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Fensterbeschlag: Drehkipp reloaded

28.12.2017

Das Bessere als Freund des Guten: Beschlägehersteller Roto hat sein erfolgreiches Drehkipp-Portfolio neu erfunden.

Roto „TiltSafe“: Je drei gleiche Sicherheits-Kipplüftungsbauteile aus Stahl für den Rechts- bzw. Linksanschlag genügen, um in Verbindung mit weiteren Elementen beim Fenster in Kippstellung eine Einbruchhemmung gemäß RC 2 zu erzielen.
Die neue Drehkipp-Generation „Roto NX“ punktet u. a. durch ein innovatives Hochdornmaßgetriebe. Durch die Entkopplung von Stulp und Getriebekasten/Schlosskasten ab Dornmaß 25 sinkt die Artikelzahl bei gleichzeitig individueller Konfiguration der Bauteile. Das „EasyMix-System“ ermöglicht eine schraubenlose Montage, da Stulp und Getriebekasten/Schlosskasten durch Einclipsen leicht zu verbinden sind.
Roto-Vorsitzender Eckhard Keill kündigte eine Weltpremiere und „deutliche Preisanpassungen“ an.

Im Jahr 1935 hat Wilhelm Frank, der Firmengründer der Roto Frank AG, den ers­ten industriell zu fertigenden Drehkipp-Beschlag für Fenster eingeführt. Von da an waren Fenster nicht nur zu drehen, sondern per Dreigriff-Bedienung auch zu kippen. In den folgenden Jahrzehnten führten mehrere bedeutende Entwicklungsschritte zur Realisierung von Zwei- und Einhandbedienung, und schließlich zum Baukastensystem „Roto NT“ zur Jahrtausendwende. Mit diesem Drehkipp-System ist Roto heute laut eigenen Angaben in über 55 Ländern Marktführer.

Nun hat der Beschlagspezialist in seinem Streben nach intelligenten Praxislösungen einen umfassenden Generationswechsel vorgenommen: „Wir haben ein gutes Produkt zum besten weiterentwickelt.“ Mit Stolz verkündete Johann Lukas von der Roto Division Fenster- und Türtechnologie (FTT) vor der versammelten internationalen Fachpresse die Weltpremiere von „Roto NX“. Diese neue Drehkipp-Beschlagserie verbinde Elemente der bewährten „NT“-Serie mit neuen bzw. erheblich optimierten Baugruppen, erklärt Innovationsdirektor Hartmut Schmidt von ­Roto FTT. Das NX-Konzept mache das Portfolio zu einer „sicheren Wahl“ für Fensterhersteller und Montagefirmen sowie Bauelemente- und Baubeschlaghändler, aber auch für private Bauherren und Immobilienbesitzer. Das neue Komplettprogramm NX setze Maßstäbe bei den zentralen Themen der Branche, konkret bei Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Komfort und Design.

Bereits Anfang 2018 soll Roto NX weitgehend lieferbar sein. Die Umstellung habe bereits im Feldtest bei zwei Verarbeitungsbetrieben begonnen, sagte Roto-Chef ­Eckhard Keill, schwerpunktmäßig konzentriere man sich anfangs auf die Länder Deutschland, Russland und Rumänien. „Es wird aber keine Zwangsumstellung geben“, versichert Keill, zumal die beiden Beschlagsysteme „NT“ und „NX“ miteinander kompatibel seien. Die Teilevielfalt ist aber erheblich reduziert worden: Hat der NT-Baukas­ten 5559 Artikel auf Lager, so sind es beim NX-System aktuell nur etwas mehr als 1000 verschiedene Komponenten – bei gleichzeitig individueller Konfiguration der Bauteile.
Produziert wird das neue Beschlagsystem in den Werken Leinfelden (Deutschland), Kalsdorf (Österreich) und Lövö (Ungarn).

Ertrag zurückgewinnen

Im Jahr 2017 werde die Roto-Gruppe nicht alle selbstgesteckten Ziele voll erreichen, erklärte Finanzvorstand Michael Stangier im November beim Internationalen Fachpressetag in Böblingen. Zwar seien die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gesichert und die jüngsten Firmenzukäufe – etwa der chinesischen Union Ltd. und der Berliner Wollenberg Gmbh – problemlos finanziert worden, aber die Ertragssituation sei 2017 „äußerst unbefriedigend“. Negative Einflüsse der Euro-Aufwertung und ein extremer Ertragsdruck in der Division Fens­ter- und Türtechnologie seien die Hauptursachen, genauso wie der „dramatische Anstieg“ der Rohstoffpreise bei gleichzeitiger Angebots-Verknappung. So hätten sich die Notierungen für Zink seit Anfang 2016 fast verdoppelt, während sich die Anstiege bei Aluminium und Stahl auf jeweils knapp 40 Prozent beliefen.

Vorstandsvorsitzender Keill erklärte den versammelten Journalisten, dass ­Roto die Kostenexplosion nicht länger auffangen könne. Er kündigte daher eine deutliche Preiserhöhung um 6,8 Prozent an. „Wir haben keine Wahl“, sagte Keill, „wir müssen den Ertrag zurückgewinnen.“ Vonseiten der Kunden erwartet er Verständnis für die Maßnahme.

Vier Vorteile von Roto NX

  • Hohe Wirtschaftlichkeit. Das System garantiere eine einfache und schnelle Montage in der Fertigung sowie beim Einbau. Außerdem reduziere es den Lager- und Logistikaufwand erheblich. Das spare Zeit und Geld.
  • Ausgeprägte Sicherheit in mehrfacher Hinsicht. Erstens sorgten neue Komponenten für erweiterten Einbruchschutz, z. B. durch eine RC 2-gemäße Kippstellung. Zweitens werde die Verarbeitung sicherer, weil etwa höhere Traglasten bereits in der Standardausführung möglich seien. Drittens schaffe auch die umfassende Sortimentsbreite und -tiefe ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Entscheidungssicherheit.
  • Mehr Komfort. Zum einen punkte das System durch leichte Handhabung und dauerhafte Funktionsfähigkeit. Zum anderen verbessere es den Wohnkomfort, z. B. durch optimierte Lüftungseigenschaften und eine problemlose Integration in die Hausautomation.
  • Zeitgemäßes Design. Das bewirkten u. a. kaschierende Abdeckkappen, ästhetische Pulverbeschichtungen und von Axerbändern verdeckte Schrauben. Zudem ermöglichten die hohen Traglasten eine moderne Raumgestaltung mit großen Glasflächen.

 

Autor/in:
Redaktion Metall
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