2 Prozent der Befragten an, dass ihre digitalen Fähigkeiten unzureichend sind.

Am meisten machen sich die Unternehmen darüber Sorgen, dass im Rahmen der Digitalisierung ein unerlaubter Zugriff von außen möglich ist (57,3 Prozent). Problematisch sehen viele Befragte auch den Mangel an kompetenten Fachkräften (49,7 Prozent) sowie rechtliche Unsicherheiten (46,8 Prozent) und hohe Investitionskosten (41,0 Prozent). Ein Drittel der mittelständischen Unternehmen befürchtet zudem den Verlust geschäftlicher Informationen in der digitalen Welt (34,4 Prozent).

Politik ist gefordert

Die meisten der befragten Unternehmen bewerten die politischen Rahmenbedingungen der digitalen Transformation in Österreich recht positiv, allerdings könnte sich noch einiges verbessern. So sind 17,8 der Unternehmer der Ansicht, dass die Politik die notwendigen Impulse setzt und über ausreichende Kompetenzen verfügt. Fast die Hälfte der Befragten (45,7 Prozent) gesteht der Politik zu, dass sie die Herausforderungen der digitalen Transformation verstanden hat, jedoch bislang noch keine wegweisenden Impulse gesetzt hat. Dagegen glauben 35,8 Prozent, dass die Politiker die digitale Transformation bis heute nicht verstehen.

Autor/in:
Redaktion Metall
Werbung

Weiterführende Themen

Mark Jenewein (LOVE architecture and urbanism ZT GmbH), Robert Pichler (Geschäftsführender Gesellschafter der TBH Ingenieur GmbH), Markus Hopferwieser (Hopferwieser Architects ZT GmbH), Harry Gatterer (Trendforscher & Experte für „New Living“) und Hans-Peter Moser (Persönlich Haftender Gesellschafter Odörfer Haustechnik KG) beim dritten energytalk 2018.
Aktuelles
07.10.2018

Beim energytalk von Odörfer Haustechnik und TBH Ingenieur GmbH drehte sich diesmal alles um das neue Zusammenleben und den Einzug der Digitalisierung in alle Lebensbereiche.

Installateure nutzen BIM noch zu wenig. Die Handwerkerplattforum Open Datapool hilft ihnen, Berührungsängste abzubauen.
Aktuelles
27.09.2018

Die Digitalisierung am Bau und damit BIM (Building Information Modeling) machen auch vor der Installateur-Branche nicht halt. Eine aktuelle Studie des deutschen Zentralverbandes Sanitär Heizung ...

Technik
25.09.2018

Fachbeitrag. Kontinuierlich verbesserte Sensortechnik liefert in Gießereien und Stahlwerken immer mehr Daten aus dem Produktionsprozess.

Schweissen
19.09.2018

Für Blechbearbeiter wird es im Herbst heiß. Denn die Fachmesse EuroBlech in Hannover steht an. METALL gibt einen ersten Überblick über die dort präsentierten Lösungen aus der ...

Duale Lösung von STM für die IIoT-fähige Digitalisierung von Fertigungsprozessen.
Blechtechnik
13.09.2018

Mit Industrie 4.0-integrierten Wasserstrahl-Schneidsystemen in Kombination mit aktiver Applikationsberatung erleichtert STM den Einstieg in eine intelligente, vollautomatisierte ...

Werbung