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V. l.: KommR Harald Schinnerl, Manuel Fahrenecker, Ing. Werner Seltenhammer, Ing. Erich Reiss, Ing. Franz Pleil

Enormer Einsatz der Metalltechniker

01.12.2018

Fachvorträge über die NÖ Bauordnung und das neue Arbeitszeitgesetz standen bei der Landesinnungstagung der niederösterreichischen Metalltechniker auf dem Programm.

BOL Dipl.-Päd. Ing. Werner Seltenhammer interviewt Manuel Fahrenecker, Silbermedaillen-Gewinner bei den EuroSkills 2018 in Budapest.

Aktuellste Themen und Informationen für die Branche – das bietet die jährliche Landesinnungstagung der NÖ Metalltechniker. Die Veranstaltung stellt den fachlichen Höhepunkt des Arbeitsjahres dar – dazu trafen sich die Mitglieder der Branche am 11. Oktober 2018 in Krems. Der Landesinnungsmeister, KommR Harald Schinnerl, konnte für die Vorträge zwei Experten begrüßen. Dipl.-Ing. Hubert Länger, Fachbereichsleiter für Bautechnik vom Amt der NÖ Landesregierung wies auf die für Metalltechniker wichtigsten Bestimmungen der NÖ Bauordnung hin, und Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Kinner, er referierte über das neue Arbeitszeitgesetz und die Angleichung von Arbeitern und Angestellten. Ein junger Mann schaffte es allerdings, besondere Aufmerksamkeit zu erlangen: Manuel Fahrenecker präsentierte seine Silbermedaille, die er Ende September bei den „EuroSkills 2018“ in Budapest in der Kategorie Schwerfahrzeugtechnologie für NÖ errungen hat.

Gute Geschäftslage – positive Stimmung

Die Fachvorträge waren hervorragend und regten intensive Diskussionen an, das interessierte Publikum stellte viele Fragen. Harald Schinnerl freute sich, dass sichtlich die richtigen Themen für diesen Abend gewählt wurden, welche die UnternehmerInnen bewegen.

Danach wartete der Landesinnungsmeister mit erfreulichen Daten der KMU Austria auf – die Geschäftslage wird im 2. Quartal 2018 von 34 Prozent der Gewerbebetriebe als „gut“ beurteilt – damit hat sich das Stimmungsbarometer zum Vorquartal deutlich verbessert. Auch der Auftragsbestand ist im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres um 22,1 Prozent gestiegen und liegt nun bei durchschnittlich 12,2 Wochen. Für das 3. Quartal prognostizieren 27 Prozent der Betriebe, dass ihr Auftragsbestand gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr steigen werde.

Erfolgreicher Nachwuchs

Bei der Innungstagung konnte Harald Schinnerl Direktor Ing. Ewald Übellacker von der LBS Amstetten, Direktor BD Dipl.- Päd. Ing. Franz Pleil von der LBS Mistelbach und der Schulleiterstellvertreter, BOL Dipl.-Päd. Ing. Werner Seltenhammer begrüßen. „Lehrlinge auszubilden, hält und steigert die Qualität unserer Branche!“, meinte der Innungsmeister und unterstrich, wie wichtig die Arbeit und Investition in den Nachwuchs ist.

Dir. Pleil berichtete, dass das Internat in Mistelbach neu gebaut wird, ein Grundstück dazu wurde bereits ins Auge gefasst; die Landesberufsschule selbst ist in modernem Design mit Metallkonstruktion ein Vorzeigeprojekt.

Die Herren setzen sich stark für die Förderung der jungen Leute ein, die einen wichtigen Teil der dualen Ausbildung bei ihnen verbringen. Immer wieder ragen unter den SchülerInnen herausragende Talente hervor, die bei besonderen Bewerben an den Start gehen dürfen. Dazu braucht es eine spezielle Betreuung und Begleitung. Werner Seltenhammer konnte bei den EuroSkills 2018 in Budapest mit seinem Schützling Manuel Fahrenecker seinen jüngsten Erfolg einfahren – er errang Silber.

Anfang Oktober fand der Bundeslehrlingswettbewerb in Bregenz statt, wo sechs Berufsgruppen und 61 TeilnehmerInnen an den Start gingen. Niederösterreich konnte eine Bronze-Medaille im Bereich Landmaschinentechnik erringen.

Herausragendes Angebot – Aufwertung der Ausbildung Beide Berufsschulen bieten eine Reihe Zusatzkurse an, die die Lehrlinge während ihrer Berufsschulzeit besuchen können. Krankurse, Staplerkurse, E zu B, Schweißgrundausbildung und Abschlussprüfung, CNC, CAD, Hydraulik, Pneumatik, Elektrotechnik. Die Vorbereitungen zu diversen Wettbewerben oder Prüfungen kommen noch dazu.

An der LBS Mistelbach finden seit 2008 Vorbereitungskurse und Meisterprüfungen statt – der nächste Kurs startet am 19. November, er wird den 120. Meister hervorbringen!

Erfreut zeigt man sich auch, dass die Meister- und Lehrlingsausbildung aufgewertet wurde. Auf europäischer Ebene wird der Facharbeiter/Lehrabschluss nun mit NQR-Code 4 (Matura-Niveau) und der Meister mit NQR-Code 6 eingestuft. Ein schöner Erfolg, eine große Wertschätzung – und wichtig auch für die Positionierung in der Gesellschaft.

Weiterbildungsangebot für Lehrlingsausbilder & höhere Ausbildung Nicht nur für Lehrlinge oder angehende Meister gibt es eine Reihe Zusatzausbildungen, auch für die Ausbilder selbst werden in Zusammenarbeit mit dem WIFI stark geförderte Kurse angeboten. Die Module decken von Rechtsgrundlagen bis zum Umgang mit Social Media ein breites Spektrum an Inhalten ab.

Aktuell werden in Niederösterreich 620 Lehrlinge in der Berufsgruppe ausgebildet, das sind um 55 mehr als im Vorjahr. Gestiegen ist auch die Zahl der aktiven Betriebe (1.800) als auch die Beschäftigtenanzahl, die bei 7.510 liegt.

Am TGM Wien läuft seit heuer der Maschinenbaulehrgang „Smart Mechanics“ mit Lerninhalten aus dem Metall- und Stahlbau.

Aktuelle Themen & Arbeitsbereiche Die Funktionäre der Innung leisten ein enormes Arbeitspensum, an vielen Themen bringen sie sich für die Branche ein. Einige Beispiele wurden angesprochen:

EN1090 – hier wurden Gegenmaßnahmen gesetzt, um die geforderte Verkürzung der Audit-Intervalle abzuwenden.

Zufrieden ist Harald Schinnerl mit dem Gütesiegel für die Aufsperrdienste bzw. mit der Aufsperr-App: „Die Medien haben diese Aktion sehr unterstützt. Auch wenn es nur einen kleinen Bereich unserer Mitglieder betrifft – der Imageschaden ist enorm, den wir durch unseriöse Anbieter erleiden! Mit der Kampagne inklusive Pressekonferenz ist es uns gelungen, breite Aufmerksamkeit zu erlangen.“ Nun stehen Gespräche mit Vertretern der Hausverwaltungen an, um hier weiter dranzubleiben.

Der Innungsmeister sprach zuletzt noch das Thema Edelstahlbeizen an, das Umweltschäden verursacht und wo Maßnahmen zu setzen sind.

Kollektivvertragsverhandlungen Auf sehr schwierige Kollektivvertragsverhandlungen stellt sich KommR Andreas Lahner ein. Die Forderungen der Gewerkschaft sind heuer enorm – sie betreffen die Gehälter inklusive Lehrlingsentschädigung, aber auch Zuschläge, Wahlmöglichkeiten der ArbeitnehmerInnen bei der Abgeltung von Überstunden zwischen Zeitausgleich und Auszahlung und Zusagen für die neue 12/60-Stunden-Regelung.

Als Vertreter der Berufsgruppe Metalldesign/ Oberflächentechnik und Guss berichtete Lahner noch vom geplanten Neubau der Berufsschule in Ferlach.

Berichte der Berufsgruppen – Schmiede, Hufschmiede, Landmaschinentechnik Johann Schmutz, Berufsgruppensprecher der Schmiede und Fahrzeugfertiger, berichtete positiv, dass es wieder Interesse an der Lehrlingsausbildung gibt und appellierte an die Unternehmen, jungen Leuten wieder eine Chance zu eröffnen, ihr Wissen weiterzugeben – Arbeit gäbe es genug!

Hufschmied Johannes Hofer hofft, dass sein – seit einem Jahr – freies Gewerbe wieder eingeschränkt wird, eine Petition wurde im Nationalrat übergeben. Aktuell darf jede/r über 18 Jahren ohne Ausbildung Pferde beschlagen – die Tiere sind dabei die Leidtragenden. Seit der Öffnung ist die Zahl von 280 Mitgliedsbetrieben auf 460 gestiegen. Die Betriebe klagen nicht über Einbußen, aber die Beschwerden über unsachgemäße Behandlungen sind stark gestiegen.

Ing. Erich Reiss, Berufszweigobmann der Landmaschinentechniker, nannte den § 57a „seinen täglichen Wegbegleiter“. Viele Details sind in Bewegung; zuletzt wies er noch auf Infoabende mit dem Schwerpunkt Landtechnik hin, profunde Vortragende konnten gewonnen werden.

 

Autor/in:
Doris Bracher

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