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Heute können bereits viele verschiedene Materialien additiv gefertigt werden.

Fabrik im Container

13.02.2020

Auf der Kölner Eisenwarenmesse gibt es heuer zwei Sonderschauen, die sich den Themen „Factory in a Box“ und „Additive Fertigung“ widmen.

3D-Druck stößt auf reges Interesse bei Besuchern.

Vom 1.-4. März präsentiert die „Internationale Eisenwarenmesse Köln 2020“ zwei besondere Sonderschauen: Nokia zeigt mit seinem Konzept „Factory in a Box“, wie eine komplette Produktionsstraße im Miniaturformat in einem Container verbaut wurde, und wie Maschinen mit Hilfe von 5G-fähiger Technologie miteinander kommunizieren. Die Ausstellung „3D-Druck – Additive Fertigung“ zeigt die Potenziale der additiven Produktion, Einblicke in die Ersatzteilfertigung mit additiven Fertigungsverfahren und Ausblicke auf neue Geschäftsmodelle.

3D trifft 5G

Der finnische Hersteller Nokia präsentiert mit der „Factory in a Box“ eine modulare Fertigungsstraße, die in einem Seefrachtcontainer verbaut wurde und somit überall auf der Welt binnen weniger Stunden in Betrieb genommen werden kann. Mit dem Ziel, eine smarte, flexible Produktion zu ermöglichen, betriebliche Kontinuität sicherzustellen, Produktionsspitzen abzufangen und Lieferzeiten zu verkürzen, vereint die „Factory in a Box“ aktuelle Industrie 4.0 Anwendungsfälle wie generative Fertigung, Robotik, IoT Sensorik, Augmented Reality und Videoanalyse.

Der Container ist ein Machbarkeitsnachweis (Proof-of-Concept) und zeigt die heutige Komplexität und notwendige Flexibilität für Industrie 4.0 Anwendungen, kundenorientierte Produktion in Losgröße 1 und einen Internet-of-Things-unterstützten Betrieb - einschließlich umfassender drahtloser Konnektivität.

Automatisierungs-Wolke

Die verschiedenen Produktionsmaschinen wie 3D-Drucker, Härtungsmaschine, Roboter und Videoanalysekamera sind dabei über 4G/5G Mobilfunk mit der Digital Automation Cloud von Nokia verbunden. Diese stellt das für die Datenübertragung notwendige private Campusnetzwerk im Container zur Verfügung und sorgt somit für zuverlässige Kommunikation, hohe Datenraten, kurze Übertragungsverzögerung und sichere Datenspeicherung auf der lokalen Ebene. Die Digital Automation Cloud eignet sich sowohl für industrielle Umgebungen im Klein- und Mittelstand als auch für Großbetriebe mit mehreren Produktionshallen oder Industrieparks. Die „Factory in a Box“ kann mit dem „Warehouse in a Box“ um den Logistik-und Lageraspekt erweitert werden. Sobald die Container mit dem Unternehmenscampus verbunden sind, verwandeln sie sich zu einer voll funktionsfähigen On-Demand-Erweiterung, die zusätzliche Produktions- und Lagerkapazitäten bietet. Der Zugriff auf das private 4G/5G-Netz kann flexibel genutzt und für weitere Sensoren, Kameras und Maschinen erweitert werden.

Additive Hardware

Der Markt rund um die additive Produktion und den 3D-Druck entwickelt sich seit Jahren positiv. Wachstumsraten von durchschnittlich 30 Prozent haben nach Branchenangaben zahlreiche neue Anlagen- und Materialproduzenten in den Markt einsteigen lassen. Allein der Bereich Metalldruck ist im Jahr 2018 umsatzmäßig um fast 42 Prozent gewachsen (Wohlers`Report 2018).

Verschiedene Branchen erwarten, dass der Durchbruch der additiven Produktion auch im Bereich der Serienproduktion kurz bevorsteht. Neben der Medizintechnik und der Luftfahrtindustrie werden vor allem im Automotive-Bereich und in der Ersatzteillogistik immer mehr Bauteile bekannt, die mittels 3D-Druck erzeugt werden. Unternehmen wie die Deutsche Bahn, Porsche und Mercedes haben begonnen, ihre Ersatzteillogistik für ältere Fahrzeuge auf die Additive Produktion umzustellen. Ergänzt werden diese Entwicklungen um Modellprojekte im Bereich der Baubranche und der Möbelindustrie. Und auch im Umfeld von Baumärkten, dem Fach- und Online-Handel entwickeln sich neue Geschäftsmodelle rund um die additive Produktion.

In Köln wird dazu eine Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit der Berliner Zukunftsagentur „Haute Innovation“ anhand von mehr als 60 Exponaten einen Überblick über Potenziale der additiven Produktion und Ersatzteilfertigung für den Baumarkt, den Fachhandel sowie Online-Handel, die Ersatzteilfertigung mit additiven Fertigungsverfahren und Einblicke in neue Geschäftsmodelle mit 3D-Druck geben.

Fast alles ist druckbar

Aussteller aus 12 Ländern zeigen Best Cases sowie State of the art-Verfahren und Produkte, unter anderem:Das weltweit erste 3D gedruckte Rundfenster aus einem Holzgranulat, 3D gedruckte Ersatzteile der Deutschen Bahn, ein Lampenschirm aus Avocadokernen, 3D gedrucktes Waschbecken aus Sand oder 4D gedruckte Textilien. Über die gesamte Messelaufzeit erwarten den Besucher Livepräsentationen zu einem Metallfilamentdrucker aus den USA, dem weltweit ersten Desktop Granulatdrucker aus Spanien, einem Carbon- und Glasfaserdrucker und einem Desktop SLS Drucker aus der Schweiz.

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